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Ettendorfer Tunnel hat ersten Stresstest bestanden

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Anspruchsvolles Übungsszenario: In Brand geraten waren zwei Autos nach einem Zusammenprall am Südportal bei Hallabruck. Dadurch wurde der Tunnel verraucht und es kam zu weiteren Unfällen. Die eingeklemmten Personen mussten von den Feuerwehrmännern befreit werden. Weitere Bilder von der Übung sind im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos zu finden. (Foto: Volk)

Traunstein. Einem anspruchsvollen Szenario mussten sich die Floriansjünger am Samstag bei der ersten großen Übung in der 700 Meter langen Röhre des Ettendorfer Tunnels stellen. Drei Verkehrsunfälle mit insgesamt fünf Fahrzeugen und 19 Verletzten – so lauteten die Herausforderungen, denen die rund 240 Einsatzkräfte gegenüberstanden. Mit der Übung sollte vor allem die Sicherheitstechnik im Tunnel geprüft werden.


Am Südportal bei Hallabruck waren zwei Fahrzeuge zusammengeprallt und in Brand geraten. Dadurch wurde der Tunnel verraucht und es kam zu weiteren Unfällen in der Tunnelmitte und kurz vor der nördlichen Ausfahrt. Menschen wurden in den Fahrzeugen eingeklemmt; andere flüchteten sich in die Notrufnischen und zu den Notausgängen.

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Kurz, nachdem die automatische Brandmeldeanlage im Tunnel die starke Rauchentwicklung durch den Fahrzeugbrand registriert hatte, schaltete die Ampelanlage auf Rot, die Schranken senkten sich und der Tunnel war gesperrt. Zeitgleich wurden die Feuerwehren von der Integrierten Leitstelle Traunstein alarmiert. Gemäß Alarmplan rückten daraufhin die Wehren aus Traunstein, Surberg, Wolkersdorf, Kammer, Haslach, Siegsdorf, Wonneberg, Nußdorf und Vachendorf an, ebenso die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung.

Im Ernstfall würden auch Rettungsdienst und Notärzte angefordert. Darauf wurde bei dieser Übung bewusst verzichtet, weil vor allem die Brandbekämpfung und Evakuierung aus dem Tunnel getestet werden sollte, die bei einem tatsächlichen Ernstfall durch die Atemschutzträger der Feuerwehren erfolgt. In einer weiteren Übung im kommenden Jahr soll eine Gesamtübung mit allen Rettungsdiensten erfolgen.

Schon 45 Minuten nach Eintreffen der Feuerwehren waren die Fahrzeugbrände gelöscht, die eingeklemmten Personen aus den Wracks befreit und alle Menschen aus dem Tunnel über die Notausstiege gerettet.

Positiv äußerten sich die Übungsbeobachter von der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landkreises Traunstein, der Integrierten Leitstelle Traunstein, der Polizei und des Staatlichen Bauamtes. Kreisbrandrat Hans Gnadl würdigte die engagierte Arbeit aller Übungsteilnehmer. Er schloss dabei die Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) ein, die das Übungsszenario vorbereitet hatten, ebenso die Küchentruppe des Malteser Hilfsdienstes, die ein Mittagessen für die 240 Übungsteilnehmer kochten, das im Feuerwehrgerätehaus Traunstein serviert wurde.

Verbesserungspotenzial wurde während der Übung unter anderem im Rahmen der Funktechnik im Tunnel entdeckt. Auch die Aufstellflächen für die anrückenden Einsatzfahrzeuge an den Tunnelzufahrten werden in den Alarmplänen noch neu geregelt. Das kündigte Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein an. Festgestellt wurde auch, dass bei einem Brand zusätzliche Wärmebildkameras angefordert werden müssen, um Personen im Tunnel schnell lokalisieren zu können. Auch der Transport von hydraulischen Rettungsgeräten muss noch überdacht und geregelt werden. Dabei handelt es sich laut Unterstein und Kreisbrandrat Hans Gnadl nur um wenige Punkte im Alarmplan, die nun ergänzt werden müssen.

Auch Josef Kaiser, Tunnelmanager vom Staatlichen Bauamt Traunstein, konnte von einwandfrei funktionierenden Sicherheitssystemen berichten. Der, für 7. Dezember geplanten Verkehrsfreigabe steht nach dem erfreulichen Ergebnis des Stresstests nun nichts mehr im Wege. pv