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Traunsteiner Lindl: 50 Jahre Singen und Musizieren

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Die Gewinner aus dem Chiemgau, die »Fellner Tanzlmusi« mit (von links) Martin Wellinger, Jonas Wirnshofer, Felix Ederer, Annemarie Anfang, Barbara und Franz Eckart und Niklas Wirnshofer, die sichtlich stolz ihren Lindl präsentierten. (Foto: Krammer)

Traunstein – Auch nach 50 Jahren genießt der Volksmusikwettbewerb um den Traunsteiner Lindl offenbar im gesamten Alpenvorland einen guten Ruf.


Zwölf Gesangs- und Musikgruppen und zwei Solisten im Alter von 8 bis 83 Jahren hatten sich zum 50. Wettbewerb angemeldet und gestalteten zusammen mit der fachkundigen Moderatorin Traudi Siferlinger einen außergewöhnlichen Festabend in der vollbesetzten Aula der Berufsschule I.

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Die sachkundige Beratergruppe mit Annemarie Bayerl aus Altenmarkt, Stefan Frühbeis (Bayerischer Rundfunk), Roland Pongratz aus Regen, Professor Peter Reitmeir aus Tirol, Anita Staltmeier-Gruber aus Schledorf, Dr. Elmar Walter aus München und Peter Windhofer aus St. Johann im Pongau machte es sich nicht einfach und konnte nach eingehenden Beratungen vier Gruppen mit dem begehrten Volksmusikpreis auszeichnen.

»Echte unverfälschte Volksmusik«

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel freute sich in seiner Eröffnung über das große Interesse am Traunsteiner Lindl: »Der auch nach 50 Jahren noch für echte unverfälschte Volksmusik steht und Identität und Heimat schafft«! Sein Dank galt besonders der Arbeitsgemeinschaft Traunsteiner Lindl mit Musikschulleiter Georg Holzner und Brigitte Leitermann, die sich bereits seit 50 Jahren intensiv um die Gestaltung der Lindl-Wettbewerbe kümmert.

Die »Fellner Tanzlmusi«, sieben junge Dirndln und Buam aus Erlstätt, Vachendorf, Siegsdorf und Inzell, eröffnete den Festabend mit einem flotten Marsch, ihr schlossen sich die »Herzsolo-Gitarrenmusi« aus Neubeuren und die »Prealeiten-Musi aus Prien mit zwei Diatonischen und Basstrompete an. Moderatorin Traudi Siferlinger leitete sachkundig, entspannt und unterhaltsam durch das vielfältige musikalische Angebot und verstand es ausgezeichnet, den Musikanten ihre Beweggründe zur Teilnahme oder Interessantes aus ihrem Werdegang zu entlocken.

Besonderen Applaus gab es für die jüngsten Teilnehmer, die »Zamperlmusi« aus Ostermünchen, die sich mit erst acht Jahren mit zwei Flöten und Tuba auf die Bühne getraut hatten. Der »Reischenharter Viergesang« aus Raubling überzeugte trotz Ausfalls ihrer Bassstimme mit vollen Stimmen beim bekannten »Fahrn ma hoam« und die Geschwister Hundmayer beeindruckten trotz ihrer Jugend bereits mit exaktem Spiel mit zwei Diatonischen und Harfenbegleitung.

Unterschiedliche Klangfarben

Eine andere Klangfarbe lieferte Fabian-Tobias Bolbinski aus Metten mit seinen Solobeiträgen am Akkordeon und dem Couplet von »Adam und Eva«. Ebenfalls mit einem Couplet, aber auch mit dem feinen Herbstlied »Draußen im Wald is scho finsta« erfreuten Katharina und Veronika Nutz aus Saaldorf, die sich mit Harfe und Querflöte dabei selber begleiteten. Josef Döpper aus Siegsdorf zeigte mit seinen Stücken auf der Diatonischen, wie vielfältig die Ausbildung in den heimischen Musikschulen funktioniert und die Gruppe »Soatnweis-blau« aus Egmating bot Saitenmusik mit Geige, Hackbrett, Zither, Harfe und Kontrabass.

Eine besonders regionale Klangfarbe lieferten die Uttendorfer Sängerinnen aus Oberösterreich mit ihren speziellen Innviertler Landlern und Gstanzln und Vater und Sohn Christian Hornsteiner aus Farchant bei Garmisch brachten mit Ziach und Gitarre beim »Vogelfrei-Landler« frischen Schwung. Fein aber exakt und einfühlsam danach die beiden Burschen der »Setzberg Gitarrenmusi« aus Wallgau am Tegernsee, bevor sich der fast 83-jährige Holzschnitzer Adolf Stegmaier aus Wurmannsquick mit der Teilnahme einen Traum erfüllte und sich mit flotten Fingern den Respekt der um ihn gruppierten, jungen Musikanten erwarb.

Auch die letztjährigen Lindl-Gewinner traten auf

Den Abschluss jeder Runde übernahmen die letztjährigen Lindl-Gewinner, die »Bernard Dirndl«, das »Schindlberg Trio« und die »Uffinger Ziachmusi«, die die wunderschön geschmückten Lindl-Figuren wieder zurück nach Traunstein gebracht hatten.

Spannend machte es Traudi Siferlinger auch in der zweiten Runde, in der sie nach dem jeweiligen Auftritt die Auszeichnungen bekannt gab. Oberbürgermeister Kegel war es dann als Stadtoberhaupt vorbehalten, den ausgezeichneten Gruppen ihre Lindl-Medaillen zu überreichen.

Die »Fellner Tanzlmusi« und die drei Uttendorfer Sängerinnen aus dem Innviertel freuten sich mit lauten Juchzern ebenso sichtlich über ihren Erfolg wie Vater und Sohn Christian Hornsteiner und die beiden Burschen der »Setzberg Gitarrenmusi«. Traudi Siferlinger holte sich dann noch den 88-jährigen Sigi Ramstötter aus Teisendorf auf die Bühne und zusammen mit dem begeisterten Besuchern beschlossen die beiden einen eindrucksvollen Jubiläumsfestabend mit einem gemeinsamen Jodler. FK

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