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Blattläuse, die alljährliche Plage im Frühling

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Blattlauskolonie mit einem Zehnpunkt-Marienkäfer, die Anzahl der schwarzen Punkte dieser Art ist individuell. Auch punktlose Individuen kommen vor. (Foto: Landratsamt Berchtesgadener Land/Josef Stein)

Nachdem die Kälte der Eisheiligen überstanden ist, können sich Gartenbesitzer auf das Wachsen und Gedeihen ihrer Zier- und Nutzpflanzen freuen. Ebenso begeistert sehen Blattläuse den nächsten Wochen entgegen. Sie werden sich stark vermehren – bis im Sommer Marienkäfer & Co die Braten riechen. Der Gartenfachberater der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land, Josef Stein, gibt Tipps über den richtigen Umgang mit Blattläusen.


Es gibt hunderte von Blattlausarten, von denen manche auf fast allen Pflanzenarten vorkommen, andere sind auf wenige spezialisiert. Die Läuse saugen mit ihren Rüsseln den zuckerreichen Saft aus den Pflanzen. Da sie aber hauptsächlich das Eiweiß benötigen, scheiden sie den Großteil des Zuckers wieder aus.

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Ameisen bedienen sich recht kräftig an den süßen Ausscheidungen und verteidigen die Läuse sogar gegen deren Feinde. Aber auch Bienen nutzen das so genannte »Manna« oder »Honigtau« der Läuse. So ist Waldhonig nicht etwa von Bienen verarbeiteter Blütennektar, sondern das »veredelte Manna« der Tannenlaus.

Werden die Zuckerausscheidungen nicht von anderen Insekten gefressen, entsteht oft ein schwärzlicher Überzug auf den Blättern. Dabei handelt es sich um Rußpilze, die sich auf den Zuckerausscheidungen der Läuse ansiedeln.

Lieblingsspeise Rosenknospen

Im Frühling vermehren sich die weiblichen Läuse (Stammmütter) durch Jungfernzeugung massenhaft. Eine Laus gebärt bis zu fünf »Klone« pro Tag. Im Sommer oder bei verschlechterten Bedingungen werden geflügelte Nachkommen gezeugt, die dann neue Wirtspflanzen aufsuchen. Dort vermehren sie sich langsamer und legen im Herbst Eier zur Überwinterung ab.

Am auffälligsten sind Läuse auf Rosenknospen und den frischen Trieben von Holunder oder Obstgehölzen. »Bei den Rosen hat es sich bestens bewährt, die Knospen einfach erst mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen oder die Mehrzahl der Läuse mit Daumen und Zeigefinger zu zerdrücken und abzustreifen, was bei allen Neuaustrieben hervorragend funktioniert«, sagt Experte Josef Stein.

Die Läuse haben eine große Zahl natürlicher Feinde. Der bekannteste davon ist der Marienkäfer, der pro Tag zwischen 20 und 50 Blattläuse vertilgt. Noch effektiver ist nur die Larve des Marienkäfers, auch »Blattlaus-Löwe« genannt, der in seiner dreiwöchigen Entwicklungsphase bis zu 1300 Blattläuse verspeist. Ebenso wirksam sind die Larven der Schweb- und Florfliegen (bis zu 100 Läuse am Tag). Auch Ohrenzwicker und Schlupfwespen helfen bei Blattlausbefall.

Die Entwicklung dieser Gegenspieler hinkt der Entwicklung der Läuse immer ein wenig hinterher, da diese erst kommen, wenn genügend Blattlausfutter vorhanden ist. Deswegen können es Gartenbesitzer meistens nicht erwarten, bis die Läuse die natürliche Bremse zu spüren bekommen.

Nur bei sichtlichem Schaden handeln

Nur wenn sich die Läuse so rasant vermehren, dass die Pflanzen sichtlich Schaden erleiden, kann man sparsam Insektizide auf Öl-, Seifen, - oder Alkoholbasis anwenden. Man kann sich aber auch selbst eine ungiftige Lösung mit zwei »Stamperl« grüner Schmierseife und einem »Stamperl« Spiritus gemischt mit einem Liter Wasser herstellen und auf die Blattlauskolonie sprühen oder pinseln. Eine solche Behandlung sollte im Abstand von einer Woche an bis zu 10 Tagen wiederholt werden, weil meistens nur die jungen Läuse dabei absterben.

Langfristig: nützlingsfreundlicher Garten

Das Hausmittel »Brennesselbrühe« stärkt zwar die Pflanzen, bringt aber kurzfristig gegen Läuse leider fast nichts. Langfristig ist das beste Mittel ein insekten- und somit nützlingsfreundlich gestalteter Garten. Durch das Pflanzen vieler verschiedener Blühpflanzen, Aufstellen von Insektenhotels oder Belassen von ein paar »unaufgeräumten« Ecken im Garten, wo heimische Wildkräuter wachsen, können Sie eine starke und natürliche Waffe gegen Blattläuse schaffen. Wenn sich dann noch stetig eine kleine, ertragbare Menge an Blattläusen im Garten befindet, kann davon ausgegangen werden, dass Marienkäfer & Co anwesend sind und die drohende Massenvermehrung der Läuse verhindern.

Für weitere Beratung im Garten steht Josef Stein unter Telefon 08651/738 53 oder per E-Mail josef.stein @lra-bgl.de gerne zur Verfügung. fb

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