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4000-Euro-Spende für Stefan Sollacher

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Hilfe in Not erfuhr der Traunsteiner Stefan Sollacher, der seit einem Snowboard-Unfall im Rollstuhl sitzt. Rosi Drehkopf (links) bewegte seine Geschichte sehr, eine Spendenaktion brachte 4000 Euro ein, die sie nun übergab. Daneben die Eltern Marianne und Nik Sollacher. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Der 26. Januar veränderte das Leben des Traunsteiners Stefan Sollacher schlagartig. Der begeisterte Snowboarder fuhr in Fieberbrunn die Hänge hinunter, als es passierte: In einer Mulde wurde der ganze Körper zusammengestaucht. Der 30-Jährige erlitt eine Rückenmarksverletzung.


Im Krankenhaus Sankt Johann erkannte man die Schwere der Verletzung. Ein Weitertransport ins Unfallkrankenhaus Salzburg zur sofortigen Operation folgte. Diagnose: Bruch des ersten Lendenwirbels mit Ausfall wesentlicher Körperfunktionen. Seitdem konnte der junge Mann seine Beine nicht mehr bewegen. Nach drei Monaten in der Unfallklinik Murnau und einer Reha in Bad Wildbad kamen in den vergangenen Monaten einige Funktionen und das Gefühl in beiden Beinen zurück. Trotzdem sitzt der Traunsteiner seither im Rollstuhl.

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Eine dringend empfohlene erneute Behandlung in Murnau wollte ihm die Krankenkasse nicht genehmigen, ist man dort doch an sich nur für Akutfälle zuständig. Letztlich willigte die Kasse aber doch ein, eine erneute Reha dort zu genehmigen, wo er die größten Chancen auf weitere Genesung hat. Der Lokomat, eine robotergestützte Gangorthese, soll ihm dort helfen, kleine Schritte zur Wiederherstellung seiner Gesundheit zu erreichen.

Schlagartig hat sich mit dem Unfall auch das Leben der Eltern Marianne und Nik Sollacher verändert, die sich um ihren Sohn kümmern und viel Hoffnung auf die weitere Reha setzen – auch wenn es nur kleine Erfolge sind. »Wir hoffen, dass der Stefan irgendwann wieder stehen und ein paar Schritte gehen kann.« Aber auch in der jetzigen Lebenssituation des Metallbautechnikers sind sie überzeugt, dass ihr Sohn stark genug ist, mit den Schwierigkeiten zu leben: »Stefan kriegt das Leben auch so in Griff.« Sein Freundeskreis ist ihm dabei eine große Stütze.

Die Familie hat den schlimmen Unfall und seine dramatischen Folgen nicht nach außen getragen. Das Umfeld der Familie hat die Situation natürlich trotzdem mitbekommen. Und auch Rosi Drehkopf aus Rückstetten, die über Jahrzehnte in der Gastronomie im Tennis- und Squashcenter Martha Vogl arbeitete, hörte von dem Schicksalsschlag. »Das hat mich so beschäftigt.« Zu ihrem vor wenigen Wochen gefeierten Abschied dachte sie sich eine Hilfsaktion für Stefan Sollacher aus. »Ich wollte einfach einem Menschen helfen, dem es nicht so gut geht.« Und so arbeitete ihr Team bei den Abschiedsfeiern kostenlos, auch Musiker verzichteten auf ihre Gage, die Brauerei Wochinger und das Hofbräuhaus Traunstein spendeten das Bier.

Jetzt wurde der Erlös des Abschiedsfestes vor rund 20 geladenen Gästen im Sportzentrum Haslach übergeben, dessen Gastronomie Rosi Drehkopf und ihre Kollegin Anita Scheck seit kurzem führen. Einen Scheck über 4000 Euro übergab sie an den sichtlich überraschten Stefan Sollacher, der die Spende gut gebrauchen kann: »Es kommen einfach so viele Sachen auf mich zu«, betont er voll Entschlossenheit. awi