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»Plötzlich kam das Angebot als Cheftrainer«

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Sie freuen sich auf ihre kommenden Aufgaben: die Biathlon-Trainer Kristian Mehringer (links) und Isidor Scheurl. (Foto: Wukits)

Einige Änderungen im Bereich der Trainer gibt es am Biathlonstützpunkt Ruhpolding in der Chiemgau-Arena. Der Grund sind die Berufungen von Kristian Mehringer zum Cheftrainer der Damen-Nationalmannschaft und von Isidor Scheurl zum Co-Trainer der deutschen Herren. Daher erfolgten einige Umstellungen vom Nachwuchs bis zum Seniorenbereich.


Vor allem die Beförderung von Kristian Mehringer zum Nachfolger von Gerald Hönig als Chef der Damen war eine der großen Überraschungen nach den Olympischen Spielen in Südkorea. »Die Gespräche liefen schon länger, vor allem als Tobias Reiter seinen Rückzug als Co-Trainer angekündigt hatte«, verrät Kristian Mehringer. Zunächst sollte der 36-Jährige den Posten von Reiter übernehmen.

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»Plötzlich kam das Angebot als Cheftrainer«, so der ehemalige Biathlet. Nach einer längeren Überlegung mit Einbeziehung der Familie sagte Mehringer zu. »So eine Chance bekommt man nicht oft in seinem Leben«, meinte er. Allerdings bedeutet die neue Aufgabe einiges an Aufwand. Neben dem Stützpunkt- und Lehrgangstraining und den Wettkämpfen im Winter kommt auch das Trainerstudium in Köln. »Da muss ich ganz schön flexibel sein.« Wichtig ist für den angehenden Cheftrainer, dass die Damen vom Stützpunkt sehr positiv auf seine Ernennung reagiert haben. Schließlich trainiert der Kern der Damen-Nationalmannschaft in der Chiemgau-Arena.

Mit Franziska Preuß zum Beispiel hatte Mehringer bereits im Nachwuchsbereich zusammengearbeitet. »Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, neue Impulse werden wir aber schon setzen«, so der neue Cheftrainer, der als Co-Trainer den Österreicher Florian Steirer (36) zur Seite hat und auch von Rudi Schöllmann unterstützt wird. »Wichtig ist das Vertrauen zwischen Trainer und Sportlerinnen und umgekehrt. Wenn das passt, dann sind wir auf dem richtigen Weg.«

Am Schießstand sicherer werden

Einen ersten Ansatz will das Trainerteam beim Schießen auf den Weg bringen. »Damit waren die Mädels im vergangenen Winter nicht ganz zufrieden«, weiß Mehringer. Als ehemaliger Biathlet hatte er nach dem Ende seiner Karriere als Techniker bei den Skijägern gearbeitet. Danach hatte er vom Nachwuchs aufwärts alle Trainerstationen durchgemacht. »Als ehemaliger Techniker weiß ich, wie wichtig das Material ist. Mit schlechtem Material kannst du keine Titel gewinnen«, sagt er.

Vor der neuen Aufgabe ist ihm nicht bange. Schließlich hat er bereits mit den Juniorinnen seine Erfahrungen gesammelt. »Frauen sind belastungs-, widerstands- und auch sehr leidensfähig«, lobt er.

Mehringer ist sich auch dessen bewusst, dass die Erwartungshaltung im Biathlon in Deutschland sehr hoch ist. »Wir sind immer gefordert, es gibt jedes Jahr eine Weltmeisterschaft. Die Ansprüche sind da.« Nachfolger von Kristian Mehringer am Stützpunkt wird übrigens der ehemalige Biathlet Andreas Birnbacher. Er wird die Juniorinnen des C-Kaders auf Lehrgängen und Wettkämpfen betreuen.

Ebenfalls neu im Trainerteam des DSV ist Isidor Scheurl. Der 32-Jährige tritt als Co-Trainer der Herren, das Erbe von Andreas Stitzl an. Scheurl sieht sich nicht als Kopie des lautstarken Stitzl, sondern als »Neuer Scheurl«, meint er lachend auf die dementsprechende Frage. Auch Scheurl war aktiver Biathlet und war danach als Trainer eingestiegen. Eine der ersten Stationen war am CJD in Berchtesgaden. 2009 wurde er als »Nachwuchstrainer des Jahres« ausgezeichnet.

Zuletzt hatte er den heimischen Nachwuchs im Deutschlandpokal betreut. »Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und war ganz schön verblüfft, als ich beim Weltcup in Oslo angesprochen wurde. Das kam quasi aus dem Nichts«, erinnert er sich.

Erste Absprachen mit Marc Kirchner

Es brauchte ein paar Tage Überlegung und eine Absprache mit der Familie, ehe er zusagte. Mit Cheftrainer Marc Kirchner hat er bereits erste Gespräche geführt. »Das passt. Ich bin während der Rennen an der Strecke. Am Schießstand mit dem Fernglas, das würde ich nicht aushalten.« Scheurl ist hauptsächlich am heimischen Stützpunkt für eine große Gruppe von Sportlern zuständig.

Dabei wird er von Remo Krug (IBU-Cup) und Tobias Reiter unterstützt. Reiter kümmert sich um die Athleten der Landespolizei. Sein Vorgänger Stitzl ist am Stützpunkt für die Junioren im Damen- und Herrenbereich verantwortlich. Schwerpunkt wird im Herbst die Trainerausbildung in Köln sein.

Acht Plätze gibt es für das internationale Geschäft. Das heißt für Scheurl, hinter Simon Schempp und Johannes Kühn weitere Sportler an die Weltklasse heranzuführen. »Namen werde ich keine nennen, aber es gibt einige Kandidaten«, lässt er sich entlocken.

In den vergangenen zwei Jahren hatte er bereits einige Erfahrungen im Herrenbereich an der Seite von Andi Stitzl und Andi Birnbacher gesammelt. »Ich werde an den Stärken der Sportler arbeiten. Die Luft international ist sehr dünn, nicht immer klappt das Laufen und Schießen so wie vorgesehen. Man rutscht schnell nach unten durch und muss dann schauen, wie man wieder aus dem Loch rauskommt«, beschreibt er seinen Job.

Scheurls Nachfolger im Deutschlandpokal-Bereich wird wohl Engelbert Sklorz. Dieser wird von Niklas Kellerer, Tamara Lankes und dem kürzlich zurückgetretenen Florian Graf unterstützt. SHu