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Dritte Niederlage in Folge: Dachau zu clever für SB Chiemgau

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Bitterer Moment: Traunsteins Torwart Issa Ndiaye musste von seinen Teamkollegen Jochen Thudt (von links), Patrick Schön, Max Bauer und Waldemar Daniel vom Platz getragen werden. Ersatztormann Cameron Frost (links) machte sich für seinen Einsatz bereit, während Professor Dr. Rupert Ketterl und U-19-Trainer Lorenz Plötz über die Schwere der Verletzung diskutierten. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye (79. Frost), Kaltenhauser, Köppl, Bauer, Thudt (87. Peetz), Schön, Tahir, Balck (56. Berz), Daniel, Marchl, Kennedy.


ASV Dachau: Bykanov, Roth, Rieger, Bisle, Papadopoulos, Schmitt (91. Hofmann), Vötter, Schwindl, Schmidt (76. Lechthaler), Koston (69. Bergmann), Bergner.

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Schiedsrichter: Talic (München).

Zuschauer: 710.

Tore: 0:1 (68.) Schmidt, 0:2 (78.) Papadopoulos, 0:3 (88.) Bergner, 0:4 Bergmann.

Der SB Chiemgau Traunstein steckt in der Fußball-Landesliga Südost nach einem guten Saisonstart nun in seiner ersten Minikrise. Der Aufsteiger verlor am Freitagabend gegen den ASV Dachau sein drittes Spiel in Folge, während die Gäste ihren sechsten Sieg in Serie feierten. Besonders bitter neben dem Ergebnis – das Spiel endete 0:4 – ist die Verletzung von Torwart Issa Ndiaye.

Ein Spiel ohne große Höhepunkte

Er verletzte sich beim zweiten Gegentreffer der Gäste am Knie und musste ausgewechselt werden. Der Schlussmann kam mit dem Sanka ins Krankenhaus. »Er hat sich wohl eine schwere Prellung zugezogen«, sagte Gawron. Eine genaue Diagnose steht allerdings noch aus. Der SBC-Trainer hofft, dass es nichts Schlimmeres ist. Schließlich sei Ndiaye »ein Herzstück der Mannschaft«.

Was Gawron ebenfalls schmerzte, war die erneute Niederlage. »Sehr bitter« sei diese, betonte er. Schließlich sei seine Mannschaft rund 60 Minuten auf Augenhöhe gewesen. »Aber Dachau ist einfach ein starker Gegner, das haben sie vor allem in der Schlussphase gezeigt.« Die 710 Zuschauer im Jakob-Schaumaier-Sportpark sahen in der ersten Halbzeit ein Spiel ohne große Höhepunkte. Der SBC, der auf den 13. Tabellenplatz zurückgefallen ist, hatte dabei aber durchaus mehr von der Partie. Allerdings leistete sich der Neuling viele Fehlpässe im Spielaufbau, aus denen der Gegner aber zunächst kein Kapital schlagen konnte. »Da waren wir noch unsicher vom letzten Spiel«, erklärte Gawron die ungewöhnliche Schwäche seiner Elf. Aber mit zunehmender Spieldauer habe sein Team mehr und mehr Sicherheit reinbekommen. »Wir waren bemüht und wollten auf Sieg spielen«, fügte er hinzu.

Chancen waren dabei aber auf beiden Seiten Mangelware. Lediglich einige Distanzschüsse sorgten für Gefahr. Die Gäste, die sehr clever und abgezockt spielten, hatten deren drei durch Maximilian Bergner (2.) und Lukas Schmitt (18. und 44.). Auch Traunsteins Andre Köppl probierte es einfach mal aus der zweiten Reihe (22.).

Auch nach dem Wechsel gab’s zu Beginn kaum Strafraumszenen. Die Gäste ließen die Traunsteiner anrennen, doch spätestens am Sechzehner war Schluss. Aus dem Nichts fiel dann in der 68. Minute die Dachauer Führung. Eine schnelle Kombination und ein individueller Fehler in der Traunsteiner Hintermannschaft brachten Philipp Schmidt plötzlich in eine aussichtsreiche Situation, und der ließ sich nicht zweimal bitten und lupfte den Ball über Ndiaye ins Netz. »Da waren wir einmal unkonzentriert«, ärgerte sich Gawron über den Gegentreffer. »Das war ein abgezocktes Tor.«

Die Traunsteiner wirkten geschockt und schafften es auch weiterhin nicht, offensiv Akzente zu setzen. Lediglich ein erneuter Schuss von Köppl aus der zweiten Reihe brachte Gefahr, doch Dachaus Tormann Artem Bykanov hatte den Ball im Nachfassen. Dann nahm das Unheil für die Heimelf ihren Lauf. Ndiaye musste in höchster Not weit vor seinem Tor gegen den kurz zuvor eingewechselten Pirmin Lechthaler klären. Der Befreiungsschlag flog genau vor die Füße von Dimitrios Papadopoulos, der aus rund 30 Meter halbrechter Position aufs Tor abzog und der Ball senkte sich genau in den Kasten (78.). Ndiaye fiel beim Rettungsversuch dabei so unglücklich mit dem Knie auf die hintere Aluminiumstange im Tor, dass er raus musste.

Ersatztorwart Cameron Frost kassiert noch zwei Gegentore

Nach diesem Nackenschlag ging bei der Heimelf nichts mehr. Die Dachauer konnten schalten und walten, wie sie wollten – und nutzten das auch eiskalt aus. SBC-Ersatztormann Cameron Frost musste gar noch zweimal hinter sich greifen. Maximilian Bergner (88.) und der eingewechselte Dennis Bergmann (90.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Unter Gawron gab’s für den SBC übrigens bisher noch nie drei Pflichtspielniederlagen in Folge. »Ja, das ist eine neue Erfahrung für uns«, sagte Gawron. »Im Fußball gibt es einfach immer Höhen und Tiefen.« Geht’s nach ihm soll’s möglichst bald wieder ein Hoch geben. Immerhin kommt Stephan Mauerkirchner wohl nächstes Wochenende zurück. Dann dürfte zumindest offensiv wieder mehr gehen. Und defensiv muss man hoffen, dass Ndiaye nicht lange ausfallen wird. SB