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Das »Sprungbrett« zum Weltcup nutzen

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In der vergangenen Saison erkämpfte sie sich durch starke Leistungen im IBU-Cup einen Einsatz beim Weltcup in Ruhpolding: Karolin Horchler (vorn) vom heimischen Stützpunkt. (Foto: Wukits)

Das wird gleich eine richtige Herausforderung: Mit dem IBU-Cup in Beitostölen (Norwegen) geht es ab diesem Freitag für die deutschen Biathleten erstmals zur Sache. Der Inzeller Remo Krug, der das Team betreut, hat dabei je sechs Damen und Herren in seinem Aufgebot, davon zahlreiche Sportler aus dem Stützpunkt Ruhpolding.


Vor allem für die Männer geht es um viel: »Die zwei insgesamt Besten aus den Sprints am Freitag und Samstag bekommen einen Platz für den Weltcup in Östersund«, so Krug. In Schweden werden zwar bereits an diesem Sonntag die Mixed- und die Single-Mixed-Staffel ausgetragen, richtig »rund« geht es jedoch erst am Mittwoch (Einzellauf Damen) und Donnerstag (Einzellauf Herren).

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Ein hoffnungsvoller Kandidat für den Sprung in den Weltcup-Kader wäre Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl) gewesen. Doch der 25-Jährige hat sich (wie bereits berichtet) verletzt. »Das ist im Training passiert – beim ganz normalen Langlaufen. Der Sturz sah gar nicht so schlimm aus, aber er ist sehr unglücklich auf die Schulter gefallen«, bedauert Remo Krug das Pech des Tüßlingers.

Dennoch ist er sich sicher, dass seine Mannschaft durchaus schlagkräftig ist. »Die Vorbereitung verlief sehr gut. Wir hatten in Davos auf einer 4-Kilometer-Runde gute Bedingungen.« Dort war der Aufenthalt relativ kurz, in Lenzerheide wurde dann sogar zehn Tage an der Form gearbeitet, »und auch dort konnten wir uns gut vorbereiten«, freut sich der Inzeller.

In Lenzerheide wurde auch der Kampf um die Plätze im IBU-Cup ausgetragen. Bei den Damen waren Nadine Horchler (SC Willingen), Katrin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld/Stützpunkt) und Luise Kummer (SVE Frankenhain) bereits gesetzt. Die restlichen drei Plätze errangen Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Annika Knoll (SC Friedenweiler/beide Stützpunkt) und Marie Heinrich (Großbreitenbacher SV).

Bei den Herren waren Daniel Böhm (SC Buntenbock), Florian Graf (WSV Eppenschlag/Stützpunkt) und Matthias Bischl (SV Söchering) gesetzt. Die Qualifikation schafften die drei Stützpunkt-Athleten Matthias Dorfer (SV Marzoll), Roman Rees (SV Schauinsland) und Lukas Rombach (SC Wehr).

Mit der Form seiner Mannschaft ist Krug derzeit zufrieden. Durchaus beeindruckt hat ihn dabei auch Biathlon-Neueinsteigerin Denise Herrmann: Die 27-Jährige »hat beim Schießen im Training schon eine Trefferquote von 90 Prozent. Im Sprint-Wettkampf hatte sie bei beiden Anschlägen je einen Fehlschuss, das sind immer noch 80 Prozent«, zeigt er sich von Herrmanns Schießleistungen angetan. Die ehemalige Langläuferin hatte beide Qualifikations-Sprints gewonnen. »Ich bin schon recht optimistisch. Man sollte aber auch nicht gleich zu viel von ihr erwarten, auch wenn sie sich im Schießen gut entwickelt hat – und läuferisch ist sie ja ohnehin stark.«

Doch stark schätze er sein ganzes Team ein, das in Norwegen antritt. »Alle sind gesund und gut drauf. Wir wollen schon die Podestplätze angreifen«, erklärt Krug offen. Doch ihm ist auch bewusst: »Gerade bei diesem ersten IBU-Cup der Saison bestreiten auch andere Nationen ihre internen Weltcup-Qualifikationen, das heißt das Feld wird enorm stark sein«, dämpft er die Erwartungen.

Doch auf der »schönen Anlage mit anspruchsvollen Strecken« gilt es dennoch, sich gut zu positionieren. Schließlich gilt es nicht nur, sich im Hinblick auf Östersund gut in Form zu zeigen, sondern ganz allgemein, sich durch starke Leistungen im IBU-Cup für das Weltcup-Team anzubieten. Gut möglich also, dass einige Athleten aus Krugs Auswahl von Beitostölen sogar bei ihrem Heim-Weltcup (10. bis 15. Januar 2017) in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena zu sehen sind. who