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Sepp Rieder ist neuer Vorsitzender der Inzeller SPD

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Die SPD Inzell hat einen neuen Vorstand. Unser Bild zeigt von links Kreisvorsitzenden Dirk Reichenau, Ortsvorsitzenden Sepp Rieder, Stellvertretende Vorsitzende Claudia Doppler, Schriftführer Wilfried Hess, Schatzmeisterin Ursula Schreiber, Stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser und Beisitzer Dr. Markus Schwahn.

Inzell. Etwas Wehmut lag in der Luft, als Heinrich Huber bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Inzell erklärte: »Das war's! Ich will mein Amt in die Hände anderer übergeben!« 33 Jahre stand Huber dem Ortsverband vor. In der vom SPD-Kreisvorsitzenden Dirk Reichenau geleiteten Wahl wurde der Fraktionssprecher der SPD im Gemeinderat, Sepp Rieder, einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterin ist Claudia Doppler, die genauso einstimmig gewählt wurde wie die weiteren Vorstandmitglieder: Ursula Schreiber (Schatzmeisterin), Wilfried Hess (Schriftführer und Öffentlichkeitsarbeit), Dr. Markus Schwahn sowie Heinrich Huber (beide Beisitzer).


Von Fehlern und positiven Signalen

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Vor den Wahlen stand jedoch viel Politisches. Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser ging auf die Kreispolitik ein. »Zu der guten Entwicklung des Landkreises Traunstein in den letzten Jahren«, so Konhäuser, »hat auch die SPD beigetragen«. Als Beispiele für diese positive Entwicklung des Landkreises nannte er die niedrigste Gesamtarbeitslosigkeit aller Kreise in Bayern, die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, die Steigerung der Finanzkraft des Kreises um 17 Millionen Euro, hohe Investitionen in die Schulpolitik und Erfolge bei der Gesundheitspolitik. Kurz streifte er die Insolvenz des Tourismus-Verbandes Oberbayern: »Da gibt es nichts zu beschönigen, da sind Fehler passiert, aber das ändert nichts daran, dass wir einen solchen Verband für den Tourismus brauchen!«

»Ein positives Signal« nannte SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau den Neuaufbruch in Inzell. Die bevorstehenden Wahlen, insbesondere die Landtagswahl in Bayern, sieht Reichenau als große Herausforderung für die SPD, »gibt es doch grundlegende Unterschiede zu der derzeitigen Landesregierung«. Er nannte das Elterngeld, die Schulpolitik, die Finanzpolitik, die Frage des Umganges mit den Banken und Märkten sowie die Bewältigung der Energiewende. »Unerträglich ist es, dass auf dem Lande Schulen zunehmend leer stehen«, so Reichenau. Grund sei eine Schulideologie, die am dreigliedrigen Schulsystem festhalte. »Wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen«, begründete Reichenau seine Forderung nach Gemeinschaftsschulen, die besonders im ländlichen Raum Vorteile hätten.

Der Inzeller SPD-Fraktionssprecher Sepp Rieder beleuchtete die wichtigsten Inzeller Fragen. »Im Tourismus geht es wieder aufwärts«, freute er sich, »das ist Folge mehrerer positiver Entscheidungen im Gemeinderat.« Als Beispiele nannte er den Moorerlebnispfad, den Eishallenneubau, den neuen Campingplatz sowie den Fußballgolf.

Mit der Eishalle habe sich Inzell als Veranstalter großer Eisschnelllaufveranstaltungen dauerhaft etabliert, die Welt sei regelmäßig zu Gast in Inzell. In diesem Zusammenhang lobte er den Stadionchef Hubert Graf, der unermüdlich für den Eisschnelllauf im Einsatz sei. Nicht zufrieden zeigte sich Sepp Rieder mit der Vermarktung der Eishalle außerhalb des Eisschnelllaufes, »hier müssen wir noch daran arbeiten. Das bisherige Vermarktungskonzept ist gescheitert.« Ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Inzeller Bürger sei die Wasserversorgung. »Unser Wasser kommt künftig aus Ruhpolding und das schon Anfang 2013«, so Rieder, der die gute Zusammenarbeit mit den Ruhpoldingern lobte.

»Auf dem Fundament von Brandt und Schmidt aufbauen«

Rieder hob hervor, dass die Entscheidungen im Inzeller Gemeinderat in aller Regel parteiübergreifend gefasst wurden. »Gemeindepolitik wird in kleineren Gemeinden wie Inzell von Persönlichkeiten und nicht von Parteien geprägt.«

Als erste »offizielle Amtshandlung« nach seiner Wahl zum Vorsitzenden ehrte Rieder gemeinsam mit seinem Vorgänger Heinrich Huber, Kreisvorsitzenden Reichenau und Sepp Konhäuser langjährige SPD-Mitglieder: Ursula Schreiber und Franz Eicher für 40 Jahre sowie Ludwig Wieser für 25 Jahre. An die langjährigen Mitglieder gewandt meinte Kreisvorsitzender Reichenau: »Ihr seid zu einer Zeit in die SPD eingetreten, als diese von Namen wie Willy Brandt und Helmut Schmidt geprägt wurden; jetzt liegt es an uns, auf diesem Fundament aufzubauen«.