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Landwirtschaftliche Bildung ist nach wie vor gefragt

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Traunreut. Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) Traunstein erfreut sich kontinuierlichen Zuwachses und organisiert jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen zur Weiterbildung der Mitglieder. 2013 fanden 33 Veranstaltungen statt, bei denen rund 2700 Teilnehmer gezählt wurden.


Dem VLF gehören aktuell 1769 Männer und Frauen an, das bedeutet eine Steigerung von 26 zum Vorjahr. Der Verband Traunstein ist damit der zweitstärkste in Oberbayern. Weil Traunstein Schulstandort ist, kommen jedes Jahr neue Absolventen als Mitglieder dazu.

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Zahlreiche Vorträge und Informationsveranstaltungen

Geschäftsführer Johann Kölbl berichtete von jeder Menge Vorträgen und Informationsveranstaltungen im vergangenen Jahr. Darunter waren der jährliche Pflanzenbautag, der Milchviehtag, die Unternehmerschulung oder die Bäuerinnen-Fachtagung, die allesamt sehr gut besucht waren. Besichtigungen, Lehrgänge, eine Austragler-Lehrfahrt, der Ehemaligentreff, eine gemeinsame Almwanderung und vieles mehr fanden zudem statt. Auch auf der Truna war der VLF vertreten.

Die Nachfrage nach Berufen in der Landwirtschaft besteht offenbar nach wie vor. Derzeit sind laut Kölbl in Traunstein 19 Studierende im 1. Semester und 15 im 3. Semester. In der Hauswirtschaft sind 17 junge Damen in Ausbildung, für das Praxisjahr liegen 31 Anmeldungen vor. Auch die Klassen der staatlichen Berufsschule sind voll, besonders großen Andrang gibt es an der Akademie für Land- und Almwirtschaft. Der laufende Kurs ist mit 29 Teilnehmern voll und für das Semester 2014/15 liegen bereits 62 Voranmeldungen vor, von denen aber nur rund die Hälfte angenommen werden kann.

Überschuss von mehr als 3600 Euro erwirtschaftet

Andrea Mayer vermeldete einen Überschuss von 3667 Euro. Derzeit sind die Konten sehr gut gefüllt, da 2013 Mitgliedsbeiträge von über 34 000 Euro erhoben wurden. Das Geld muss aber auch eine Weile reichen, da der Einzug nur alle zwei Jahre erfolgt.

Erst vor einem Jahr war Johann Englschallinger zum Vorsitzenden gewählt worden. Johann Kölbl ist auch erst seit einem Jahr Geschäftsführer. Der Vorsitzende fasste zusammen: »Unser erstes Jahr hat keine allzu großen Umbrüche gebracht. Wir sind die Sache voller Elan angegangen, haben wie immer viele Veranstaltungen organisiert und arbeiten hervorragend zusammen.« Er forderte die Mitglieder auf, Themen zu nennen, über die Vorträge oder zu denen Schulungen erwünscht wären.

Englschallinger informierte weiter, dass der VLF nun mit Dr. Isabell Schneeweis-Fleischmann eine Bildungsreferentin hat, die die Öffentlichkeitsarbeit forcieren wolle. Er verwies noch auf zwei Termine: eine Lehrfahrt nach Straßwalchen zum Thema »Heutrocknung« am 25. Februar und die Bäuerinnen-Fachtagung am 27. Februar.

In seinem Grußwort sagte der Stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, mit 1534 Quadratkilometer Fläche sei Traunstein der zweitgrößte Landkreis in Bayern. »Rund 47 Prozent dieser Fläche werden landwirtschaftlich genutzt und es kommen noch 300 Quadratkilometer oder rund 20 Prozent der Gesamtfläche als Naturschutzflächen hinzu«. Landwirtschaften seien wichtig für die Qualität der Lebensmittel und entscheidend für die Lebensqualität durch Sicherung gesunder Nahrungsmittel. Er würde sich wünschen, dass künftig auch Ausgleichsflächen für Energienutzung mit einbezogen werden, um die immer stärker werdende Flächenkonkurrenz zu entspannen.

Von großer Bedeutung für Landschaft und Tourismus

Bürgermeister Franz Parzinger lobte das umfangreiche Programm des VLF und hob die hohen Anforderungen hervor, die heute an einen Landwirt gestellt würden. Besonders für die Landschaft und den Tourismus sei die Arbeit der Bauern von großer Bedeutung, da sie dafür sorgen, dass »alles schön grün« ist und gut in Schuss.

Über ihre Meisterprojekte berichteten im Rahmen der Versammlung Magdalena Haßlberger und Johannes Wimmer. Die Hauswirtschaftsmeisterin aus Reit im Winkl hatte als Meisterarbeit ein Pauschalangebot für Gäste am elterlichen Betrieb erarbeitet, um die Auslastung in der Nebensaison zu verbessern. Sie erstellte ein Angebot für Familien mit Kindern, die Urlaub auf dem Bauernhof machen.

Neben anderen kleinen Schmankerln bot sie einmal wöchentlich einen »elternfreien Nachmittag« unter dem Titel »von der Milch zum Käse« an, bei dem sie den Kindern mit Spiel und Spaß das Leben auf einem Bauernhof sowie die Herstellung von Käse zeigte und ihnen gleichzeitig mehr Wertschätzung für Lebensmittel vermittelte. Ihr Projekt kam so gut an, dass künftig die Eltern mit einbezogen werden sollen, um auch ihnen mehr Informationen zu geben.

Johannes Wimmer aus Grabenstätt hatte als Meisterprojekt die Sanierung von Grünflächen gewählt. Seine Erfahrungen aus dem Projekt, bei dem er auf zehn Parzellen unterschiedliches Saatgut und verschiedene Düngearten ausprobierte, waren durchwegs positiv. Für ihn steht fest: »Es steckt noch großes Potenzial in den Grünflächen, das man nur rausholen muss.«Damit könnte die Menge an eigenem Futter für das Milchvieh und letztlich auch die Qualität der Milch erheblich verbessert werden. Auf Wimmers Hof wurde in den letzten Jahren die Zahl der Kühe kontinuierlich erhöht auf aktuell 126, auch die Grünlandintensivierung wurde nicht zuletzt durch sein Meisterprojekt stetig vorangetrieben. mix