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Hotel mit Reiterhof entsteht in Reit im Winkl

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Auf der Fläche des derzeitigen Reitplatzes beim Birkenhof an der Birnbacher Straße soll das neue Hotel mit Gaststätte errichtet werden. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Der Birkenhof an der Birnbacher Straße soll durch die Errichtung eines Landgasthofs mit Hotel erweitert werden.


Vor-aussetzung dafür ist die Aufstellung des Bebauungsplans »Sondergebiet – Hotel mit Reiterhof« und die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Birnbacher Straße. Der Reit im Winkler Gemeinderat wägte jetzt die hierzu eingegangenen Einwendungen im Rahmen der erfolgten frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung ab und billigte die entsprechend überarbeiteten Entwürfe.

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Der bestehende Reiterhof mit 18 Pferden und Vermietungsbetrieb verfügt derzeit über fünf Ferienwohnungen und zwei Doppelzimmer mit insgesamt 26 Betten. Der Neubau ist im Bereich des derzeitigen Reitplatzes vorgesehen, der seinerseits südlich des Birkenhofs und des Stallgebäudes neu erstellt werden soll. Konkret geplant ist ein Gebäude im alpenländischen Stil mit Keller-, Erd- und zwei Obergeschoßen, wobei das Untergeschoß teilweise freigelegt sein soll. In dieser Zone sollen vorrangig der Wellnessbereich und vier Personalzimmer angeordnet sein.

48 Betten sind vorgesehen

Im Erdgeschoß sind im Westen die Gaststätte mit vorgelagerter Aussichtsterrasse, im Osten die Küche sowie eine Betriebsleiterwohnung angeordnet. In den Obergeschoßen sind die Gästezimmer und -appartements vorgesehen, die insgesamt etwa 48 Betten umfassen sollen.

Auf die Anregung vom Bund Naturschutz Traunstein wurde in der Sitzung der Bebauungsplan mit dem Hinweis ergänzt, dass zum Schutz nachtaktiver Tiere bei den Leuchtmitteln Zeitschaltuhren, Dämmungsschalter oder Bewegungsmelder einzubauen sind.

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hatte gefordert, dass bei einem Eingriff in das Grundwasser im Vorfeld die entsprechenden Genehmigungen einzuholen sind und dauerhafte Grundwasserabsenkungen nicht vorgenommen werden dürfen. Der Gemeinderat beschloss dazu, den Umweltbericht zum Bebauungsplan entsprechend abzuändern. Ebenfalls auf Anregung des Amts wird der Hinweis aufgenommen, dass bei der weiteren Planung eigenverantwortlich Vorkehrungen zur Schadensregulierung und Schutzmaßnahmen von Personenschäden bei Starkniederschlägen erfolgen sollen.

Ein Doppelzimmer muss rollstuhlgerecht sein

Vom Behindertenbeauftragten der Gemeinde Reit im Winkl, Georg Weber, lag der Hinweis vor, dass nach den gesetzlichen Bestimmungen wenigstens zehn Prozent der Gastbetten als barriefefreie Beherbergungsräume zu errichten sind, davon mindestens ein Doppelzimmer als rollstuhlgerecht. Somit wurde der Bebauungsplan um den textlichen Hinweis erweitert, dass die Vorschriften über barrierefreies Bauen einzuhalten sind.

Die Regierung von Oberbayern empfiehlt, privatrechtliche Sicherungen der Beherbergungsnutzung zu treffen. Der Gemeinderat trug dem Rechnung durch den Beschluss, dass eine dingliche Sicherung der Wohnungen per Dienstbarkeit für den Fremdenverkehr vorzunehmen ist.

Eine dingliche Sicherung ist auch bezüglich der Errichtung einer Trafostation auf dem Geltungsbereich des Bebauungsplans wegen des zu erwartenden höheren Strombedarfs vorzunehmen; die Bayernwerk AG hatte hierzu eine Stellungnahme abgegeben.

Gemäß einem Hinweis der Unteren Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt Traunstein wurde im Bebauungsplan die Höhenlage des Hotels und des Reitplatzes festgesetzt. Sie beträgt 753 beziehungsweise 748 Meter über dem Meeresspiegel. Weiter aufgenommen wurde die Anweisung, dass die Verkehrsflächen in einer landschaftsschonenden Art und Weise versehen werden, beispielsweise dadurch, dass die Stellplätze aus versickerungsfähigen Materialien herzustellen sind.

Die Stellungnahmen auf Flächennutzungsplanebene betrafen im Wesentlichen dieselben Punkte wie die beim Bebauungsplan. Bei einigen zusätzlichen sah der Gemeinderat eine Planänderung jeweils als nicht veranlasst. Lediglich die Fläche für die erwähnte Trafostation wurde in die Flächennutzungsplanänderung mit aufgenommen.

Nach Erledigung der einzelnen Punkte beschloss der Gemeinderat, den in dieser Sitzung überarbeiteten Entwurf zu billigen. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, sowohl beim Bebauungsplan als auch beim Flächennutzungsplan die öffentliche Auslegung und die Behördenbeteiligung durchzuführen. sh