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Der Ortsverein Traunstein ehrte mehrere Genossen, die schon seit einigen Jahrzehnten Mitglied der SPD sind. Auf unserem Foto sind zu sehen: (von links) Monika Stockinger, Sprecherin des Ortsvereins, Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler, Altoberbürgermeister Christian Kegel, Sprecher des Ortsvereins, Volkmar Niedergesäß (50 Jahre Mitglied), Siegfried Blach (60 Jahre Mitglied), Altoberbürgermeister Fritz Stahl, Josef Tschoner (50 Jahre Mitglied) und SPD-Kreisvorsitzender Sepp Parzinger. (Foto: Pültz)

»Teil der demokratischen Stadtgeschichte«: Traunsteiner SPD feierte 130-jähriges Bestehen

Traunstein – Mit einem Jubiläumsabend im Bräustüberl am Stadtplatz hat der Ortsverein Traunstein der SPD seinen 130. Geburtstag gefeiert. In seiner Festrede betonte Altoberbürgermeister Fritz Stahl, dass 130 Jahre SPD in Traunstein ein »wichtiger Bestandteil der demokratischen Stadtgeschichte« seien. Neben dem Geburtstag widmeten sich die Genossen an diesem Abend auch noch anderen Aufgaben: Sie wählten Delegierte – und sie ehrten vor allem Mitglieder, die der SPD schon seit vielen Jahrzehnten die Treue halten. 


Bereits zum 100. Geburtstag hatte der Ortsverein eine Chronik herausgegeben. Jetzt, 30 Jahre später, veröffentlichte er eine Fortschreibung. Das neue Werk stand im Mittelpunkt des Jubiläumsabends. Die vergangenen drei Jahrzehnte seien aus Sicht des Ortsvereins eine »Zeit großer Erfolge, aber auch von Rückschlägen und Niederlagen gewesen«, schrieben Monika Stockinger und Christian Kegel, die beiden Vorsitzenden, zum Geleit. Herausragend sei insbesondere gewesen, dass die SPD mit Fritz Stahl erstmals überhaupt und mit Christian Kegel dann nochmals einen Oberbürgermeister in Traunstein gestellt habe.

»Was bestehen will, das muss sich wandeln«, gab Fritz Stahl in seiner Festrede dem SPD-Ortsverein auf seinen weiteren Weg. Der Wandel dürfe aber keinesfalls die Grundfesten erschüttern. »Als Reformpartei muss die SPD dabei sein, wenn es um Neuordnungen geht.« Sie sei aufgerufen, dafür Sorge zu tragen, dass es ein ausgewogenes Verhältnis in Traunstein gibt, dass es sozial und demokratisch bleibt. »Zu diesem andauernden Prozess brauchen wir sozialdemokratisch sympathisierende Freunde und kritische Begleiter und müssen anderen Freunde und kritische Begleiter sein: Gewerkschaften und Kirchen, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen.«

Stahl mahnte, keinen Stillstand eintreten zu lassen und sich nicht bequem auf den Bänken früherer oder gegenwärtiger Erfolge auszuruhen. Die Suche nach dem sozialen und ökologischen Ausgleich habe »immer wieder neu zu erfolgen«. Als selbstverständlich müsse anerkannt sein, »dass diejenigen, die mehr im Kreuz haben, auch mehr tragen, dass die, die im Lichte stehen, dafür sorgen, dass die im Dunkeln nicht vergessen werden«.

»Wir in Traunstein, Bayern und Deutschland sind nicht allein auf der Welt«, betonte der Altoberbürgermeister. Allein schon die Mitmenschlichkeit verlange, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Darüber hinaus sei es von »existenzieller Klugheit«, die Internationalität bewusst zu pflegen. Stahl unterstrich: »Abschotten, anderes nicht gelten zu lassen, ist ebenso falsch wie alles mitzumachen.«

Die Genossen in Traunstein wählten acht Delegierte, die dann am 16. September in Traunstein im Sailer-Keller mit dabei sind, wenn's darum geht, Kandidaten für den Landtag und Bezirkstag aufzustellen. Den Ortsverein vertreten, wie die 23 Wahlberechtigten bestimmten: Bertold Carl Ammer, Mergim Behrami, Ingrid Bödeker, Dr. Christine Frese, Sepp Hinterschnaiter, Christian Kegel, Dr. Bärbel Kofler und Edith Teichreber.

SPD-Kreisvorsitzender Sepp Parzinger sagte, dass Traunstein der älteste Ortsverein im Kreisverband sei. Keine Partei habe Traunstein in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie die SPD. Parzinger sah die Aufgabe der Genossen insbesondere darin, sich für gute Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen und für einen starken Gesundheits- und Pflegesektor einzusetzen.

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler meinte, dass viele in der Vergangenheit erzielten Fortschritte in Traunstein – in Bereichen, die von der Barrierefreiheit über die Architektur bis hin zum sozialen Miteinander reichen – »maßgeblich das Werk sozialdemokratischer Oberbürgermeister« gewesen seien. Bundeskanzler Olaf Scholz sei nicht aufgeregt und zappelig, sondern vielmehr ruhig und sachlich. Scholz schaue darauf, den Frieden so weit wie möglich zu erhalten. Russland führe einen »brutalen Angriffskrieg« gegen die Ukraine. Deutschland helfe so gut wie möglich. Doch neben Waffenlieferungen müsse man vor allem auch auf die Diplomatie setzen.

Langjährige Mitglieder geehrt

Altoberbürgermeister Christian Kegel – er und Monika Stockinger sind die beiden Sprecher des Ortsve-reins – ehrte eine Reihe von treuen Mitgliedern. Volkmar Niedergesäß und Josef Tschoner halten der SPD bereits seit 50 Jahren die Treue, Siegfried Blach sogar schon seit sechs Jahrzehnten.

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