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Landkreis bekommt ehrenamtlichen Volksmusikpfleger

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Landkreis Traunstein bekommt ehrenamtlichen Volksmusikpfleger
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Landrat Siegfried Walch (links) freut sich, dass nun ein ehrenamtlicher Volksmusik- pfleger an seiner Seite steht. Das Amt übernimmt Markus Gromes.

Traunstein – Wer künftig in Sachen Volksmusik Hilfe braucht, der kann sich an Markus Gromes wenden: Der 26-Jährige ist ab 1. Januar ehrenamtlicher Volksmusikpfleger im Landkreis Traunstein. Einstimmig hat der Ausschuss für Kultur, Heimatpflege und Bildungswesen des Kreistags am Dienstag beschlossen, ihm dieses neue Amt zu übertragen.


Der 26-Jährige wohnt in Ringham in der Gemeinde Petting. Die Pflege der Volksmusik ist ihm eine Herzensangelegenheit. Er leitet die Musikschule in Inzell, als Gaumusikwart des Gauverbands I ist er in den Kreisen der Trachtler in Amt und Würden.

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Die Volksmusikszene sei im Landkreis Traunstein »sehr lebendig«, betonte Landrat Siegfried Walch (CSU). Sie sei die Basis, auf der viel entsteht. Die Volksmusik besitze im Landkreis eine »sehr große Bedeutung«, ohne sie wären zahlreiche Veranstaltungen nicht vorstellbar. Sie stifte Identität, so der Landrat.

Aus gutem Grund, so Walch weiter, bestelle der Landkreis nun einen ehrenamtlichen Volksmusikpfleger. Er erhalte die Aufgabe, »ein bisschen Unterstützung« zu geben.

Gromes brach eine Lanze dafür, die Volksmusik weiterhin zu erhalten und zu pflegen. Der Nachbarlandkreis Berchtesgadener Land verfüge mit Hans Auer bereits über einen Ansprechpartner. Und Gromes sah auch Handlungsbedarf im Landkreis Traunstein. Zwar sei die Volksmusik in vielen Teilen des Gebiets gut gepflegt, manche Bereiche aber – er nannte den Norden – seien eine »Grauzone«. Vielleicht könne man dort mit Schulungs- und Beratungsangeboten ansetzen.

Die Gesamtkosten für den Volksmusikpfleger und seine Arbeit schlagen mit 10.000 Euro im Jahr zu Buche. Inbegriffen ist eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 450 Euro und ein Budget, über das der ehrenamtliche Helfer verfügen kann. Der Landkreis billigt ihm diesen Etat zu, um ihm einen Spielraum für seine Tätigkeit zu geben – nicht dass er dann für jede 100 Euro, die er für die Unterstützung von Aktivitäten ausgeben will, jedes Mal um eine Genehmigung anfragen muss.

Die Berufung stieß im Ausschuss auf große Zustimmung. Dr. Thomas Graf (ÖDP) sprach von einer »ausgezeichneten Idee«. Auf seine Frage, wie denn die Zusammenarbeit mit dem Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern ausschauen wird, sagte Gromes, dass er mit Ernst Schusser bereits in Kontakt stehe – und dass er diese Zusammenarbeit fortführen und ausbauen wolle. Schließlich sei die Förderung der Volksmusik auch und gerade eine überregionale Aufgabe.

Auch Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika begrüßte den Ansatz, landkreisübergreifend zusammenzuarbeiten. Die Bereitschaft, an einem Strang zu ziehen, sei groß. Soika: »Wir rennen offene Türen ein.«

Claus Pichler (SPD), der Bürgermeister von Ruhpolding, sagte, schon die Idee, einen Volksmusikpfleger im Landkreis zu bestellen, sei gut, noch besser aber die Besetzung. Annemarie Funke (CSU) sprach von einer »tollen Idee«, auch und gerade, wenn der Volksmusikpfleger die Zusammenarbeit im Bezirk suche.

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