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»Ich bin im Herzen ein Traunsteiner«

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Traunstein: Richard Kraft vom Förderverein Alt-Traunstein bekommt Ehrenmedaille der Stadt
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Richard Kraft, der Vorsitzende des Fördervereins Alt-Traunstein, bekommt die Ehrenmedaille der Stadt Traunstein. (Foto: Richard Scheuerecker)

Traunstein – Die Ehrenmedaille der Stadt Traunstein erhält nicht nur Imke von Keisenberg, sondern auch Richard Kraft. Oberbürgermeister Christian Kegel teilte dem Traunsteiner Tagblatt mit, dass der Stadtrat im Juli beschlossen habe, neben der Intendantin der Sommerkonzerte auch den Vorsitzenden des Fördervereins Alt-Traunstein für die Verdienste auszuzeichnen, die er sich um Traunstein erworben hat.


Für den 76-jährigen, gebürtigen Traunsteiner, der schon seit vielen Jahren im Ortsteil Aberg der Gemeinde Grabenstätt unmittelbar an der Grenze zur Kreisstadt wohnt, ist die Auszeichnung, wie er auf Anfrage sagte, eine große Freude. Die Verleihung der Medaille sei »keine alltägliche Ehrung«. Die Auszeichnung komme für ihn überraschend. Er habe sich ganz und gar »mit dem Salinenpark identifiziert«. Und in der Konzentration auf dieses Projekt habe er nicht daran gedacht, dass ihm eine Ehrung zuteil werden könnte.

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Der Stadtrat beschloss im Juli in nichtöffentlicher Sitzung, so die weiteren Angaben aus dem Rathaus, dass Richard Kraft »aufgrund seines jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagements für den Förderverein Alt-Traunstein und seines unermüdlichen Einsatzes zur Wiederherstellung, Bewahrung, Instandhaltung und Pflege der historischen Bauwerke in Traunstein« die Ehrenmedaille der Stadt Traunstein verliehen werde.

Kraft ist ein Gründungsmitglied des Fördervereins Alt-Traunstein, den er zusammen mit den anderen am 19. September 1983 aus der Taufe gehoben hat. In der Vereinigung übernahm er als Beirat sogleich Verantwortung. Im Jahr 2000 wählten ihn die Mitglieder zum Vereinsvorsitzenden.

Der gebürtige Traunsteiner war und ist die treibende Kraft für viele Projekte. Zu den erfolgreich abgeschlossenen Vorhaben zählen der Wiederaufbau des Jacklturms am Stadtplatz, die Sanierung des Löwentors oberhalb des Aubergs und die Renovierung des Obelisken im Stadtpark, der Nepomuk-Kapelle, der Patrona Bavariae, der Brunnen im Salinenviertel sowie der Blitzkapelle auf der Wartberghöhe. Und in jüngster Vergangenheit standen dann vor allem der Salinenpark in der Au und die Ausstellung über die Soleleitung Reichenhall-Traunstein im angrenzenden Ferdinandi-Stock im Brennpunkt. Beide Projekte hat die Stadt zusammen mit dem Förderverein Alt-Traunstein verwirklicht.

Der 76-Jährige ist nach wie vor sehr eng mit seiner Heimatstadt verbunden. »Ich bin im Herzen ein Traunsteiner«, sagt er. Seine Wiege war einst in der Au gestanden, nur wenige Meter entfernt vom Salinenpark, den er nun mit aus der Taufe hob. In einem Haus an der Reiffenstuelstraße, die an der neuen Grünanlage vorbeiführt, wuchs er auf. Als Bub sei er immer, wie er erzählt, an den alten Arbeiterhäusern der Saline vorbeigegangen. Er habe den heutigen Stadtteil Au, der einst selbstständig und vom staatlichen Unternehmen zur Salzgewinnung geprägt war, schätzen und lieben gelernt. »Die Au war ein ehrliches Arbeiterviertel«, sagt der 76-Jährige. Dort sei niemand »überspannt« gewesen, sondern vielmehr »normal«. In der Au habe er seine Freunde gefunden.

Richard Kraft ergriff dann seinerzeit den Beruf des Dachdeckers. Die Meisterprüfung legte er ab, er ging in die Selbstständigkeit. 1966 gründete er eine Dachdeckerei, später kam dann noch eine Spenglerei hinzu. Mehrmals zog er um, den Betrieb verlegte er – und so ließ er sich schließlich in Aberg nieder. Mit 65 Jahren übergab er seinen Betrieb.

In der nächsten Zeit will sich Richard Kraft mit anderen zusammen darum bemühen, dass der Salinenpark, wie er weiter sagt, belebt wird. Und in dieser Zielsetzung könnte er sich etwa auch die Ausschreibung eines Kunstwettbewerbs vorstellen. Nötig sei ein Blickfänger, der auf den Salinenpark samt den dort ausgestellten beiden Objekten aufmerksam macht.

Imke von Keisenberg und Richard Kraft erhalten die Auszeichnungen in einer gemeinsamen Feierstunde. Die Stadt verleiht die Ehrenmedaillen nach Angaben aus dem Rathaus wahrscheinlich am 13. Dezember.