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»Ich habe mich in die Gegend hier verliebt«

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Aus der gleichen Region, aber mit unterschiedlichen Perspektiven: die heimischen Motorsportler (von links) Luca Grünwald, Christopher Haase und Benjamin Mazatis. (Foto: ADAC)

Das Geschehen bei drei heimischen Sportlern, die Diskussion über die Entwicklung verschiedener Rennserien und die Termine in dieser Saison – das waren die Themen beim Medientreffen des ADAC Südbayern im Restaurant Fischer am See (Prien). Bei den heimischen Sportlern Christopher Haase (Kirchanschöring), Benjamin Mazatis (Bruckmühl) und Luca Grünwald (Waldkraiburg) verlief die Saison bislang sehr unterschiedlich.


Am besten erwischte es dabei Christopher Haase. Der 28-Jährige ist heuer sowohl bei den Blancpain Series (Sprint und Endurance) sowie im ADAC GT Masters jeweils mit einem Audi R8 LMS unterwegs und konnte schon einige vordere Platzierungen einheimsen. Dazu kamen Einsätze bei Langstrecken-Klassikern. Während Haase dank seiner Erfolge inzwischen Profisportler ist, mussten seine Kollegen aus der Region zuletzt zurückstecken.

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Auszeichung von McLaren reicht nicht für Aufstieg

Benjamin Mazatis hatte im vergangenen Jahr in der Formel 4 durchaus überzeugt. Er war auf Rang 13 der Neulings-Wertung (Rookies) gelandet und war sogar von McLaren für hervorragende Leistungen als »Driver of Promise« geehrt worden. Doch das reichte nicht, um die nötigen Sponsorengelder für eine Saison in der Formel 3 aufzutreiben. Diese kostet rund 500 000 bis 600 000 Euro. Im Tourenwagensport – etwa in der VLN-Serie am Nürburgring – kostet so eine Einsatzzeit etwa 200 000 bis 300 000 Euro.

So machte der 18-jährige Bruckmühler aus der Not eine Tugend: Zuletzt konzentrierte er sich auf seine Abiturprüfungen und dürfte dabei gute bis sehr gute Noten erreicht haben. Sportlich galt dies ja für seine früheren Einsätze ebenfalls, und so setzt er zugleich nun alles daran, die notwendige Lizenz für die VLN-Serie zu machen. Dazu sind zahlreiche Tests nötig, zudem muss er eigens für die Nordschleife des Nürburgrings eine Lizenzprüfung bestehen. Dann kann es in der kommenden Saison wieder im Sport weitergehen.

Nicht viel besser sah es heuer für Luca Grünwald aus. Der 21-Jährige hatte unter anderem im Jahr 2012 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft in der Moto-3-Klasse den Titel geholt. Doch nach einer Saison in der Moto-3-WM im Jahr 2014 misslang im Jahr 2015 der Umstieg in die Superbike-IDM. Nicht nur der Wechsel von einer reinen Rennmaschine mit gut 55 PS auf ein seriennahes Motorrad mit 170 PS war nicht einfach. Ein Fußbruch kostete den jungen Sportler die Teilnahme am Großteil der Rennen, und so stand er zum Jahresbeginn 2016 ohne Einsatz-Aussicht da. Doch das Team Freudenberg – mit dem er unter anderem ja 2012 den Moto-3-Titel geholt hatte – gab ihm eine Chance: Er bekam für die ersten zwei IDM-Veranstaltungen die Chance, in der Superstock-1000-IDM einzusteigen.

»Es gibt Hoffnung für eine komplette Saison«

Und er nutzte diese Chance auf beeindruckende Art und Weise: In den ersten vier Rennen holte er zunächst einen zweiten Platz, dann drei Siege. So ist nun zumindest sein nächster Einsatz wieder gewiss: Auch am Lausitzring kann er an diesem Wochenende wieder antreten, »und es gibt jetzt Hoffnung, dass es für die ganze Saison reicht«, freut er sich.

Solche Sorgen hat Christopher Haase derzeit nicht. Der zweimalige Gewinner des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring (2012 und 2014) hatte 2006 mit dem Motorsport begonnen, 2007 gleich im damals erstmals ausgetragenen ADAC GT Masters den Titel geholt. Dafür war er aus seiner eigentlichen Heimat in Oberfranken nach Kirchanschöring gezogen. Dort »habe ich als Mechaniker gearbeitet – und dann am Wochenende als Rennfahrer des Teams mein Hobby ausgelebt.« Die Erfolge mit dem Kirchanschöringer Team führten dazu, dass er nun seit einigen Jahren als Profisportler unterwegs ist. Und »ich habe mich in die Gegend hier verliebt, besonders, seit ich nicht mehr nebenher als Mechaniker arbeite«, so Haase.

Im Winter arbeitet er hauptsächlich im Sportzentrum in Traunstein an seiner Fitness. Doch im Sommer gibt es zwischen den Rennen wenig Zeit. Daher steht vorwiegend das Regenerationstraining im Mittelpunkt, und »hier gibt es ideale Strecken für das Training mit dem Rennrad.« Zudem mache er zur Erholung auch Bergtouren, das gehe in der Region perfekt. Daher steht für ihn auch für die Zeit nach seiner Karriere schon jetzt fest: »Ich bleibe hier.« who