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Die »Arbeitsbiene« des FC Bayern

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Bernd Dürnberger absolvierte 375 Bundesligaspiele für den FC Bayern. (Foto: privat)

Er zählt zu den erfolgreichsten Fußballern der 1970er Jahre: Bernd Dürnberger aus Kirchanschöring war Mitglied der legendären Mannschaft des FC Bayern München, die dreimal hintereinander den Landesmeister-Cup gewann. Dürnberger absolvierte 375 Bundesligaspiele für die Bayern an der Seite von Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier.


Heute ist der 61-Jährige selbstständiger Unternehmer einer Firma, die Trikots für Sportartikelhersteller beflockt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dürnberger ist aus der Jugend des SV Kirchanschöring und des ESV Freilassing hervorgegangen. Dort spielte er unter anderem mit Hermann Lindner und Paul Breitner. Breitner folgte er 1972 zum FC Bayern München. 13 Jahre später beendete er seine Karriere und kehrte nach Kirchanschöring zurück.

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Noch heute besucht Dürnberger die Heimspiele des FC Bayern München; engen Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern pflegt er allerdings nicht mehr. »Man trifft sich im Stadion, bei Geburtstagsfeiern oder Golfturnieren«, erzähl der »Wipf«, wie er einst genannt wurde. Den Spitznamen bekam er von Gerd Müller verpasst. »Wahrscheinlich lag es daran, dass ich damals der Jüngste in der Mannschaft war und ein kleiner Wusler gewesen bin«, erinnert er sich.

Unlängst wurde Dürnberger der »Chiemgauer Panther« des Landkreises Traunstein für seine Verdienste um den Sport überreicht. Dabei überraschte Weltmeister Paul Breitner in seiner Laudatio mit einigen Schmankerln aus dem Leben Dürnbergers. »Er war ein begnadeter Schafkopfspieler und hat uns alle abgezogen«, erinnert sich Breitner und fügt hinzu: »Ich glaube, von dem gewonnenen Geld hat er sich sein Haus gebaut.«

Einmal in der Woche trifft sich Bernd Dürnberger immer noch zum Schafkopfen mit seinen Freunden. In seiner Karriere hat er viel erreicht, der Sprung in die Nationalmannschaft ist ihm indes verwehrt geblieben. Eine schwere Knieverletzung stoppte die hoffnungsvolle Karriere. Der damalige Bayerntrainer Dettmar Cramer opferte damals vier Wochen Urlaub, um seinen »Lieblingsschüler« wieder fit zu bekommen.

Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien hat Bernd Dürnberger natürlich ganz genau verfolgt. »Wir haben gut angefangen, danach waren es keine leichten Spiele. Durch die Umstellungen konnten wir uns steigern und haben uns den Titel verdient geholt«, bilanziert der 61-Jährige. Den 7:1-Sieg gegen Brasilien im Halbfinale bezeichnet er als ein »Spiel, das nur alle 100 Jahre vorkommt«: »Insgesamt war es ein hohes Niveau bei dieser WM«, sagt Dürnberger.

Allgemein sieht er die Entwicklung des Fußballs sehr positiv. »Die Technik ist besser, es wird schneller gespielt und die Raumaufteilung ist enger geworden.« Dürnberger selbst kickt wegen seiner Knieprobleme nicht mehr. Seinen jetzigen Status beschreibt er mit »Leben und leben lassen«. Ähnlich sieht es auch Ex-Mitspieler Paul Breitner: »Der Bernd war immer zuverlässig und ein ganz toller Mannschaftskollege. Vor allem seine Bescheidenheit hat vielen imponiert. Er hat sich nie in den Vordergrund gedrängt.« So legte Dürnberger im Mittelfeld des FC Bayern als »Arbeitsbiene« auch seine Spielweise an.

Auch nach seiner Fußballkarriere hat er nie das Rampenlicht gesucht. »Ich bin immer noch ein 'Roter' und drücke den Bayern die Daumen. Aber nicht als Ex-Spieler sondern eher als Fan«, betont er abschließend. SHu.