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Der SC Ruhpolding hat sein eigenes Wikipedia

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Helmut Müller (hinten, von links), Herbert Fritzenwenger senior und Alois Auer (vorne, von links) sowie Anton Plenk haben anlässlich des Jubiläums des SC Ruhpolding eine Festschrift herausgebracht und eine Ausstellung in der Alten Schule organisiert. (Foto: Steffi Fritzenwenger)

Zusammen sind sie 420 Jahre alt und was ihr Wissen über Wintersport in Ruhpolding betrifft, können sie es locker mit Wikipedia aufnehmen. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des SC Ruhpolding haben Alois Auer, Helmut Müller, Anton Plenk und Herbert Fritzenwenger senior nicht nur eine Festschrift unter dem Titel »Rückschau«, sondern auch eine sehenswerte Ausstellung auf die Beine gestellt. Unterstützt wurden sie dabei von Altbürgermeister Herbert Ohl, Hermann Weigand und Andreas Plenk.


Vieles in der Geschichte des SC Ruhpolding dreht sich um Biathlon. 1978 begann der Aufschwung der Sportart auf der Anlage am Zirmberg mit dem ersten Weltcup. Mit dabei war Helmut Müller als Schießstandchef. Der bald 80-Jährige war von Anfang an bei allen Wettkämpfen für den Schießstand verantwortlich, nach der WM 2012 hat er offiziell aufgehört. »Zuvor waren wir mit den Biathlon-Wettbewerben mit Start und Ziel an der Johannisbrücke und dem Schießstand an der Fuchsau«, erinnert sich Müller. Vor allem die Entwicklung der Scheiben und die Umstellung beim Schießen auf Kleinkaliber machte die Sportart von Jahr zu Jahr attraktiver. »Alleine die Auswertung der Schießergebnisse haben ewig gedauert«, weiß Müller. Noch bis in die 90er Jahre gab es bei den Wettkämpfen in der Chiemgau-Arena Zuschauerwanderungen vom Schießstand zu Start und Ziel am Funktionsgebäude.

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Maßgeblich beteiligt an der »Rückschau« war auch Alois Auer. Zusammen mit Hermann Weigand hat er zudem einen Kalender zusammengestellt. »Wir konnten uns aus einem großen Fundus bedienen«, erzählt der 84-Jährige. Er war einst Geschäftsleiter der Gemeinde und führte auch zwölf Jahre lang die Geschicke des SC Ruhpolding als Vorsitzender. Viel Arbeit und Mühe haben er und seine Mitstreiter in die Ausstellung, die am Montag in der Alten Schule eröffnet wird, investiert. »Da werden wir wohl bis zum letzten Drücker zu tun haben«, befürchtet Auer, der zusammen mit Helmut Müller auch für das Ruhpoldinger Heimatbuch verantwortlich zeigt.

Das bisher alles so gut gelungen ist, dafür ist Anton Plenk einer der Hauptverantwortlichen. In seinem Büro sind Kisten mit über 100 Schmalfilmen und Tausende von Fotos aus der Geschichte des SC Ruhpolding gelagert. Diese hat er von seinem Vater, dem Zimmerermeister Toni Plenk, übernommen. Dieser wurde 1923 zum Sportwart des Vereins berufen und füllte dieses Amt 40 Jahre aus. Doch auch der Sohn kann auf eine lange Zeit beim SCR zurückblicken. Der heute 88-jährige Ehrensportwart war von Anfang an beim Biathlon dabei – als Helfer, Starter oder Kampfrichter. Es gab kaum eine Position, die der Mann mit dem grauen Filzhut nicht ausfüllte. Plenk war auch einer der wichtigen Ideengeber beim Bau der Biathlonanlage und den Schanzen am Zirmberg.

Gleich bei drei Biathlon-Weltmeisterschaften ist Herbert Ohl OK-Chef gewesen. Der heute 88-Jährige ist stolz darauf, was in Ruhpolding geschaffen worden ist. Von 1959 bis 1966 war er Vorsitzender des Skiclubs. Als Bürgermeister war er von 1978 bis 1996 im Amt. In dieser Zeit fanden auch die Weltmeisterschaften 1979, 1985 und 1996 statt. »Das war die Zeit des Aufbruchs im Biathlon zur Wintersportart Nummer eins. Wir waren sehr viel international unterwegs und haben Ruhpolding weltweit bekannt gemacht«, freut sich Ohl zurückblickend.

Gerne im Hintergrund hält sich Herbert Fritzenwenger senior, der die Geschicke des Skiclubs als Geschäftsführer fest im Griff hat. »Ich mache das rund 40 Jahre ehrenamtlich«, sagt Fritzenwenger, der im Verein viele Funktionen bekleidet hat. Trotz seiner 80 Jahre ist er topfit, was die neuen Techniken und Medien betrifft. Er stellt die Auswertungen der Wettkämpfe zeitnah auf die Homepage des SC Ruhpolding. »Das alles geht heutzutage blitzschnell, früher haben wir dafür Stunden gebraucht.«

An seiner Seite ist dabei immer seine Frau Erika. Sie ist für die zahlreichen Kioske im Rahmen der Weltcups im Bereich der Chiemgau-Arena zuständig. »Ohne meine Erika wäre das alles hier nicht so machbar«, lobt Herbert Fritzenwenger das Engagement seiner Gattin. Und so bleibt zu hoffen, dass das Ruhpoldinger Wikipedia dem Skiclub noch viele Jahre erhalten bleibt. SHu

Öffnungszeiten der Ausstellung in der Alten Schule von 20. August bis 27. September: Donnerstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr; Sonntag von 11 bis 16 Uhr.

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