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Zwei neue Projekte für Flüchtlinge

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Ferdinand Wintergerst zeigt den Flüchtlingen in Kirchanschöring, was sie bei der Bearbeitung von Metall berücksichtigen müssen.

Kirchanschöring – 15 junge Männer aus Pakistan leben seit Oktober 2015 in Kirchanschöring, neu hinzugekommen ist neben einer Familie aus Nigeria noch eine Familie aus Afghanistan. Der Helferkreis Asyl Kirchanschöring stellte nun zwei Projekte vor: zum einen die »Metallwerkstatt« und zum andern der »Garten miteinander«.


Die Idee, eine Metallwerkstatt anzubieten, in der die Flüchtlinge die Grundlagen der Metallverarbeitung erlernen, hatte Ferdinand Wintergerst, ein Berufsschullehrer im Ruhestand. Er wandte sich mit seinem Vorschlag an das Projekt »Paten für Flüchtlinge« von Startklar und bald wurde das Ganze konkret. Franz Niedermayer, Gemeinderatsmitglied und Inhaber einer Firma, stellte seine Werkstatt gerne zur Verfügung. Nach einer Sicherheitseinweisung durch Ferdinand Wintergerst mithilfe von Dolmetscher Asif Ashiq konnte es losgehen.

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An zwei Tagen in der Woche lernen die jungen Männer nun in Kleingruppen die Grundlagen der Metallverarbeitung in der Werkstatt, Donnerstagnachmittag geht es in die Werkstatt zu Alois Mayer, dem Kirchanschöringer Künstler Aloisius von Tingeli nach Penesöd . Zurzeit wird ein Räucherstövchen gebaut. Es wird eifrig an der Werkbank gefeilt und gebohrt und dabei viel gelacht. Das Material wurde von der Asylhilfe der Erzdiözese München und Freising bezahlt. Pfarrreferent Josef Söldner hatte einen entsprechenden Antrag gestellt und erhielt 500 Euro für das Projekt des Helferkreises Asyl.

»Einen Garten miteinander zu bepflanzen und zu pflegen ist eine schöne Sache«, sagt Syntia Hasenöhrl. Sie ist Initiatorin des zweiten Projekts in Kirchanschöring. Wieder zögerte Franz Niedermayer nicht, seinen Bauerngarten und sogar eine Grünfläche daneben zur Verfügung zu stellen. Schnell fand sich eine Gruppe für den »Garten Miteinander« zusammen, neben Syntia Hasenöhrl sind dies Regina Reiter, Senta Kramer, Arved von der Ropp, Dr. Katrin Kurz-Hüller und die Bewohner der Hipflhamerstraße mit den Familien aus Nigeria und Afghanistan.

»In unserer Heimatregion Punjab wird Reis und Mango angebaut, es ist dort sehr heiß«, erzählte ein Flüchtling aus Pakistan. Im »Garten Miteinander« sollen nun Tomaten und Kartoffeln wachsen. Alle beschlossen, dass der Garten gemeinsam bepflanzt und gepflegt wird und niemand ein eigenes Beet hat. Auf dem weiteren Grundstück neben dem Garten wird Mais angebaut.

Regina Reiter, Landschaftsarchitektin in Kirchanschöring, erklärte den internationalen Gartlern, wie der Kompost gesiebt wird, was sie dann auch mit Feuereifer taten. Wer gerne mal vorbeischauen will, ist herzlich willkommen – sowohl in der Metallwerkstatt von Franz Niedermayer als auch im Garten an der Voglaicherstraße. fb