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Werkausschuss für Freibad-Sanierung in einem Aufwasch

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Sanierung des Traunreuter Freibads wird billiger
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Das Freibad in Traunreut ist bei Familien im Sommer sehr beliebt. Bis Ende 2020 soll es saniert werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die weitere Sanierung des Franz-Haberlander-Freibads soll aus technischer und wirtschaftlicher Notwendigkeit in einem Aufwasch erfolgen.


Zu den bereits im Haushalt eingeplanten 1,7 Millionen Euro sollen weitere 2,8 Millionen Euro bereitgestellt werden. Darauf hat sich der Werkausschuss bei zwei Gegenstimmen verständigt.

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Auf Empfehlung der Stadtwerke soll das neue Technikgebäude in der Freibadsaison 2019 gebaut werden und die Beckenlandschaft in der Wintersaison 2019/2020. Bis Ende Mai 2020 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Eine Sanierung oder ein Neubau des Umkleidegebäudes steht zunächst nicht zur Debatte. Die Anregung von Hans Kneffel (CSU), das Umkleidegebäude zu einem späteren Zeitpunkt separat zu behandeln und sich zunächst auf die Technik und auf die Beckenlandschaft zu konzentrieren, wurde allgemein begrüßt.

Neues Schwimmerbecken mit acht Bahnen geplant

Die neue Planung für eine weitere Sanierung des Freibads sieht vor, dass neben einem neuen Technikgebäude entlang der Jahnstraße ein neues Schwimmerbecken gebaut werden soll, das zugleich um zwei auf acht Bahnen erweitert werden soll. Dies habe laut Bürgermeister Klaus Ritter den Vorteil, dass unter anderem auch die Schulen besser bedient werden könnten.

Eine separate Sprungturmanlage sowie eine 20 bis 25 Meter lange Breitwellenrutschanlage sollen die Badattraktionen komplettieren. Das Kinderplanschbecken mit einem interaktiven Wasserspielplatz soll direkt neben das neue Technikgebäude verlegt werden, um, wie auch vom Gesundheitsamt gefordert, eine möglichst gute Wasserqualität zu erreichen.

Die Stadtwerke, die 2016 von der Stadt die Bäderbetriebe übernommen haben, hatten ein neues Planungsbüro beauftragt, um eine optimale Planung der Badsanierung zu erreichen. Die bereits vorliegende Planung des Ingenieurbüros, das schon mit der Sanierung des Nichtschwimmerbeckens beauftragt worden war, habe nicht den Vorstellungen der Stadtwerke entsprochen, erklärte der Leiter der Stadtwerke, Wilhelm Helmdach.

»Uns hat von Anfang an nicht gefallen, dass das Technikgebäude im Keller bleibt. Und es waren auch noch andere Sachen, die uns gestört haben«, so Helmdach. Deshalb habe man das Planungsbüro gewechselt. Von dem neuen Planungsbüro seien insgesamt zwölf Varianten ausgearbeitet worden, wobei der Variante 12 der Vorrang eingeräumt werden soll. Die Bürgerlisten-Fraktion hatte dazu am Sitzungstag einen »Blitzantrag« eingereicht. Sie wollte wissen, welche Kosten durch den Wechsel des Ingenieurbüros entstanden sind. Nach Angaben von Helmdach seien für die zwölf Varianten rund 8600 Euro berechnet worden. Sollte auch der Stadtrat die Empfehlung des Werkausschusses absegnen, müssten die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden.

Immer wieder hohe Instandsetzungskosten

Nach Angaben der Verwaltung hatte der Leiter der Bäder, Andreas Lohr, bei einer Besichtigung des Bads in Beisein von Stadträten Ende Oktober mitgeteilt, dass die Instandsetzungskosten des Schwimmerbeckens vor Saisonbeginn in den vergangenen Jahren bei über 40 000 Euro gelegen hätten. Dies erinnere laut Lohr an das 2015 erneuerte Nichtschwimmerbecken, das zu Saisonbeginn 2014 noch dicht gespachtelt werden konnte, aber zu Saisonende täglich 60 000 Liter verloren habe.

Das gleiche Schicksal befürchtet Lohr für das ebenfalls aus dem Jahr 1984 stammende Schwimmerbecken und appellierte deshalb, dieses bis 2020 zu erneuern. Einige Stadträte hätten jedoch für eine Verschiebung der Beckenerneuerung beziehungsweise für eine bestandsorientierte Erneuerung mit Edelstahlauskleidung plädiert, zumal das Schwimmerbecken im Moment noch dicht sei.

Gemäß einer Grobkostenschätzung liegen die Kosten für die angedachte Variante 12 bei 4,5 Millionen Euro. Bei einer getrennten Bauausführung würden sich die Kosten um rund 322 000 Euro erhöhen. Dem Tenor im Werkausschuss war aber zu entnehmen, die Sanierung in einem Aufwasch, verteilt auf zwei Jahre, durchzuziehen. In dem Beschluss ist auch festgehalten, dass die Freibadsaison 2019 durch die Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden dürfe. Es wird lediglich eine Verkürzung der Öffnungszeit bis Ende August 2019 zugestanden. Außerdem dürfe der anvisierte Eröffnungstermin Ende Mai 2020 aufgrund witterungsbedingter Verzögerung der Bauarbeiten nur kurzfristig überschritten werden.

»Wichtige Investition in die Zukunft«

Mit Ausnahme von Ernst Ziegler (SPD) und Reinhard Winkler (Bürgerliste), segnete das Gremium den Beschlussvorschlag ab. Ziegler erinnerte an das Versäumnis, das Freibad und das Hallenbad zusammenzulegen. »Wir hätten die Bäder längst zusammenlegen sollen. Das wäre wirtschaftlicher und zukunftsträchtiger gewesen.« Reinhard Winkler vertrat die Meinung, dass sich die Stadt nicht in Schulden stürzen sollte. In seinen Augen hätten die Schulen und der Straßenausbau im Moment Priorität.

Auf die von Ziegler angesprochene Zusammenlegung der Bäder meinte Alfred Wildmann (FW), dass dies zwar schön wäre. Man sollte sich aber zum jetzigen Zeitpunkt davon verabschieden und sich auf eine Sanierung konzentrieren. »Wenn wir den Büchereineubau weglassen, können wir uns es auch leisten«, fügte er an. Auch Martin Czepan (Grüne) plädierte dafür, die Sanierung wie geplant voranzutreiben. »Das ist eine wichtige Investition in die Zukunft.« ga

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