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Unermüdlich im Einsatz für Schwerstkranke und Sterbende

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Traunreuterin und Pallingerin für Einsatz für Kranke mit »Weißem Engel« ausgezeichnet
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Mit dem »Weißen Engel« ehrte Amtschefin Ruth Nowak (links) Heide Bär aus Traunreut (Mitte) und Maria Forman aus Palling. (Fotos: StMGP)

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat am Donnerstag zwei Bürgerinnen aus dem Landkreis Traunstein für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet: Heide Bär aus Traunreut und Maria Formann aus Palling erhielten jeweils den »Weißen Engel«. In Vertretung von Ministerin Melanie Huml, die an einer Konferenz der Arbeits- und Sozialminister der Länder in Rostock teilnahm, nahm Amtschefin Ruth Nowak die Ehrung vor.


Die Auszeichnung »Weißer Engel« wird in jedem Regierungsbezirk verliehen – diesmal in Oberbayern. Die Ausgezeichneten engagieren sich beispielsweise im Hospizbereich, im Besuchsdienst und in Selbsthilfegruppen oder setzen sich für Demenzpatienten ein. Im Bereich der Pflege wird der »Weiße Engel« insbesondere an Personen verliehen, die sich durch vorbildhafte häusliche Pflege verdient gemacht haben.

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Heide Bärs großes Engagement gilt sterbenden und schwerstkranken Menschen und deren Angehörigen. Seit 2005 ist sie als ehrenamtliche Hospizbegleiterin aktiv – zunächst in Trostberg und später dann beim »Ambulanten Hospizdienst« der Caritas in Traunstein, wo sie bis heute engagiert ist. »Unzählige Stunden ihrer Freizeit hat sie in diese verantwortungsvolle Aufgabe investiert – eine Aufgabe, die für sterbende und schwerstkranke Menschen von unschätzbarem Wert ist«, betonte Nowak.

Bär begleitet Menschen auf ihrem letzten Lebensweg – in den Familien, aber auch in Seniorenheimen, Krankenhäusern und auf Palliativstationen. »Ihre besondere Gabe ist es, Patienten wie auch Angehörigen zuzuhören und ihnen so etwas wie Trost zu spenden«, so Nowak weiter. Für Schwerstkranke, Sterbende und ihre Familie sei sie eine »Kraftquelle und große Bereicherung«.

»Für ihr Ehrenamt hat Frau Bär sich kein einfaches Feld ausgesucht. Denn dort, wo der Tod allgegenwärtig ist, helfen keine vorformulierten Standardsätze«, sagte die Amtschefin. Immer wieder gebe es auch Grenzsituationen. Daher seien Fortbildungen und Supervisionen für Hospizhelferinnen und Hospizhelfer so bedeutsam. Sie wisse das nur zu gut und nehme regelmäßig daran teil. »Daneben ist es Frau Bär wichtig, den Hospizgedanken weiter in die Öffentlichkeit zu tragen«, so Nowak. »Sie tut daher alles dafür, die Arbeit der Caritas in Traunstein noch bekannter zu machen.« Vor allem wegen ihrer herausragenden Fachkenntnisse und ihrer Empathie werde sie sehr geschätzt. Aber nicht nur im Hospizbereich war sie sehr engagiert. Mit mindestens genau so viel Einsatz war Bär über Jahre hinweg in der Kommunalpolitik aktiv.

Maria Formann ist mit großer Hingabe für Sterbende und Schwerstkranke sowie für deren Angehörigen da. Daneben kümmert sie sich allgemein um ältere Menschen.

Kurz nach Eintritt in den Ruhestand hat sich Formann zur Hospizbegleiterin ausbilden lassen. Seit 2002 betreut sie vor allem schwerstkranke und sterbende Bewohner des Kreisaltenheims in Palling – ein bis zweimal pro Woche ist sie dort. »Als Hospizbegleiterin führt sie behutsame Gespräche und findet die richtigen Worte, um sowohl den Betroffenen als auch den Angehörigen in dieser schweren Zeit Kraft zu geben«, führte Nowak aus. »Oder sie ist einfach nur da – auch das kann für viele Menschen in dieser Situation ein Stück weit Trost bedeuten.« Die Menschen vertrauten ihr. Es liege Maria Formann sehr am Herzen, dass die Lebensqualität von Menschen in ihrer letzten Lebensphase so hoch wie möglich ist. »Wann immer es ihr möglich ist, ist sie tagsüber und auch nachts für die Betroffenen erreichbar.«

Für die Fortbildungen und Supervisionen der Caritas nimmt sich Formann Zeit. Denn auch sie weiß, dass sie anderen Menschen nur dann eine echte Stütze sein kann, wenn es ihr gelingt, die belastenden Situationen ihres Engagements im Gespräch zu reflektieren und zu verarbeiten.

Maria Formann kümmert sich aber auch um die rüstigeren Senioren im Kreisaltenheim in Palling – zum Beispiel bei Spaziergängen oder beim gemeinsamen Singen. »Viele Jahre ist Frau Formann nun schon für alte und sterbende Menschen im Einsatz – Ehrenämter, die mit Geld nicht aufzuwiegen und gerade deshalb so unendlich wertvoll sind.« fb

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