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Stadtrat gibt grünes Licht für neues Wohngebiet

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Diese bunte Hühnerschar an der Kolpingstraße wird in naher Zukunft Gesellschaft bekommen. Auf der angrenzenden, landwirtschaftlichen Fläche am westlichen Stadtrand soll ein neues Wohngebiet mit über 100 Wohneinheiten ausgewiesen werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Stadtrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung darauf verständigt, die Entwurfsplanung des neuen Wohnbaugebiets »Stocket« weiter zu verfolgen.


Auf dem Grundstück am westlichen Stadtrand sollen rund 100 Wohneinheiten entstehen. Die Planung, die Architekt Martin Jobst erneut vorstellte, sieht neben Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern auch Geschoßwohnungsbauten vor. Der Bauausschuss hatte dem Stadtrat schon vor der Sommerpause empfohlen, die sogenannte Variante 3 a weiter zu verfolgen. Wegen eines kurzfristig eingegangenen Antrags der CSU-Fraktion wurde der Tagesordnungspunkt aber in die Septembersitzung vertagt.

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Es soll für jeden Geldbeutel etwas dabei sein...

Der Antrag beinhaltete drei Punkte. Entgegen des Planentwurfs hatte die CSU vorgeschlagen, den geplanten Geschoßwohnungsbau nördlich des Baugebiets durch Mehrfamilienhäuser zu ersetzen. Dieser Vorschlag, mit der Begründung, dass durch die Wohnblöcke mit massiven Fahrzeugbewegungen durch das Wohngebiet zu rechnen sei und die Geschoßbauwohnungen aufgrund einer geplanten Tiefgarage zu teuer werden könnten, wurde jedoch nach längerer Debatte mit 27:1 Stimmen abgelehnt. Es sollte für jeden Geldbeutel was dabei sein, regte Sepp Winkler (Bürgerliste) an. Ernst Ziegler (SPD) wies darauf hin, dass in den vergangenen 25 Jahren von städtischer Seite hauptsächlich Einfamilienhäuser ausgewiesen worden seien.

In einem zweiten Punkt forderte die CSU mit Blick auf die Verkehrssituation im gesamten Quartier Porschestraße-Hoferstraße und Traunring, einen Verkehrsplaner zu beauftragen. Unter Berücksichtigung der Erschießung des neuen Wohnbaugebiets über die Kolpingstraße sollte ein Gutachten Aufschluss über die Tragfähigkeit des gesamten Straßennetzes geben. »Wir haben große Bedenken, dass das verkehrsmäßig nicht hinhaut«, sagte Reinhold Schroll (CSU). Einen Verkehrsplaner zu beauftragen wäre nicht schädlich. Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) sah das genauso. »Nicht nur wegen der dichten Bebauung im Umfeld, sondern auch wegen der geplanten, neuen Kinderkrippe brauchen wir jemanden, der uns sagt, es geht oder es geht nicht.«

Bernhard Seitlinger (CSU) vertrat ebenfalls die Ansicht, dass ein Verkehrskonzept unbedingt notwendig sei. Außerdem wies er darauf hin, dass man durch die geplante Tiefgarage beim Geschoßwohnungsbau Gefahr laufe, dass die Wohnungen zu teuer werden. Martin Czepan (Grüne) lehnte ein Verkehrsgutachten ab und appellierte an den gesunden Menschenverstand. Zum Geschoßwohnungsbau meinte er: »Wo sonst sollte dieser gefördert werden, wenn nicht in der Stadt.« Auf Nachfrage teilte Architekt Martin Jobst mit, dass bei angenommenen 100 Wohneinheiten ohne Besucherverkehr grob gerechnet mit 80 Autos zu rechnen sei. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, einen externen Verkehrsplaner zu beauftragen und ein Gutachten erstellen zu lassen, wurde jedoch mit 19:9 Stimmen abgelehnt.

Baugebiete »Stocket« und »Abdeckerfeld III« verbinden bleibt wichtiges Ziel

Hauptdiskussionspunkt war jedoch die dritte Forderung der CSU, dass auch eine Verbindung der geplanten Baugebiete »Stocket« und »Abdeckerfeld III« in St.  Georgen sowie die Erschließung beider Baugebiete über den Bahnübergang Poschmühle erklärtes Ziel bleiben und noch einmal mit der Eisenbahn und den Fachbehörden verhandelt werden sollte. Diese Forderung hätte jedoch zur Folge gehabt, dass sich das laufende Bauvorhaben »Stocket« verzögert. Deshalb einigte sich das Gremium mehrheitlich darauf, das Ziel einer gemeinsamen Erschließung beider Baugebiete zwar nicht aus den Augen zu verlieren, das Bauleitverfahren aber auf Grundlage der Variante 3 a durchzuführen.

Bürgermeister Klaus Ritter erinnerte an das im Zusammenhang mit der Erschließung beider Wohnbaugebiete vorausgegangene Prozedere mit dem Ergebnis, dass eine sogenannte Büstra-Anlage aussichtslos sei. Wie mehrfach berichtet, stand im Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Erweiterung des Wohngebiets »Abdeckerfeld« am Bahnübergang Poschmühle eine Büstra-Anlage im Gespräch, die aber aus Kostengründen nicht mehr weiterverfolgt wurde. Auch von den Fachbehörden wurde unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass für beide Wohnbaugebiete eine Anbindung über die Kreisstraße zwischen Traunreut und St. Georgen abgelehnt wird.

Lösung für Erweiterung des Wohngebiets »Abdeckerfeld« angekündigt

Für die geplante Erweiterung des Wohngebiets »Abdeckerfeld« wird jetzt jedoch eine Lösung in Aussicht gestellt. Ganz aktuell teilte Ritter mit, dass es durch Gespräche gelungen sei, für das »Abdeckerfeld« eine Lösung über den Bahnübergang zu finden. Näher ging er nicht darauf ein. Er teilte aber mit, dass die in Aussicht gestellte Lösung für das »Abdeckerfeld« in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden soll.

Bei der Ausweisung des neuen Wohngebiets »Stocket« soll den künftigen Bauherrn mit einer Typenvielfalt Rechnung getragen werden. Neben Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern sollen auch Winkel- und Würfelhäuser möglich sein. Im Norden, entlang der Bahnlinie beziehungsweise der Kreisstraße zwischen Traunreut und St. Georgen und als Abschluss im Osten zum bestehenden Gewerbegebiet, sind Wohnblöcke mit Tiefgaragen vorgesehen. Im Süden könnte die mit der Ausweisung verbundene Ausgleichsfläche geschaffen werden. Geplant ist auch ein Kinderspielplatz. ga