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Siteco-Mitarbeiter müssen um Arbeitsplätze bangen

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Die Mitarbeiter von Siteco in Traunreut müssen erneut um ihre Arbeitsplätze bangen. Der Mutterkonzern Osram hat angekündigt, das komplette Leuchten-Geschäft zu verkaufen. In Traunreut werden unter anderem Industrie- und Büroleuchten sowie Straßen- und Stadionbeleuchtung hergestellt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Mitarbeiter von Siteco in Traunreut müssen erneut um ihre Arbeitsplätze bangen. Wie berichtet, hat der Mutterkonzern Osram am Dienstagnachmittag angekündigt, das komplette Leuchten-Geschäft verkaufen zu wollen. Insgesamt sind davon rund 1600 Beschäftigte betroffen, der größte Teil am Standort Traunreut, wo bei der Tochter Siteco laut Osram rund 820 Mitarbeiter beschäftigt werden.


In den vergangenen Jahren hatte sich immer wieder ein erneuter Umbruch bei Siteco angekündigt. Letztes Jahr hatte die Osram-Führung um Vorstandschef Olaf Berlien sogar eine Schließung des Werks in Traunreut in Erwägung gezogen. Vollzogen wurde dann aber ein Stellenabbau von 249 Arbeitsplätzen. Dadurch sollte die Zahl der Mitarbeiter in Traunreut auf rund 500 sinken. Hoffnung gab dann heuer im Januar die Nachricht, dass ein Teil der Arbeitsplätze durch eine Verlagerung von Produktionsteilen aus der Slowakei nach Traunreut gerettet werden könnten. Stets aber hielten sich Hinweise darauf, dass der Geschäftsbereich »Lighting Solutions« (Lichtlösungen) rote Zahlen schreibt.

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Inzwischen sollen sich diese verringert haben und damit scheint für die Osram-Führung der richtige Zeitpunkt gekommen, die Geschäftseinheit zu verkaufen: »Dank zahlreicher Maßnahmen hat sich die Ertragslage der Geschäftseinheit 'Lighting Solutions' deutlich stabilisiert, sodass wir nun einen geordneten Verkaufsprozess anstoßen. Wir werden künftig einen noch stärkeren Fokus auf wachstumsstarke Zukunftsgeschäfte haben«, wird Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender der Osram Licht AG in einer Pressemitteilung zitiert. Demnach sollen nun Gespräche mit Interessenten für das Leuchten-Geschäft geführt werden.

»Es gibt Interessenten, aber noch keine konkreten Verkaufsverhandlungen«, wie Osram-Sprecher Jens Hack erklärte. Die Entscheidung zum Verkauf ist laut Hack am vergangenen Dienstag gefallen. Die Mitarbeiter wurden ebenfalls am Dienstagnachmittag über das nicht öffentlich einsehbare Intranet informiert. Bei Siteco in Traunreut wollte sich am gestrigen Mittwoch bei einer Betriebsversammlung auch Herbert Willmy-Quensen als Sprecher der Siteco-Geschäftsführung zum Verkauf äußern.

Wie Osram-Sprecher Jens Hack sagte, könne man zur Zukunft der Arbeitsplätze keine Aussagen treffen. Die getroffenen Vereinbarungen mit den vom bereits 2017 angekündigten Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern hätten aber weiter Gültigkeit: »Der bis 2020 geplante Stellenabbau ist faktisch durch und für diese Personen ändert sich nichts.« Herbert Willmy-Quensen werde außerdem »an Bord bleiben« und den Verkaufsprozess begleiten.

Bürgermeister Klaus Ritter wurde ebenfalls am Dienstagnachmittag von der Siteco-Geschäftsführung über den geplanten Verkauf informiert. Nach seinen Informationen habe sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zuletzt deutlich stabilisiert: »Für die Mitarbeiter werden es jetzt trotzdem unruhige Zeiten werden, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Man kann aber hoffen, dass es gut weitergeht und Siteco so stark bleibt.« Das gelte auch für den Erhalt der Arbeitsplätze.

Osram kündigte am Dienstag an, dass der Vorstand ein »Update zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns beim Kapitalmarkttag im November geben wird«. Osram wolle sich im Zuge seiner strategischen Neuaufstellung stärker auf Wachstumsfelder in High-Tech-Bereichen konzentrieren. Damit gemeint sind im wesentlichen High Tech-LEDs, digitale Systeme und intelligente Lichtsteuerungen.

In Traunreut werden unter anderem Industrie- und Büroleuchten sowie Straßen- und Stadionbeleuchtung hergestellt. Die Beleuchtungsbranche ist seit Jahren im Umbruch. Osram kämpfte vor allem mit der Umstellung von Neonröhren und Glühbirnen auf LED. ga