weather-image
32°

Prostituierte erhalten Geld zurück

0.0
0.0

Salzburg – Weil sie falsche Gebühren für wöchentliche Gesundheitsuntersuchungen erhoben hat, stellt sich die Stadt Salzburg auf die Zahlung von rund 800 000 Euro an die Prostituierten der Stadt ein. Diese Summe sei nun bewilligt worden, sagte ein Sprecher der Stadt. Seit 2010 hatte die Kommune einen Betrag von jeweils 35 Euro für eine wöchentliche ärztliche Untersuchung verlangt, obwohl laut Finanzministerium dieser Gesundheitscheck umsonst sein muss.


Bereits im Herbst 2014 war die Stadt vom Land Salzburg angewiesen worden, die Erhebung einzustellen. Seitdem warteten Hunderte Frauen auf die Rückzahlung. Diese kann nach Angaben der Stadt im Einzelfall bis zu 6000 Euro betragen. Am 20. Mai soll der Amtsbericht im Gemeinderat abschließend bestätigt werden.

Anzeige

Die Stadtführung war wegen der zögerlichen Bearbeitung der insgesamt rund 800 Anträge kritisiert worden. »Die Behörden gehen sehr lax mit der Sache um«, sagt Christine Nagl von der Beratungsstelle PiA in Salzburg über das Vorgehen der Stadt. Wochenlang habe man die Frauen ohne eine Erklärung weggeschickt. Österreich sei, neben Griechenland, eines der letzten Länder in Europa, die eine wöchentliche Gesundheitsuntersuchung für Prostituierte vorschrieben.

Nagl, auch Vorstand der Beratungsseite »sexworker.at«, findet die Pflichtuntersuchung fragwürdig. »Sie signalisiert den Freiern, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr okay ist. Letztendlich sollen aber nicht nur die Freier, sondern auch die Frauen vor Krankheiten geschützt werden.« dpa

Im Video: Erst 40 Grad, dann kühlt es ab - doch die Saharahitze kommt zurück