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Nachlass von Reinhold Fuchs an Stadt übergeben

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Valentin Haase vom Stadtarchiv (links) und Bürgermeister Klaus Ritter schauen zusammen mit Ortrud Fuchs ein paar der rund 2000 Dias von Reinhold Fuchs durch, die an das Archiv übergeben wurden. (Foto: Mix)

Traunreut – Ortrud Fuchs, die Witwe von Reinhold Fuchs, übergab eine ganze Menge Unterlagen ihres Mannes an das städtische Archiv. Alles in allem handelt es sich um rund 2000 Dias und 100 DinA4-Ordner voller Akten und Dokumente.


Auch Erinnerungsstücke wie Orden und Medaillen sind darunter. Valentin Haase vom Archiv ist schon dabei, alles zu katalogisieren, zu digitalisieren und im Archiv so abzulegen, dass man bei Bedarf rasch Zugriff darauf hat.

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Reinhold Fuchs kam als Bub 1947 nach Oderberg und hatte sich sein Leben lang für die Geschicke der Stadt Traunreut interessiert. Ab den 1970er Jahren, als er und seine Frau Lehrer am Traunreuter Gymnasium wurden, sammelte er alles, was ihm wichtig und interessant erschien. In seiner überaus ordentlichen Art legte er vor allem die vielen Bildzeugnisse der letzten Jahrzehnte chronologisch und thematisch geordnet ab. Die Entwicklung des Stadtplatzes mit dem im Laufe der Zeit veränderten Erscheinungsbild ist ein Beispiel seiner Bilddokumente und auch die verschiedensten Festlichkeiten oder Jubiläen hat er als Fotograf selber festgehalten.

Allein rund 50 Ordner füllten außerdem seine Unterlagen vom Heimathaus, wo er viele Jahre als Vorsitzender wirkte. Weitere 50 Ordner enthalten Unterlagen über seine politische Tätigkeit, die gesellschaftliche Entwicklung in der Stadt, Zeitungsartikel aller Art, seine Planungen für die von ihm organisierten Stadtratsausflüge beziehungsweise die Zugfahrten »Eine Stadt geht auf Reisen« und vieles mehr.

»Die Sensation« im Nachlass sind nach Meinung von Valentin Haase jedoch die Zeitzeugenberichte, die Reinhold Fuchs selber erstellt hat. Als Lehrer begann er vor mehr als 30 Jahren in einem Schulprojekt Zeitzeugen aus der Gründerzeit der jungen Gemeinde Traunreut zu interviewen und führte diese Gespräche bis vor wenigen Jahren fort. Die Aufzeichnungen der Interviews, die er fein säuberlich abtippte, sind wichtige Zeugnisse der Geschichte Traunreuts.

Siemenschef Walter Mohr, Pfarrer Dr. Wendelin Stöttner aber auch viele Bürger und Bewohner der Außengemeinden berichteten ihm, wie es damals war. Geschichtlich interessant ist auch die Korrespondenz von Reinhold Fuchs mit amerikanischen und englischen Instituten, die über die Rolle der Alliierten in der Muna Bescheid wussten und ihm bereitwillig so manche Frage beantworteten.

Wie Ortrud Fuchs erläuterte, war ihr Mann als Lehrer für Geschichte und Geografie sehr an der Entwicklung der Stadt interessiert und hat schon immer wichtige Ereignisse dokumentiert und festgehalten: »Er hat gesehen, dass das in der Stadt niemand macht, und einfach für sich beschlossen, es zu tun.« Von den Zeitzeugen leben inzwischen viele nicht mehr und ihre Erinnerungen wären ohne Reinhold Fuchs für immer verloren.

Mit der Aufarbeitung noch einige Zeit beschäftigt

Valentin Haase ist mit der Aufarbeitung des Nachlasses wohl noch einige Zeit beschäftigt, »so ein, zwei Jahre könnte es schon dauern«, meint er. Reinhold Fuchs hat zwar sehr gut vorgearbeitet und alles hervorragend beschriftet. Dennoch muss gesichtet werden, was im Archiv verbleibt und was nicht, und die Digitalisierung nimmt jede Menge Zeit in Anspruch. Haase sieht die übergebenen Unterlagen ebenso wie Bürgermeister Klaus Ritter als »großartiges Geschenk« für das Archiv an.

Ortrud Fuchs ist ganz pragmatisch: »Wir haben keine Kinder und ich kann später einmal nichts mitnehmen. Aber vielleicht interessiert sich ja mal jemand für diese Dinge. Je weiter weg die Ereignisse sind, umso interessanter werden sie ja in der Regel.« mix