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Mit 50,99 Prozent: Walch ist neuer Landrat

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Von Fairness geprägt war der Wahlkampf zwischen Siegfried Walch (rechts) und Sepp Konhäuser. Ebenso fair gratulierte Konhäuser seinem Konkurrenten zum knappen Sieg. (Foto: Poschinger)

Traunstein. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich Siegfried Walch (CSU) und Sepp Konhäuser (SPD) um den Posten des neuen Traunsteiner Landrats. Am Ende waren es 1075 Stimmen mehr, die dem jungen Inzeller Walch mit 50,99 Prozent den Sieg einbrachten. »Mir fällt ein Stein vom Herzen«, erklärte der aufgeregte Walch im Wahlstudio im Traunsteiner Landratsamt. Erster Gratulant war Landrat Hermann Steinmaßl, der seinem Nachfolger viel Glück und ein gutes Händchen bei allen Entscheidungen wünschte.


Groß war die Enttäuschung beim 59-jährigen Ruhpoldinger Sepp Konhäuser. »Es war ein spannendes Ergebnis, aber leider habe ich verloren«, sagte er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Er wäre gerne Landrat geworden. Nun wird für ihn, wie bei den beiden Kommunalwahlen zuvor, nur der Posten des Stellvertreters bleiben. Vorstellen könnte sich dies Konhäuser, allerdings will er die nächsten Tage noch abwarten.

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In 24 Gemeinden konnte Walch die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen, aber nur in einem Bruchteil von ihnen gelang ihm der Sprung über die 60-Prozent-Marke. Darunter waren Inzell, Reit im Winkl, Unterwössen, Pittenhart, Schnaitsee und Engelsberg. Elf Gemeinden im Landkreis Traunstein wählten mehrheitlich »Rot« und entschieden sich für Sepp Konhäuser. Eines der überraschendsten Ergebnisse kam dabei aus der Stadt Traunstein. Dort erhielt der 59-Jährige 58,57 Prozent der Stimmen.

Im Wahlstudio im Landratsamt verfolgten zahlreiche Kommunalpolitiker, darunter auch die Landratskandidaten Sepp Hohlweger und Andreas Danzer, die es nicht in die Stichwahl geschafft hatten, und Mitglieder des Landtags sowie zahlreiche Pressevertreter das Einlaufen der Ergebnisse. Zwar war es ein sehr knappes Rennen, jedoch konnte Konhäuser seinen Konkurrenten Walch nie die Führung streitig machen.

»Stichwahlen haben ihre eigene Dynamik«, kommentierte das junge CSU-Mitglied das Ergebnis, »und bei einer so geringen Wahlbeteiligung erst recht.« Insgesamt hatten nur 39,56 Prozent der rund 138 752 Wahlberechtigten im Landkreis ihre Stimme abgegeben. Das knappe Ergebnis habe den 29-Jährigen auch nicht überrascht, da er mit dem Ruhpoldinger Konhäuser einen etablierten und starken Politiker als Gegner hatte.

Als Erstes anpacken will Siegfried Walch, der zweitjüngste Landrat der Bundesrepublik, nach seinem Amtsantritt am 1. Mai die Kliniken im Landkreis. Das Herz der medizinischen Versorgung in der Region müsse unbedingt weiterhin sichergestellt und das Vertrauen der Belegschaft gewonnen werden. apo