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Mehrheit für Bebauungsplan am Bahnhof

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Übersee – Umstritten im Überseer Bauausschuss waren die Pläne der »Wohnpark Chiemsee Immobilien«, auf dem ehemaligen Schanzer-Areal schräg gegenüber dem Bahnhof ortsauswärts eine Wohnanlage mit 19 Wohneinheiten, 26 Tiefgaragen- und neun oberirdischen Stellplätzen zu errichten. Schließlich wurde die Erweiterung eines angrenzenden Bebauungsplanes für dieses Projekt mit vier zu drei Stimmen abgesegnet.


Der Bauausschuss hatte bereits im Herbst 2015 grünes Licht für dieses Bauvorhaben gegeben. Grundlage dieser Entscheidung war seinerzeit Paragraf 34 des Baugesetzbuches, der als einziges Kriterium eine Anpassung an die Umgehungsbebauung verlangt. Der angrenzende Bebauungsplan sieht zwar eine massive Bebauung vor. Da dieses Vorhaben aber noch nicht umgesetzt war, galt nach Auffassung des Landratsamtes die vorhandene, kleinteilige Bebauung als Maßstab. Deshalb hatte das Landratsamt entweder eine Reduzierung des Bauvorhabens oder eine Erweiterung des benachbarten Bebauungsplans »Max-Steinleitner-Straße« gefordert. Der Antragsteller hatte sich für Letzteres entschieden.

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Bei der jetzigen Debatte im Bauausschuss nannte Maria Steinert (SPD) »dieses massive Bauvorhaben« schlichtweg eine Beeinträchtigung des Ortsbildes und »aus ortsplanerischen Gründen eine Katastrophe«. Auch Margarete Winnichner (Die Grünen) hielt es für besser, alles noch einmal zu überdenken. Christian Huber (ADfÜ) plädierte dafür, mit dem Bauwerber vor allem darüber zu reden, »dass der Bau mehr von der Straße wegkommt«.

Dagegen argumentierte Bürgermeister Marc Nitschke: »Wir brauchen dringend Wohnraum in Übersee.« Sein Vorschlag lautete daher, ins Verfahren zu gehen, wo dann Kritik, Beratungen und Änderungen möglich seien. Diesem Vorschlag stimmten vier Gemeinderäte zu, dagegen waren Steinert, Winnichner und Huber.

Neues Bettenhaus für die »Chiemseeklause«

Einstimmig genehmigte das Gremium den Vorbescheid, für das Hotel »Chiemseeklause« ein neues, maßvolles Bettenhaus zu bauen. Bürgermeister Nitschke gab seiner Freude Ausdruck, »dass sich wieder ein Betrieb in Übersee vergrößert«.

Freude gab es auch beim Anglerbund Chiemsee. Nach langem Suchen haben die Fischer im Außenbereich in Obermoosen die Möglichkeit gefunden, ein Gerätelager mit PKW- und Bootsunterstellplatz zu errichten, zu dem der Bauausschuss jetzt einstimmig grünes Licht gegeben hat.

Pro und Contra gab es beim Antrag für eine mobile Rundbogenhalle am Chiemseeufer zum Verleih von Stand-Up-Paddle-Boards. Während Margarete Winnichner eine derartige Halle nicht gefiel, bewertete Maria Steinert sie sogar als »komplette Verschandelung des Chiemseeufers«. Hans Schönberger (FBL) signalisierte Zustimmung, weil die mobile Halle jederzeit wieder entfernt werden könne. Schließlich wurde dem Antrag gegen die Stimmen von Steinert und Winnichner stattgegeben. bvd