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Klanggewaltiges Orgelkonzert

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Orgel-Virtuose Heribert Pieper aus Grabenstätt begeisterte die Besucher bei seinem Konzert »In Memoriam Max Reger« zugunsten der renovierten Marien-Orgel in der Vachendorfer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Die Gesamtkosten für die 2015 erfolgte Orgelrenovierung belaufen sich auf 40 040 Euro. Rund 2700 Euro standen zuletzt noch aus. (Foto: Müller)

Vachendorf – Ein außergewöhnliches Orgelkonzert »In memoriam Max Reger« zugunsten der renovierten Marien-Orgel gab Organist Heribert Pieper in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. »Ich wünsche allen viel Freude beim Zuhören, die Barockzeit und die Romantik kommen auf unserer neuen Orgel zum Klingen, lassen Sie sich einfach überraschen«, sagte Pieper eingangs und schien es selbst kaum erwarten zu können, seine Finger in Höchstgeschwindigkeit über die Tasten fliegen zu lassen und das Kirchenschiff bis in seine entlegensten Winkel mit nicht alltäglicher, ungemein hochklassiger Orgelmusik zu erfüllen.


Bevor die gespannten Besucher allerdings in das einzigartige Klangerlebnis eintauchen durften, blickte Kirchenpfleger Franz Haberlander noch einmal kurz auf die Orgelrenovierung zurück, die am 22. Juli 2015 nach wochenlanger, akribischer Arbeit von der Firma Linder aus Nußdorf am Inn abgeschlossen worden war. Professor Friedemann Winklhofer, Orgelfachmann des erzbischöflichen Ordinariats in München, habe die aus dem Jahr 1975 stammende Orgel gespielt und für sehr gelungen empfunden, so Haberlander.

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Zu den wichtigsten Arbeiten zählte er die komplette Reinigung des Instruments, den Ausbau der 1644 Pfeifen sowie deren Reinigung, Prüfung und Wiedereinsetzung, den Einbau einer elektronischen Setzeranlage, die Neuintonation aller Register und die Überholung der gesamten Spielmechanik. An den Arbeiten wirkten neben Haberlander auch die Firma Eisenschmid (Spieltisch und Setzeranlage), die Firma Frank (Elektrotechnik) und Mesner Josef Mayer mit.

Die Finanzierung der 40 040 Euro teuren Kirchenorgel ist bereits gut vorangeschritten. Zum 1. September standen noch 2735 Euro aus. Die Kirchenstiftung übernahm mit 17 000 Euro den größten Teil, 6155 Euro gingen an privaten Spenden ein und 4220 Euro stammen aus Opferstock-Aktionen. Die Gemeinde Vachendorf beteiligte sich mit 4000 Euro, die Frauengemeinschaft Vachendorf mit 2560 Euro und das Dorf Einharting mit 1500 Euro. Die Vachendorfer Ortsvereine steuerten 1870 Euro bei.

Dass die offenen Kosten für die Orgelrenovierung nun wieder ein wenig geringer geworden sind, war dem Grabenstätter Profi-Organisten und Musiklehrer Pieper und seinem meisterlichen Konzert zu verdanken. Nach dem Concerto in F-Dur von Johann Gottfried Walther zum Auftakt ließ er das gewaltige Orgelwerk Präludium und Fuge in D-Dur von Johann Sebastian Bach und Toccata in G-Dur von Théodore Dubois folgen.

Zur Konzertmitte gab Pieper mit »Introduktion & Partita, Holz auf Jesu Schulter« und »Christ ist entstanden, Tocatta & 3 Variationen« zwei beachtliche Eigenkompositionen zum Besten. Anschließend spielte er in Erinnerung an den vor 100 Jahren verstorbenen deutschen Komponisten, Organisten, Pianisten und Dirigenten Max Reger, dem das Konzert gewidmet war, dessen Meisterwerk Tocatta d-Moll, Opus 59,5. Nach Choral a-Moll von César Franck setzte Pieper mit Tocatta c-Moll, Opus 25 von Léon Boellmann einen würdigen Schlusspunkt.

Auch Pater Gabriel Budau zeigte sich von der Klanggewalt und dem Farbenreichtum der renovierten Orgel begeistert und würdigte den Organisten Pieper. Dieser wünschte sich noch einen stärkeren Motor für »sein« Kircheninstrument. Er würdigte alle, die es möglich gemacht hätten, dass die Vachendorfer nun wieder über eine bemerkenswerte Orgel verfügen, um die sie viele andere Pfarrgemeinden beneiden würden. mmü