weather-image
-2°

»Gut gelaunte Lehrer produzieren gut gelaunte Schüler«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
»Herzlich willkommen« geheißen an seiner neuen Schule wurde Rektor Joachim Müller (Zweiter von rechts) von Zweitem Bürgermeister Christian Reiter (links) und Schulrat Klaus Biersack. Blumen gab es für Christa Heiß, die im letzten Halbjahr die Schule kommissarisch geleitet hatte. (Foto: H. Eder)

Waging am See. »Möcht' noch jemand«, fragte der neue Rektor der Waginger Grundschule in die Runde, als bei seiner Amtseinführung am Montag bereits die ersten beiden Redner – Schulrat Klaus Biersack und Zweiter Bürgermeister Christian Reiter – geendet hatten. Es meldete sich keiner mehr, so hatte Joachim Müller Gelegenheit, seine eigene »Regierungserklärung« abzugeben. Er wolle in der Schule »einen Rahmen schaffen, in dem sich jeder vernünftig entfalten kann«.


Noch reichlich Raum für die Entwicklung der Schule

Anzeige

Denn »gut gelaunte Lehrer produzieren leichter gut gelaunte Schüler, und so geht Lernen leichter«. Er habe bereits angefangen, Spuren zu hinterlassen. Ein jeder gehe seinen Weg, »die Gemeinde muss ab sofort meinen Weg aushalten«. Da sei es gut, dass sie bereits »offene Ohren« zugesagt hatte. Es sei noch reichlich Raum für die Entwicklung der Schule, sowohl vom Baulichen wie vom Technischen und von der Ausstattung her. Von daher sei zu hoffen, dass die Gemeinde trotz des aktuellen Turnhallen-Baus noch Geld habe, so der 48-Jährige.

Auch inhaltlich werde sich die Schule neu aufstellen und versuchen, den neuen »Lehrplan plus« umzusetzen. Er lobte Anita Steinmaßl, die sich als Lehrplan-Beauftragte zur Verfügung gestellt hatte. Besonders hieß er Lehrerin Elisabeth Wänke willkommen, die ihm von Taching her gefolgt sei und sich wie schon dort um den Stundenplan kümmere. Fast ein bisschen entschuldigend wandte er sich an Schulsekretärin Mathilde Nagel, die er in ein neues Büro verfrachtet und mit einer neuen Ordnung und einem neuen Computersystem konfrontiert hatte. Ihr Büro ist jetzt wieder da, wo es früher war – vor dem Schulleiterbüro: »Das Vorzimmer muss in meiner Nähe sein«, meint er.

Er selbst hat ja die Ferien weitgehend durchgearbeitet, um sich einzuleben. Allmählich bekomme er das Gefühl: »Das wird langsam meins.« Er sei gut aufgenommen worden und habe ein Kollegium vorgefunden, »das zusammenstehen und etwas leisten will. Fang' ma halt an«, warb er um gute Zusammenarbeit. Er hoffe auf aller Geduld und bot an: »Meine Tür steht immer offen. Und im Reden mach ma's aus«.

Müller wurde 1966 in Amberg geboren. In Regensburg studierte er – nach einem Umweg über zwei »zu trockene« Semester BWL – Lehramt. Nach dem zweiten Staatsexamen und der zweijährigen Seminarzeit in Schulen in der Umgebung seiner Heimat kam er bereits 1995 nach Taching. Das war, was er wollte, »nach Oberbayern kommen, dort wo es schön ist, und dort wo jeder Urlaub machen will.«

In Taching hat es ihm von Anfang an gefallen: »Irgendwie war Taching immer meine Stammschule. Ich kannte die Schule und die Abläufe.« 13 Jahre war er hier als Lehrer, sechs weitere Jahre Schulleiter. Eigentlich hatte er beinahe ausgeschlossen, nochmals woanders hinzugehen. Aber: »Die Schüler werden immer weniger, die Arbeit nicht.« Es stand zu befürchten, dass seine Stunden als Schulleiter und die Arbeitszeiten seiner Sekretärin eher noch weniger würden. Und so bewarb er sich doch für die freie Stelle in Waging.

Hier hat er noch eine Menge Freunde aus der Zeit, da die Familie – das Ehepaar hat zwei Töchter, 12 und 14 Jahre alt, die das Gymnasium besuchen – in Waging gewohnt hat. Inzwischen hat die Familie in Tengling ein Haus gebaut. Müllers Frau unterrichtet in Kirchanschöring.

Zu Beginn der Feier hatte ihm Schulrat Klaus Biersack die Bestellung als Rektor der Grundschule Waging überbracht. Als »eingefleischter Oberpfälzer« sei Müller in den Rupertiwinkel gekommen und habe Kontinuität bewiesen: 18 Jahre war er an der Schule in Taching, die letzten sechs davon als Rektor. Da habe er reichlich Erfahrungen sammeln können, und es eile ihm ein guter Ruf voraus. An die Lehrer appellierte Biersack, alle sollten an einem Strang ziehen, und wenn es Probleme gibt, solle man nicht Mauern aufrichten, sondern Brücken bauen.

Christa Heiß ist seit 20 Jahren an der Schule

Zweiter Bürgermeister Reiter würdigte Christa Heiß dafür, dass sie im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres die Leitung der Schule übernommen hatte, als Rektor Mundel in Ruhestand gegangen war. Sie habe dies »hervorragend gemeistert«. Dafür überreichte er ihr einen Blumenstrauß und gratulierte gleichzeitig dazu, dass sie seit 20 Jahren an der Waginger Grundschule unterrichtet.

Die Gemeinde sei sehr froh über die gute Entwicklung der Schülerzahlen, die sehr stabil seien, so Reiter weiter. Als kleine Aufmerksamkeit überreichte er dem neuen Chef der Schule ein Büchlein darüber, wie Waging früher war. Abschließend meldete sich Pfarrer Andreas Ager zu Wort, übergab an den neuen Rektor einen Kirchenführer und ermunterte die Anwesenden, das Lied »Herr, gib uns deinen Frieden« anzustimmen, habe es doch an dieser Schule auch mal unfriedliche Zeiten gegeben, so der Pfarrer. he

- Anzeige -