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Freies WLan nur im Innenhof am Rathausbrunnen

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Kostenlose Internet-Zugangspunkte im Stadtpark und am Stadtplatz wird es nach dem Willen des Planungsausschusses aus Kostengründen nicht geben. Nur der Innenhof am Rathausbrunnen soll in den Hotspot der Tourist-Information mit einbezogen werden.

Traunstein – Auf ein flächendeckendes kostenloses WLan-Angebot der Stadt Traunstein im Stadtpark und auf dem Stadtplatz konnte sich der Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung nicht einigen – nicht zuletzt aus Kostengründen, wie es nach Meinung der Mehrheit hieß. Nur Burgi Mörtl-Körner (Grüne) stimmte dem Beschlussvorschlag nicht zu, sie wollte zunächst mehr Informationen haben. »Ich kann das heute nicht entscheiden«, sagte sie.


Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU), der die Sitzung für den erkrankten Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) leitete, erklärte, es lägen ein Miet- und zwei Kaufangebote für die Schaffung von drahtlosen Internetzugriffspunkten (WLan-Hotspots) vor.

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Josef Kaiser (UW) gab angesichts der aktuellen Haushaltssituation zu bedenken: »Kleinvieh macht auch Mist. Und ich dachte, wir sollten eher Geld einsparen.« Er hinterfragte auch den Nutzen des Angebots: »Wer überall einen Internet-Zugang braucht, der hat sowieso einen entsprechenden Vertrag.« Die bestehenden Hotspots am Rathaus, bei der Telekom und am Landratsamt müssten reichen. »Und nur, damit ein paar Jugendliche kostenlos im Facebook unterwegs sein können, brauchen wir nicht so viel Geld ausgeben.«

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD)meinte, kostenlose Internetzugänge seien auch für Touristen interessant. »Aber wie können wir uns vor Missbrauch schützen?« Dazu sagte Klaus Pilger vom Sachgebiet Informationstechnik bei der Stadtverwaltung, »die Frage ist doch, wen wollen wir erreichen, den Einheimischen oder den Touristen? Wir aus der Technik sehen die Notwendigkeit immer geringer.« Alle drei Anbieter – Vodafone, die Telekom und auch der Verein Freifunk – hätten Providerstatus »und damit auch die Störerhaftung, da sollte auf die Stadt nicht allzuviel zukommen.«Aber natürlich könnten solche freien Hotpots missbräuchlich genutzt werden. »Auch eine Filterung im Sinne des Jugendschutzes ist nicht möglich.«

Josef Kaiser erinnerte daran, dass ab dem kommenden Jahr sowieso die Roaming-Gebühren entfielen. »Dann kann auch der Salzburger hier kostenlos über seinen eigenen Anbieter ins Internet gehen.« Burgi Mörtl-Körner stellte die Frage, was ein freies WLan überhaupt bringe. »Die junge Generation nutzt das Smartphone ganz anders als wir. Die orientieren sich da dran auch, wenn sie Geschäfte suchen. Bei der Frage 'Bringt's was oder nicht?' frag ich mich andererseits, warum machen es dann andere Städte wie München. Ich fürchte halt entgangene Chancen für unsere Geschäfte am Ort.«

Dazu sagte allerdings Pilger, eine Flächendeckung sei wegen der geringen Reichweiten der Hotspots ohnehin nicht zu erreichen. Aber es gebe ja bereits Hotspots, und auch einige Geschäfte und Gastronomen böten freien Internetzugang an.

Auf den Vorschlag von Waltraud Wiesholler-Niederlöhner hin wurde schließlich der Beschlussvorschlag entsprechend abgeändert: »Ein flächendeckendes WLan-Angebot wird aus Kostengründen nicht weiter verfolgt. Als Alternative wird der Hotspot in der Tourist-Information um den Bereich des Brunnenhofs erweitert.« So gibt es sowohl für Touristen als auch für Jugendliche, die das Jugendcafé besuchen, einen zusätzlichen kostenlos nutzbaren Internetzugang.

Dem stimmte die Mehrheit der Ausschussmitglieder letztlich zu. Als nächstes wird das Thema in der Sitzung des Finanzausschusses behandelt. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat in seiner Sitzung am Unsinnigen Donnerstag. coho