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Feierliche Salinenpark-Eröffnung: »Unser größter kulturhistorischer Schatz«

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Mehr als 500 Ehrengäste und Besucher feierten am Freitagabend die Eröffnung des Traunsteiner Salinenparks und der sechsten Chiemgauer Kulturtage. (Fotos. Effner)

Traunstein – Bei strahlendem Sonnenschein und im Beisein zahlreicher Ehrengäste ist am Freitagabend der Trausteiner Salinenpark vor mehr als 500 Zuhörern als neue Attraktion und »Visitenkarte der Stadt« feierlich eröffnet worden.


Sechs Jahre lang haben sich die anfangs sehr kontroverse Diskussion sowie die Planungs- und Realisierungsphase hingezogen. 1,75 Millionen Euro wurden mit Unterstützung zahlreicher Förderer investiert.

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Zusammen mit dem Salinenpark wurden auf der Bühne vor den historischen Salinenhäusern auch die sechsten Chiemgauer Kulturtage des Landkreises eröffnet.
Dementsprechend war das Programm ein bunter Reigen aus Programmausschnitten, Reden und Schauspieleinlagen des Fabriktheaters Traunstein sowie Musikstücken der Stadtmusik Traunstein. Öffentliche Premiere feierte auch der Film über die »virtuelle Soleleitung«, den P-Seminarschüler des Chiemgau-Gymnasiums mit Experten erarbeitet haben und der in der Begleit-Ausstellung im Albertistock gezeigt wird.

Moderiert von Toni Bernauer von der Wirtschaftsförderung des Landkreises stimmte die Tirolerin Lissie Rettenwander zum Auftakt einen Jodler an, den sie mit technischer Hilfe zum vielstimmigen Jubelchor werden ließ. Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel ging in seiner Rede voller Stolz auf die neue Parkanlage mit Freilichtmuseum ein, »die unseren größten kulturhistorischen Schatz sicht- und spürbar macht«. Sie lasse die Geschichte als Salinenstadt wieder lebendig werden.

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Mit einer Sense zum Mähen der Wiesenflächen überraschte Richard Kraft, Vorsitzender des Fördervereins Alt-Traunstein (Mitte), Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel. Rechts im Bild ist Walter Reiffenstuhl, Nachfahre der Soleleitungsbaumeister.

Mit nur knapper Mehrheit hatte sich der Stadtrat nach dem Angebot einer Millionenspende Ende 2014 gegen einen hundert Meter langen Hotelkomplex entschieden, der ebenfalls auf dem Areal geplant war. Kegel dankte insbesondere dem Förderverein Alt-Traunstein, der sich gegen alle Widerstände für den Salinenpark stark gemacht und sehr viel Eigenarbeit investiert habe.

Dr. Dietrich von Dobeneck, Otto Huber und Richard Kraft seien die treibenden Kräfte gewesen, um zum 400. Jubiläum des Soleleitungswegs und der Salinenstadt Traunstein das denkmalgeschützte Salinenensemble für kommende Generationen erlebbar zu machen. Kegel sah darin ein »einmaliges Beispiel für bürgerschaftliches Engagement«. Ergänzend zu Kegel schilderte Helga Haslbeck Impressionen eines Spaziergangs durch den Salinenpark.

Stiftung des Chemieparks Gendorf

Richard Kraft, der Vorsitzende des Fördervereins Alt-Traunstein, dankte den vielen Förderern und ging detailliert auf die beiden technischen Attraktionen des Salinenparks ein: einer Rekonstruktion der Solehebemaschine von Hans und Simon Reiffenstuel mit großem Holzwasserrad und der daneben im Glaskasten ausgestellten, denkmalgeschützten Reichenbach’schen Wassersäulenmaschine von 1810.

Die funktionsfähige Rarität wurde der Stadt nach intensiven Gesprächen mit dem Chemiepark Gendorf, wo sie zuletzt aufgestellt war, zusammen mit anderen Gegenständen der Salinengeschichte gestiftet.

Fotos von der Eröffnungsfeier:

Als direkten Nachfahren der Baumeister der historischen Soleleitung von 1619 begrüßte Kraft den Wirtschaftsprüfer Walter Reiffenstuhl und dessen Frau Pia aus Baden bei Wien, der einen großzügigen Betrag gespendet hatte. Das Denkmal sei quasi eine Wiedergutmachung für den Ehrensold, den Kurfürst Maximilian I. der Familie gestiftet, ein königlicher Finanzbeamter 1827 aber wieder gestrichen habe.

Die verbindende Bedeutung der Kultur im Landkreis stellten stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser und Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter in der Diskussion mit Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel heraus. Vor der offiziellen Eröffnung des Salinenparks erteilten der evangelische Dekan Peter Bertram und der katholische Dekan und Stadtpfarrer Georg Lindl den kirchlichen Segen. Beide hatten vor der Eröffnungsfeier einen ökumenischen Gottesdienst in der Salinenkapelle zelebriert.

Auf großes Interesse stieß am Eröffnungstag auch der Apothekergarten, der auf Initiative des Homöopathiehauses Traunstein und zahlreicher Traunsteiner Apotheker angelegt wurde. Öffentliche Führungen, auch für Schulklassen und Kindergärten, sollen künftig Aussehen und Wirkung von rund 140 Heilpflanzen vermitteln.

Mit spannenden Geschichten über das »Salz des Lebens« von Annette Hartmann, dem Figurentheater »Pupsine und die Salzbrezl«, Führungen im Apothekergarten und mit »Salzmaier« Josef Knott durch die Salinen-Ausstellung sowie der Präsentation »100 Jahre Wasserkraft« im Unterwerk II der Stadtwerke und der Premiere des Historienspiels »Spitznudl und die nasse Dirn« setzten sich die Feierlichkeiten am Samstag fort. eff