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Ein Prachtexemplar: Steinpilz mit über 700 Gramm

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Franz Brunner hat in 50 Jahren noch keinen so großen Steinpilz gefunden wie diesen. Er wiegt über 700 Gramm, hat keinen Wurm und ist nicht angenagt. (Fotos: Reiter)
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Ein Teil des Fundes von Hans Reiter: Reherl, eine Krause Glucke und Wiesenchampignons – zu erkennen an den dunklen Lamellen. Der Egerlingsschirmpilz sieht genauso aus, er hat allerdings weiße Lamellen und kann Magen- und Darmverstimmungen hervorrufen – also Vorsicht!

Auf die meisten Schwammerlsucher übt der Steinpilz eine magische Anziehungskraft aus. Ein schönes Exemplar zu finden, stellt jeden anderen Pilzfund in den Schatten. Deshalb freut sich Franz Brunner auch besonders über seinen Fund, den er am Wochenende in den Wäldern bei Götzing gemacht hat: Einen über 700 Gramm schweren Steinpilz.


»So einen schönen und großen Steinpilz habe ich noch nie gefunden«, sagt der 56-Jährige, der seit seiner Kindheit Schwammerlsuchen geht. Neben diesem Prachtexemplar hat Franz Brunner auch noch viele weitere Steinpilze gefunden – so viele, dass er einen Teil verschenkte und den anderen Teil einfror. Des Weiteren gab es in den Wäldern rund um Fridolfing Parasol und Butterpilze.

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Auch Hans Reiter aus Seeon wurde – wie von ihm vorhergesagt – am vergangenen Wochenende fündig. Er nahm unter anderem Steinpilze, Maroni und eine Krause Glucke mit nach Hause. Außerdem wachsen vielerorts auf Wiesen und Weiden in der Region Wiesenchampignons (wir berichteten). Ein Schwammerlsucher aus dem Gemeindebereich Nußdorf war sich allerdings unsicher und brachte einen Korb mit Pilzen zur Begutachtung. Er hat diese genau an der Stelle gefunden, an der er wenige Tage zuvor Wiesenchampignons geerntet hatte. Vom Aussehen her waren sie absolut identisch – nur die Lamellen waren reinweiß. Bei Wiesenchampignons sind sie jedoch zartrosa und verfärben sich mit zunehmendem Alter dunkelbraun.

Vielerorts mit Schwermetall belastet

Zur Klärung bedurfte es eines wirklichen Experten. Und als solcher ist Till Lohmeyer aus Burg bei Tengling europaweit bekannt. Er ist Buchautor und Übersetzer sowie ein hoch angesehener Mykologe. Lohmeyer identifizierte die Fruchtkörper als Egerlingsschirmpilze, die auch als Seidenschirmpilze oder Champignons-Schirmpilze bezeichnet werden.

Der Pilz, so Till Lohmeyer, habe lange als essbar gegolten, und werde mit Sicherheit auch immer wieder als »Champignon« verspeist. Jedoch habe er nachweislich schon Magen- und Darmverstimmungen hervorgerufen. Vielerorts sei er mit Schwermetall belastet. So bleibe nur der eindringliche Appell: Nehmen Sie nur Pilze mit, die Sie zweifelsfrei als essbar identifizieren können!

Neben den Wiesenchampignons sprießen jetzt auch viele andere Pilzarten in den Wäldern der Region. Für Menschen, die gerne Pilze sammeln, kommt diese Nachricht nicht überraschend. Der ergiebige Regen der beiden letzten Wochen hat auch den Waldboden gut durchfeuchtet. Darauf reagieren mit ein paar Tagen Verzögerung auch die Schwammerl. In den nach wie vor von Fichten dominierten Nutzwäldern im mittleren und nördlichen Landkreis Traunstein kann man jetzt erfolgreich nach Röhrlingen und Täublingen suchen.

Besonders zahlreich gibt es Rotfußröhrlinge, die oft in großen Gruppen erscheinen. Mit ihrer dunkelbraunen Kappe ist diese Pilzart aber perfekt dem dunklen Waldboden angepasst und deshalb gar nicht so leicht zu finden. Abschneiden sollte man nur junge Exemplare mit einem Hutdurchmesser bis etwa fünf Zentimeter. Ältere neigen zur Schimmelbildung am Schwamm. Wo diese Röhrlinge wachsen, lohnt es sich auch, nach Maronen Ausschau zu halten. KR/-K.O.-

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