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»Wir werden gerne wieder zum Ritt kommen«

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Traunstein – Eine große Abordnung des Traunsteiner Georgivereins fand sich im Gasthof zur Post in Kammer ein, um zum Ritt einzuladen. Albert Schmied, Vorsitzender des Georgivereins, bekräftigte, dass der Verein stets um den Erhalt der Tradition bemüht ist.


»Deshalb brauchen wir an diesem Tag auch kein Bierzelt und keine Verkaufsstände, obwohl es aufgrund der vielen Besucher immer wieder entsprechende Interessenten und Anfragen dafür gebe«, meinte Schmied. Der Verein will die bayerische Tradition ungeschminkt weitergeben; eine öffentliche Wertschätzung für Ritt und Schwerttanz hat man durch die Auszeichnungen des Bayerischen Kulturerbes und die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe der Unesco erfahren; auch das Rittbitten gehört ohne Zweifel zu diesen kulturellen Handlungen.

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Schmied sprach dann die offizielle Einladung zum Georgiritt aus und bat Hans Jobst, den Vorsitzenden der Kammerer Rosserer, um deren zahlreiches Kommen am Ostermontag. Dieser sicherte das Kommen zu: »Wir werden gerne wieder zum Ritt in die Kreisstadt kommen und uns den Segen für Ross und Reiter, für Haus und Hof holen, wie wir das auch in den vergangenen Jahren getan haben.« Für ihn sei es selbstverständlich, dass man den historischen Traunsteiner Ritt bestmöglich unterstützen und so mithelfen müsse, dass der Ostermontag wieder ein Festtag für alle Pferdefreunde und die gesamte Bevölkerung wird.

Traunsteins zweiter Bürgermeister Hans Zillner sagte: »Ein Georgiritt wäre ohne Nachbargemeinden nicht denkbar und es beruhigt uns, wenn die Kammerer mit ihren herausgeputzten und geschmückten Rössern und die Reiter in sauberem Gewand, so wie sich das gehört und wir es von euch gewohnt sind, wieder am Ritt teilnehmen. Stadt und Land, Hand in Hand – das wird am Ostermontag in unserer Stadt eindrucksvolle Wirklichkeit und positiv gelebt«.

Zillner dankte namens der Stadt dem Vereinsvorstand und den Rittbittern des Georgivereins für ihre fünf- wöchige Begleitung bei 14 erfolgreichen Rittbitt-Abenden, von denen man erfreulicherweise immer mit den erwarteten Teilnahmezusagen die Heimfahrt antreten konnte. Sein besonderer Dank wurde Rosmarie Kotter zuteil: Sie hatte wieder einige Brotkörbe vorbereitet und verteilte mit Helferinnen Brotscheiben. Laut Hans Zillner geht dies darauf zurück, dass in den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren bei den Rittbitten der Kammerer »Emmerbauer« großzügigerweise einen Brotlaib an die »ausgehungerten Städter« verteilte. Rosemarie Kotter hält diesen Brauch seit Jahrzehnten aufrecht, »obwohl die Städter nicht mehr so ausgehungert aussehen«.

Mit dem Wunsch auf einen unfall- und störungsfreien Ritt bei hoffentlich gutem Wetter wurde der offizielle Teil des Abends beendet. Die Kinder des Trachtenvereins »Eschenwald« Rettenbach, der Alterfinger-Zwoagsang und die »Stoigassnmusi« sorgten während des gesamten Abends für die passende, musikalische Unterhaltung.