weather-image
29°

Radweg zwischen Siegsdorf und Traunstein asphaltieren?

2.8
2.8
Bildtext einblenden
Der Geh- und Radweg zwischen Siegsdorf und Traunstein war Thema in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses. (Foto: Hohler)

Traunstein – Der Geh- und Radweg zwischen Siegsdorf und Traunstein westlich der Traun soll asphaltiert werden. Das beschloss der Planungsausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung für den Teil von der Gemeindegrenze bis zum Triftweg. Stimmt der Stadtrat am Donnerstag kommender Woche zu, soll die Verwaltung die rechtlichen Voraussetzungen (Naturschutz, Grundeigentum und Widmung) prüfen und die Kosten ermitteln.


Vertreter des Staatlichen Bauamts hatten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Blaue-Wand-Straße die Möglichkeit gesehen, den Geh- und Radweg auszubauen und zu asphaltieren. Die Baukosten dafür würde das Staatliche Bauamt übernehmen, Baulast und Unterhalt müssten die Stadt Traunstein und die Gemeinde Siegsdorf tragen. Oberbürgermeister Christian Kegel und Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm hatten das Vorhaben schon begrüßt. Die Bauarbeiten könnten noch heuer erledigt werden.

Anzeige

Auf Traunsteiner Seite müsste eine Verbindung von der südlichen Gemeindegrenze bis mindestens zum Bahnübergang in Seiboldsdorf geschaffen werden, um dort ans asphaltierte Straßennetz (Geh- und Radweg an der Hochstraße) anzuschließen. Denkbar wäre auch die Asphaltierung bis zum Triftweg in Traunstein. Da dieses Wegstück aber durch geschützten Auwald führt, wären hier zunächst die rechtlichen Voraussetzungen mit der Unteren Naturschutzbehörde zu klären, so die Verwaltung.

Grundsätzlich, so Stadtplaner Elmar Schwäbisch in der Sitzung, fördere der Ausbau den Umstieg aufs Rad durch eine schnelle und komfortable Verbindung. Auch die Gesundheit werde gefördert. Andererseits verschlechtere sich der Belag für Jogger und durch die größere Geschwindigkeit der Radler die Sicherheit für Spaziergänger.

Dem geringeren Schadstoffausstoß von Autos stünden der Eingriff in den geschützten Auwaldbereich, die Versiegelung zusätzlicher Flächen, der Eingriff in Ausgleichsflächen, die Notwendigkeit von Winterdienst, Beleuchtung und möglicherweise von Grunderwerb für eine durchgängig einheitliche Breite gegenüber. »Es gibt Leute, die finden die Idee toll, andere finden es gar nicht toll«, so Schwäbisch.

»Wenn wir das beleuchten müssen, gibt's wieder Probleme mit dem Naturschutz«, meinte Robert Sattler (SPD) dazu. »Und wenn ich's asphaltiere, ist's für die Fußgänger erledigt, weil die Radler zu schnell daher kommen.« Auch Stephan Hadulla (Grüne) sah das so: »Die bestehende Form ist doch ganz gelungen.« In der Bevölkerung sei der Weg als Spazierweg etabliert, auch mit kleinen Kindern und Kinderwagen. »Ich find's einfach schwierig, den Radverkehr zu beschleunigen.«

Auch Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) sah das Konfliktpotenzial zwischen Radlern und Fußgängern, das es schon jetzt gebe. »Das wird bisher in der Regel äußerst charmant gelöst, indem der Radler nachgibt. Aber es wäre eine gute Möglichkeit, den Autoverkehr zu reduzieren.«

Josef Kaiser (UW) meinte, die wassergebundene Lösung würde ihm völlig reichen, »wenn der Weg in einem guten Zustand gehalten wird und Löcher regelmäßig ausgebessert würden«. Der Ausbau koste ja auch eine gewisse Summe, »dann nehm' ich halt die weniger teure Lösung und steck' den Rest in den Unterhalt«.

Auf die Frage von Uwe Steinmetz hin, was denn das Wasserwirtschaftsamt zu einem Ausbau des Geh- und Radwegs sage, entgegnete Kegel: »Erst müssen wir uns überlegen, ob wir's wollen, dann können wir es prüfen.« Verwundert über die Diskussion zeigte sich dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner: »Das kann doch auch ein Schulweg sein. Müssen die Kinder durch den Dreck über einen unbeleuchteten Radlweg fahren?«

»Jetzt stellen wir uns mal vor, Siegsdorf würd' seinen Teil des Wegs asphaltieren und am Ortstaferl geht dann der Dreck her – wenn, dann brauchen wir eine einheitliche Lösung«, sagte Dr. Christian Hümmer (CSU). Die Beleuchtung hänge ja nicht mit der Asphaltierung zusammen. »Aber es muaß ja net sein, dass a jeder an da Stadtgrenz' merkt, jetz' bin i dahoam, weil da Dreck spritzt.« »Etwas, das wir machen sollten«, fand Karl Schulz (CSU) die Asphaltierung des Wegs. Das sei eine sehr gute Chance, das Thema Beleuchtung noch mal anzugehen. »Wir können doch heute alles so steuern, dass es unkompliziert machbar ist. Da gibt es blendfreie Leuchten oder Bewegungsmelder oder was auch immer. Da geht es um das Sicherheitsgefühl der Leute.«

War die Stimmung schon bei Hümmers Einwand gelöst, brach endgültig Gelächter aus, als Stephan Hadulla anmerkte, ein Bewegungsmelder könnte ja von jeder Katze ausgelöst werden, und ein Stadtrat die alles entscheidende Frage stellte: »Ko de radlfahrn?« Letztlich entschied der Ausschuss, den Ausbau mit Asphaltierung weiterzuverfolgen. Einzelheiten sind noch zu ermitteln. Das letzte Wort hat der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. coho