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Lösungsansätze noch nicht präsentiert

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Traunreut
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Eine Verbesserung der Verkehrssituation der Ortsdurchfahrt in Traunwalchen ist nach Auffassung des Stadtrats ein wichtiger Aspekt, der unbedingt in dem geplanten Gesamtverkehrskonzept berücksichtigt werden müsste. (Foto: Rasch)

Traunreut – Bevor für die Stadt Traunreut ein von den Freien Wählern gefordertes Gesamtverkehrskonzept erstellt werden soll, gibt es noch reichlich Klärungsbedarf. Das wurde in einer regen Diskussion im Stadtrat deutlich. Die Stadtverwaltung hatte auf Wunsch des Stadtrats mit Andreas Bergmann einen Fachmann eingeladen, der die verschiedenen Möglichkeiten eines Verkehrskonzepts aufzeigen sollte.


Der Verkehrsexperte vom Büro Stadt – Land – Verkehr in München stellte zunächst eine ganze Reihe von Beispielprojekten in verschiedenen Städten und Kommunen vor, die über das Münchner Büro abgewickelt wurden. Mögliche Lösungsansätze für Traunreut, die das Gremium den Reaktionen zufolge eigentlich erwartet hätte, hatte er aber nicht dabei. »Ich hätte schon erwartet, in welche Richtung das Konzept gehen soll«, kritisierte Reinhold Schroll (CSU). Er habe Bedenken, dass ein 100-seitiges Werk mit vielen Fakten aufgelegt werde, in dem aber nichts Wichtiges drin stehe.

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Zu seiner Verteidigung sagte Bergmann, dass es zunächst einer Bestandsanalyse bedürfe, bevor man überhaupt ein Konzept erstellen könne. Erst wenn klar ist, was alles erfasst werden und in einem Prioritätenkatalog mit aufgenommen werden soll, könne die eigentliche Konzeption in Auftrag gegeben werden. Je nach Umfang lägen die Kosten dafür bei 60 000 bis 80 000 Euro. Bei der Erstellung bestehe auch die Möglichkeit, beispielsweise einen sogenannten Lenkungskreis mit Vertretern des Stadtrats oder auch Privatpersonen sowie den Einzelhandelsverband mit ins Boot zu nehmen. Auch könnte eine damit einhergehende Verkehrszählung von Schülern durchgeführt werden. Nachdem in der Stadt vor Jahren bereits ein Verkehrskonzept erarbeitet worden sei, könnte auch dieses als Anhaltspunkt herangezogen werden.

Anregungen und Forderungen, aber auch jede Menge Fragen an den Experten, gab es in der Diskussion. Allgemein wurde angeregt, bei der Erstellung des Konzepts nicht nur die Kernstadt, sondern auch die Außenbereiche der ehemaligen Gemeinden Stein an der Traun, Traunwalchen und Pierling mit ins Boot zu nehmen. Bernhard Seitlinger (CSU) forderte vor allem eine zukunftsweisende Anbindung des neuen Baugebiets »Stocket« in Verbindung eines Kreisverkehrs am Traunring. Dringender Handlungsbedarf besteht auch bei der Ortsdurchfahrt in Traunwalchen. Die Kantstraße, die als Staatsstraße mitten durch die Stadt führt, müsste nach Auffassung von Ernst Ziegler (SPD) im Zuge einer umfassenden Gesamtplanung unbedingt abgestuft werden. Martin Czepan (Grüne) forderte, auch den öffentlichen Personennahverkehr mit zu untersuchen. Nach seinem Dafürhalten sollte auch der Verkehrsstrom von außen untersucht werden. »Wir sollten nicht nach der Stadtgrenze die Augen zu machen«, erklärte Czepan.

Diese und viele weitere Anregungen und Wünsche, die in der Diskussion angeklungen sind, sollen jetzt in allen Fraktionen zusammengetragen werden. Ohne offiziellen Beschluss wurde Andreas Bergmann beauftragt, dafür schon mal einen Leistungskatalog zu erstellen, an dem sich die Fraktionen orientieren und dann ihre Vorschläge mit einbringen können. Ursprünglich sollte auf Vorschlag der Verwaltung, ein Beschluss gefasst werden, ein geeignetes Planungsbüro mit der Erstellung eines Gesamtverkehrskonzepts zu beauftragen. Vor allem die Bürgerliste hatte dagegen heftig plädiert und gefordert, zunächst eine umfassende Meinungsbildung einzuholen. ga