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Chiemgauhallen-Dach in Traunstein eingestürzt – Hausmeisterin hörte das Krachen

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Dach von Chiemgauhalle in Traunstein eingestürzt – Hausmeisterin hörte Krachen – 600.000 Euro Schaden
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Das Dach des Stallgebäudes der Chiemgauhalle in Traunstein ist am Montagvormittag eingestürzt. Die Hausmeisterin war kurz zuvor noch im Gebäude, verließ die Halle aber sofort, als sie bereits ein erstes Krachen hörte. Foto: FDLnews/Lamminger
Dach der Chiemgauhalle in Traunstein eingestürzt – 13 Kälber evakuiert
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Die Helfer der Feuerwehr Traunstein und weiterer Wehren retteten die 13 in der Halle untergestellten Kälber. Für das Gebäude wurde ein Betretungsverbot erlassen. Foto: Albrecht

Traunstein – Die Sanierung war schon geplant, jetzt ist das Dach eingebrochen: Ein größerer Teil vom Stallgebäude der Chiemgauhalle am Festplatz ist am Montagvormittag gegen 11 Uhr eingestürzt. Glücklicherweise wurden weder Menschen noch Tiere verletzt. Die Ursache ist noch unklar, verantwortlich könnten aber die enormen Schneelasten der vergangenen Wochen sein. Der Schaden liegt bei 600.000 Euro.


Update, 15.05 Uhr: Polizeibericht

Wie die Polizeiinspektion Traunstein mitteilt, meldete die Hausmeisterin des Gebäudes um 10.50 Uhr den Dacheinsturz am Stall der Chiemgauhalle. Die Frau hatte riesiges Glück, da sie sich zuvor noch im eingestürzten Teil der Halle aufgehalten hatte, das Gebäude aber sofort verließ, als sie ein erstes Krachen hörte.

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Das Ausmaß des Schadens ist enorm: Die nördliche Dachhälfte der Stallungen ist komplett eingestürzt, die südliche Hälfte drohte am Vormittag einzubrechen. Im gefährdeten, südlichen Teil befanden sich zu diesem Zeitpunkt 13 Kühe, die von den Feuerwehrleuten aus der Halle geholt und mit einem Tiertransporter weggebracht werden konnten. Die Tiere blieben erstaunlich ruhig und wurden auch nicht verletzt. Weitere Personen waren zum Unglückszeitpunkt nicht im Gebäude.

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Foto: Albrecht

Zwei Fahrzeuge, die im eingestürzten Gebäudeteil abgestellt waren, wurden beim Halleneinsturz zerstört. Insgesamt entstand Sachschaden von rund 600.000 Euro, so die Polizei. Zur Begutachtung des Gebäudes waren Mitarbeiter des Bauamtes Traunstein sowie ein Statiker vor Ort. Der gesamte Gebäudekomplex ist bis auf weiteres gesperrt. Eine angrenzende Hausmeisterwohnung ist nicht vom Einsturz betroffen. Die Ursache ist nach wie vor ungeklärt.

Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren Traunstein, Vachendorf, Erlstätt, Haslach und Wolkersdorf mit 63 Helfern, ein Rettungswagen mit Einsatzleiter sowie das Technische Hilfswerk.

Kälbervermarktung ab sofort in Miesbach

Wie der Rinderzuchtverband Traunstein mitteilt, findet die Kälbervermarktung nach dem Dacheinsturz bis auf weiteres an den gleichen Markttagen (mittwochs) in Miesbach statt.
Die Kälber können wie bisher an der Chiemgauhalle angeliefert werden. Dort werden sie dann auf große Sammeltransporter geladen. Die Anlieferung muss ab 7.30 bis spätestens 10 Uhr erfolgen. Betriebe, deren Strecke nach Miesbach kürzer ist, werden gebeten, ihre Kälber direkt dorthin zu liefern.

Update, 13.04 Uhr:

Zum Zeitpunkt des Einsturzes waren 13 Tiere im Gebäude untergebracht, so Maximilian Lex, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Traunstein. Eine Verantwortliche des Rinderzuchtverbands, dem die Halle gehört, hatte nur kurz zuvor ein Knacksen gehört, dann stürzte das Dach ein.

Umgehend wurde Großalarm ausgelöst. Neben der Feuerwehr Traunstein sind auch zahlreiche Wehren aus der Umgebung, das Technische Hilfswerk, der Rettungsdienst und die Polizei im Einsatz. Wie Lex weiter informierte, ist die Ursache noch unklar. "Die Schneelast war nicht sehr groß", merkte er allerdings an. Zum Schaden kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

Die 13 Kälber wurden inzwischen aus dem zum Teil zerstörten Stallgebäude gerettet. Die Tiere blieben dabei sehr ruhig. Nachdem man sie ins Freie gebracht hat, wurden sie in einen Viehtransporter verladen und abtransportiert.

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Foto: FDL/Lamminger

Da die Gefahr besteht, dass auch der zweite Gebäudeteil in sich zusammenbricht, ging man bei der Rettung äußerst vorsichtig vor. Zudem wurde ein Betretungsverbot ausgesprochen. Feuerwehr und Polizei haben einen Sperrbereich um das Gebäude eingerichtet. Ein Statiker wird nun die Ursache des Dacheinsturzes klären. Dazu untersucht er auch die zweite Dachhälfte. Die heutige Schneemenge kann vermutlich nicht allein für das Unglück verantwortlich sein.

Schaden könnte im sechsstelligen Bereich liegen

Umgehend nach dem Einsturz war auch Bernhard Reiter, Verbandsverwalter des Rinderzuchtsverbands Traunstein, an der Halle. Er schätzt, dass der Schaden im sechsstelligen Bereich liegt. Die 13 Tiere seien in der Halle für den Weitertransport zwischengesammelt worden. Ein Markt war für den heutigen Montag nicht geplant. Er ist froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. "Der Rest ist tragisch." Man will sich aber bemühen, die Halle wieder herzustellen.

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13 Kälber waren im Stallgebäude untergestellt, als das Dach einstürzte. Weder Mensch noch Tier wurden verletzt. Die Kälber sind bereits anderweitig untergebracht. Foto: Albrecht

Oberbürgermeister Christian Kegel machte sich am Vormittag ebenfalls ein Bild von der Lage. Er war auf einem Außentermin, als er vom Ordnungsamt über den Halleneinsturz informiert wurde. "Ich bin wahnsinnig erleichtert, dass Mensch und Tier nichts passiert ist", so das Stadtoberhaupt.

Eigentlich hätte die Chiemgauhalle in den kommenden Wochen saniert und umgebaut werden sollen. Rund 1,2 Millionen Euro wollte der Rinderzuchtverband Traunstein für einen neuen Anbau und Verbesserungen im Innenbereich ausgeben (zum Artikel vom 25. Januar). Inwiefern diese Pläne nun weiterverfolgt werden können, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Auch wie es mit den nächsten Märkten weitergeht – unter anderem dem geplanten Kälbermarkt am Mittwoch, ist derzeit noch unklar. jal/red

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Foto: FDL/Lamminger

Erstmeldung, 11.30 Uhr:

Das vom Einsturz betroffene Stallgebäude, in dem aktuell auch zahlreiche Kälber untergebracht sind, liegt an der Rückseite der Chiemgauhalle. Oberste Priorität hat nun die Evakuierung des Stalls. Rund ein Dutzend Tiere muss aus dem einsturzgefährdeten Gebäude gerettet werden.

Erst vor rund eineinhalb Wochen hatte Bernhard Reiter, der Verwalter des Rinderzuchtverbands Traunstein, bei einem Rundgang durch die Chiemgauhalle über die Sanierungspläne in diesem Jahr gesprochen. Für einen Anbau und Verbesserungen im Innenbereich war dieses Jahr eine Investition von 1,2 Millionen Euro angedacht.

Weitere Informationen und Bilder folgen.

red/FDL