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Zweiter Heimerfolg für Miriam Gössner?

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Miriam Gössner (rechts) peilt heute Abend ihren dritten Weltcup-sieg an. (Foto: Weitz)

Nach dem undankbaren vierten Platz in der Staffel wollen die deutschen Biathlon-Damen im heutigen Sprintwettkampf (18.15 Uhr/ARD) das Podest in Angriff nehmen. Vor allem Miriam Gössner ist eine Kandidatin für die vordersten Ränge. Kathrin Lang (vormals Hitzer) kehrt sechs Monate nach der Geburt ihrer Tochter in den Weltcup zurück.


Die 22-jährige Gössner präsentierte sich in der Staffel als einzige deutsche Skijägerin in gewohnter Form und darf sich heute Abend berechtigte Hoffnungen auf ihren zweiten Sprint-Sieg in diesem Winter machen. Erst am vergangenen Wochenende in Oberhof stand sie nach dem 7,5-Kilometer-Rennen ganz oben auf dem Podest. Gelingt der Gesamtweltcup-Zweiten aus Garmisch-Partenkirchen im Sprint eine ähnliche Schießleistung wie in der Staffel (nur ein Nachlader), dürfte es nicht viele Konkurrentinnen im Feld geben, die ihr das Wasser reichen können. Auch wenn Gössner nach der Staffel anmerkte, dass die schnelle Strecke in der Chiemgau Arena den Vorteil ihrer Laufstärke verkleinern und dadurch tendenziell der Konkurrenz in die Karten spielen würde.

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Zuletzt in Oberhof bezwang Gössner trotz zweier Strafrunden sogar die fehlerlose Disziplin-Führende Tora Berger, die sich in Ruhpolding als Schlussläuferin der norwegischen Sieger-Staffel in starker Form zeigte und zusammen mit der an dritter Stelle laufenden Synnøve Solemdal für einen komfortablen Vorsprung sorgte. Berger zählt heute Abend genauso zum Favoritenkreis wie die weißrussische Sprint-Vizeweltmeisterin Darja Domratschawa, die Finnin Kaisa Mäkäräinen oder die von Wolfgang Pichler trainierten Russinnen Olga Saizewa und Olga Wiluchina. Auch den Französinnen Marie-Laure Brunet und Marie Dorin-Habert ist eine vordere Platzierung zuzutrauen.

Mit Andrea Henkel hat der DSV neben Gössner noch eine zweite Podestkandidatin am Start. Die 35-Jährige vom Großbreitenbacher SV wurde in Oberhof hinter Gössner und Berger Dritte und belegt dank ihrer konstanten Platzierungen unter den besten Zehn in der Sprint-Gesamtwertung den zweiten Rang. Allerdings wähnt sich Henkel nach überstandener Grippe noch ein Stück von ihrer Bestform entfernt. »Ich bin noch nicht ganz wieder fit. Aber ich denke, ich bin auf einem guten Weg«, sagte sie am Donnerstag. Für den heutigen Sprint-Wettkampf hat sich die Thüringerin vorgenommen, am Schießstand besser zu arbeiten als bei ihrem Einsatz als Schlussläuferin in der Staffel, als sie zwei Fahrkarten schoss und dadurch am Ende die Tschechin Veronika Zvaricová nicht mehr abfangen konnte.

Wiedergutmachung will auch Tina Bachmann betreiben. Die 26-jährige Sächsin erwischte in der Staffel einen gebrauchten Tag und musste sich auf ihren sechs Kilometern von vier Läuferinnen überholen lassen. Im Stehendanschlag leistete sie sich gleich drei Nachlader. »Stehend hatte ich eine brutale Nähmaschine und auch das Laufen ging gar nicht«, ärgerte sich die Schmiedebergerin. »Nicht gut, nicht schlecht«, bewertete Nadine Horchler (Willingen) ihre Leistung in der Staffel. Für die 26-Jährige wäre im Sprint eine Platzierung unter den besten Zehn schon ein großer Erfolg.

Auf eine gelungene Rückkehr in den Weltcup hofft Kathrin Hitzer, die nach ihrer Heirat im Sommer nun den Nachnamen Lang trägt. Aufgrund ihrer Schwangerschaft hat die 26-Jährige ihr letztes Weltcup-Rennen im Dezember 2011 bestritten. »Ich freue mich riesig. Es geht mir richtig gut«, berichtete Lang vor ihrem Einsatz. »Erwarten würde ich nicht allzu viel. Es ist schon eine andere Liga, Deutschlandpokal oder hier im Weltcup zu laufen. Aber wer die Kathrin kennt, der weiß, sie wird auf jeden Fall kämpfen«, sagte Bundestrainer Uwe Müßiggang. max