weather-image
27°

»Ich wollte mich einfach nicht mehr verletzen«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Ein Bild aus ihrer aktiven Zeit: Die Traunsteiner Skicrosserin Sabrina Weilharter gibt nun dem Studium den Vorrang. (Foto: Wukits)

Die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang waren das ursprüngliche Ziel, und dazu sollte als Einstimmung unter anderem die WM 2017 vor Kurzem in der Sierra Nevada dienen: Doch letztlich war Sabrina Weilharter (SC Traunstein) bei der WM in Spanien nicht am Start. Die Skicrosserin hat ihre Karriere beendet.


Ihre Laufbahn war immer wieder von Verletzungen beeinträchtigt worden. Am meisten in Erinnerung bleiben ihr die WM-Teilnahme 2013 in Norwegen »und mein fünfter Platz beim Weltcup in Lake Constantin.« Dankbar ist sie auch dafür, dass sie in ihrer aktiven Zeit durch die Bundeswehr gefördert wurde. »Ohne diese Hilfe hätte ich das nicht geschafft«, betont die 25-Jährige.

Anzeige

Doch durch ihre Verletzungen hatte sie unter anderem im Jahr 2014 – nach einem Kreuzbandriss, der sie gut ein Jahr außer Gefecht gesetzt hatte – die Chance auf die Olympischen Spiele in Sotschi (Russland) verpasst. Danach kämpfte sie sich mit Spitzenergebnissen im Europacup wieder zurück – und brach sich in der Saison 2015/16 zwei Querfortsätze an der Lendenwirbelsäule. Obwohl sie auch nach diesem Ereignis mit einem Europacup-Sieg »gemerkt hatte, dass ich es noch kann«, reifte allmählich die Erkenntnis, den Hochleistungssport doch nicht mehr fortsetzen zu wollen. Denn: »Ich wollte mich einfach nicht mehr verletzen.«

Schließlich geht es darum, sich keine bleibenden gesundheitlichen Schäden einzufangen. Weilharter studiert in München Mathematik und Sport für das Lehramt (Realschule).

Das Studium, das sie während ihrer sportlichen Karriere nur eingeschränkt verfolgen konnte, betreibt sie nun intensiv. Und für ihr Lieblingsfach Sport gilt es, schon im Studium fit zu sein. »Man muss vielseitig sein, wir machen alle Ballsportarten, Schwimmen, Leichtathletik, Turnen. In diesem Winter war neben dem Schwimmen auch Handball ein Schwerpunkt«, erklärt sie. Auch der Skisport gehört natürlich dazu, und nur wer gesund ist, kann dann auch seine Erfahrungen weitergeben.

»Früher hatte ich eine Sechs-Tage-Woche mit Training, jetzt mache ich Sport, wann ich es mag. Vor allem das spezielle Krafttraining muss ich nicht mehr machen – und das vermisse ich auch nicht ...«

Allerdings sei Skicross auch nicht verletzungsintensiver als der alpine Skisport, in dem sie ihre sportliche Laufbahn ja begonnen hatte, ehe sie 2009/10 zum Cross gewechselt war. »Bei den direkten Duellen passt man schon gegenseitig auf sich auf. Erstens würde man sich bei Kollisionen selbst verletzen, zweitens gibt es bei Fehlverhalten ja auch Strafen«, verdeutlicht sie. Ohnehin habe sich die Sportart »sehr gut entwickelt. Es gibt auch immer mehr Fernseh-Übertragungen, die Sportart wird immer populärer.«

Weilharter hat »natürlich noch gute Kontakte zur Szene. Wir waren ja in den vergangenen Jahren wie eine Familie fast immer mehr als ein halbes Jahr zusammen unterwegs. Konkurrenzdenken gibt es nur am Hang, aber ansonsten war das Verständnis sehr gut«, freut sie sich auch über gewachsene Freundschaften.

Nun will sie sowohl als Lehrerin wie auch als Trainerin ihr Wissen aus dem Sport weitergeben. So hat die Traunsteinerin bereits ihre Ausbildung zur C-Trainerin alpin begonnen. »man hat so viele Jahre beim Training viel gelernt, da wäre es schade, wenn man das nicht weitergeben würde«, betont die 25-Jährige. Zuletzt machte sie auch ihren Hochschulkolleginnen vor, dass sie auf der Piste immer noch bestens in Form ist: Bei der Hochschul-DM im Skicross holte sie sich den Titel. Doch das ist ihr nicht mehr das Wichtigste: »Ich freue mich jetzt auch darauf, wieder mehr zeit zum Tennisspielen, Berggehen und Radlfahren zu haben ...« Walter Hohler