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»Ziel ist Musikschule der besonderen Art«

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Foto: Symbolbild, pixabay

Übersee – Der Verein »Freiraum« mit seinem Haus gegenüber dem Überseer Bahnhof versteht sich schon lange als Plattform für Kreative. Seit einem Jahr arbeiten die Macher an dem neuen Projekt »ArtRes«, das in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgestellt wurde. Das Gremium hat dem Verein dazu eine zehnprozentige einmalige Förderung der Gesamtkosten (rund 194 000 Euro) zugesichert.


Seit seiner Gründung vor rund zehn Jahren hat der Freiraum um Vorstand Florian Ober mit großem ehrenamtlichen Engagement ein breites und anspruchsvolles Kulturprogramm gestaltet. Hunderte von Veranstaltungen gab es seither und es entwickelte sich nicht nur ein gestiegener Qualitätsanspruch, sondern auch ein großes Netzwerk von Künstlern und Kulturschaffenden, das inzwischen weit über die Landesgrenzen hinausgeht. »Jetzt wollen wir mit unserem 'ArtRes'-Projekt in unserer Konzeption weitergehen und damit den Kulturraum Achental einen großen Schritt nach vorne bringen«, informierte Ober den Gemeinderat. Das Ziel sei »eine Musikschule der besonderen Art«, die sich die anderen Einrichtungen nicht leisten können. Die Verbindung von Talentförderung und Musikproduktion stehe hierbei im Vordergrund. Laut Ober sei »ArtRes« bei den Musikschulen in Grassau und Traunstein sowie dem Musikverein Übersee und dem LSH Marquartstein auf offene Ohren gestoßen. Auch der Landkreis, Bezirk, private Geldgeber und Vereine sowie namhafte Künstler hätten Unterstützung signalisiert.

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Praktisch sieht es so aus, dass der Freiraum-Verein aufstrebenden nationalen und internationalen Musikern eine professionelle Studioarbeit mit Proberäumen, einer gut ausgestatteten Bühne sowie mit einem für den modernen Musikbetrieb ausgestatteten Team und eine hilfreiche Infrastruktur zur Verfügung stellt. Im Gegenzug sollen die Musiker, in Absprache mit den Musikschulen, besonderes talentierte Jugendliche mit Kursen in Popularmusik, Workshops, gemeinsamen Konzerten und technischen Erkenntnissen über die Musikproduktion fördern. »Damit wollen wir einerseits die Künstler länger binden, um ihr Knowhow zu nutzen und andererseits den jungen Talenten außergewöhnliche Chancen vermitteln, die letztendlich auch eine gewisse Landflucht verhindert und einen breit gefächerten Kulturbetrieb ermöglicht«, sagte der Freiraum-Vorstand.

Mehrheitlich fiel die beantragte Förderung des Projekts durch die Gemeinde von rund 19 400 Euro auf eine positive Resonanz. Auf Nachfrage von Marco Ehrenleitner (CSU) bestätigte Ober, dass der größte Sponsor mit rund 64 000 Euro die »Auerbräu« als Hauseigentümer sei. Ein neuer Pachtvertrag für weitere zehn Jahre werde in Kürze unterzeichnet und gebe Planungssicherheit.

Margarete Winnichner (Die Grünen) sprach sich für eine uneingeschränkte Förderung aus, da das Projekt in ihren Augen »auch eine gewisse Arbeitsplatzbeschaffung ist, um die Künstler in Übersee und der Region zu halten«. Lediglich Alois Huber, ehemaliger Vorsitzender des Trachtenvereins und CSU-Fraktionschef, »tat sich wegen des hohen Zuschusses hart gegenüber den anderen Vereinen«. Bürgermeister Marc Nitschke betonte, dass es sich bei dem Förderbetrag von rund 19 400 Euro um einen einmaligen Betrag handele, der mit einem Zuschuss für eine besondere Investitionsmaßnahme gleichzusetzen sei. Laufende Kosten fallen Nitschke zufolge später nicht mehr an, da sich das Projekt nach Ansicht der Initiatoren etwa nach einem Jahr selbst trage. Unter der Voraussetzung einer gesicherten Gesamtförderung stimmten am Ende alle Gemeinderäte für die Unterstützung des ArtRes-Projektes in der beantragten Höhe. Nach der Umsetzung des Projekts muss ein genauer Verwendungsnachweis vorgelegt werden. Laut Nitschke ist wegen der guten Haushaltslage noch in diesem Jahr die Auszahlung des Förderbetrags möglich. bvd

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