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Viele Asylbewerber beim Freitagsgebet

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Trostberg – Im Landkreis Traunstein gibt es eine einzige Moschee. Sie steht an der Dr.-Albert-Frank-Straße in Trostberg. Zuständig dafür ist DITIB, der türkisch-islamische Kulturverein in Trostberg. Der langjährige Vorsitzende dieses Vereins, Yusuf Cetin, wurde auf der Jahreshauptversammlung nun für die nächsten drei Jahre im Amt bestätigt.


Die weiteren Ämter wurden teils neu besetzt. Cetins Stellvertreter ist Caner Eser. Bei den Frauen heißt die Vorsitzende Gülperi Dal, ihre beiden Stellvertreterinnen sind Gülay Eser und Zeynep Tas. Die Jugendgruppe leitet Ihsan Cetin, seine Stellvertreterin ist Sema Keles. Als Imam ist in Trostberg Ahmet Cimen tätig.

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Im vergangenen Jahr hat der Verein die Fassade des früheren Fabrikhauses an der Dr. Albert-Frank-Straße renoviert. Für die kommende Wahlperiode steht ein Ausbau des Jugendraumes im Keller an, erklärt Yusuf Cetin. Der Verein hat derzeit rund 120 Mitglieder.

In den vergangenen Monaten war viel los bei der DITIB in Trostberg. Die Jugendvollversammlung der acht islamischen Gemeinden rund um Waldkraiburg wurde im Dezember in der Alzstadt abgehalten, zu der sich rund 150 Jugendliche trafen. Im Februar werden die jungen Moslems an einem Workshop teilnehmen, in dem Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Islam und Christentum und die beste Art der Kommunikation herausgearbeitet werden. Erst in dieser Woche hat die Jugendgruppe eine Kulturfahrt nach Lindau am Bodensee unternommen. Und Anfang Januar wurde in der Moschee ein Sardellenfest gefeiert.

Dass immer mehr Flüchtlinge nach Bayern kommen, spürt die islamische Gemeinde sehr wohl: »Zum Freitagsgebet kommen oft 80 bis 100 Asylbewerber zu uns in die Moschee.« Die Besucher kämen bis aus Fridolfing oder Bad Reichenhall. »Die Flüchtlinge sind hier bei uns wirklich willkommen«, stellt Caner Eser klar. Die islamische Gemeinde beantwortet auch gerne Fragen der Flüchtlinge. Der Imam habe schon viele Gespräche mit Hilfesuchenden geführt. Auch eine Beerdigungszeremonie für einen Flüchtling in Traunwalchen habe er begleitet. Doch auch die Öffnung zur christlichen Kultur will der Verein nicht vernachlässigen. Im Mai ist wieder ein Tag der offenen Moschee geplant. luh