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Vorgesehen ist ein Grundstück im Wald an der Hoferstraße – Im kommenden August könnte der Betrieb starten

Traunreut soll einen Waldkindergarten bekommen

Traunreut – «Großartig und toll« findet die Grünen-Stadträtin Helga Zembsch, dass auch in Traunreut ein Waldkindergarten eingerichtet werden soll. Wenn es nach ihr ginge, sollte dabei auch auf ein Dixi-Klo verzichtet werden und das Prinzip der Naturraumpädagogik angewandt werden: Die Kinder vergraben ihre kleinen und großen »Geschäfte« mit einer Schaufel. Darüber sollte nach Ansicht des Bauausschusses aber noch diskutiert werden. Grundsätzlich war sich das Gremium in seiner Sitzung einig, das Projekt der Integrative Sozialpädagogische Gruppenarbeit (ISG) mitzutragen.

Dieser ausrangierte Bauwagen wurde der ISG für die Errichtung eines Waldkindergartens in Traunreut zur Verfügung gestellt. (Foto: Rasch)

Die ISG ist ein gemeinnütziger Verein und ein freier Träger der Jugendhilfe. Der Verein setzt sich in der Kinder- und Jugendarbeit ein und hat bereits viele Projekte initiiert, um die Lebensbedingungen und das Lebensgefühl von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Die ehrenamtliche Arbeit des Trägers geht über die Grenzen Traunreuts hinaus und gilt für den sogenannten Sozialraum 2: Traunreut, Palling, Seeon-Seebruck.

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Die Leiterin der ISG, Cornelia Streitwieser, stellte dem Bauausschuss das ausgearbeitete Konzept vor. Der Waldkindergarten soll am westlichen Stadtrand von Traunreut in einer Waldlichtung – hinter dem Seniorenwohnheim an der Hoferstraße – errichtet werden. Der Zugang zum Waldkindergarten soll über den öffentlichen Geh- und Radweg erfolgen. Nach Angaben der Verwaltung stünden an der Hofer Straße öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Von dort können die Kinder von den Eltern an das Kindergartenpersonal übergeben beziehungsweise wieder abgeholt werden.

Das erforderliche Grundstück sei dem Verein von einem privaten Grundstücksbesitzer bereits zur Verfügung gestellt worden, sagte Streitwieser. Das Vorhaben sei mit der Jägerschaft bereits abgeklärt worden und von der Feuerwehr und dem BRK werde gerade die Zufahrt überprüft. Ein fertiges, pädagogisches Konzept liege ebenfalls bereits vor und man habe im Landratsamt auch bereits den Antrag auf eine Betriebserlaubnis eingereicht, so Streitwieser. Ebenso sei der Verein bereits im Besitz eines ehemaligen Bauwagens, der gerade hergerichtet wird. Diesen ausrangierten Bauwagen entsprechend auszustatten, kostet auch Geld. Hier hofft die ISG auf eine finanzielle Unterstützung der Stadt. Der beheizbare Bauwagen dient als Unterstand bei sehr schlechtem Wetter. Die meiste Zeit verbringen die Kinder aber im Freien.

Zunächst soll der Waldkindergarten für 20 Kinder ausgerichtet werden. »Ich glaube aber, dass wir uns steigern werden«, vermutet Streitwieser. Unserer Zeitung sagte sie: »Wenn alles gut läuft, wollen wir im August nächsten Jahres starten.« Die Finanzierung eines Waldkindergartens setzt sich in der Regel aus drei Quellen zusammen: aus den Kindergartenbeiträgen sowie durch die Förderung der Gemeinden und des Landkreises.

Ein Waldkindergarten unterscheidet sich wesentlich von einem Regelkindergarten. Ein eigenes Gebäude wird nicht benötigt. Die Kinder spielen bei Wind und Wetter an der frischen Luft. Die Betreuungszeiten beschränken sich in der Regel auf den Vormittag. Nach Angaben von Streitwieser gebe es aber auch in der Region Beispiele, in denen sich die Betreuungszeiten in den Nachmittag ausdehnen. »Die Kinder entwickeln in Waldkindergräten ein positives Verhältnis zur Natur. Sie erfahren den Wald als etwas Einmaliges das es besonders zu schützen gilt.«

Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Ritter würde auch die Stadtverwaltung eine weitere Alternative begrüßen. Damit könnte nicht nur ein weiteres Konzept für die Kinder angeboten werden, sondern auch der dringend benötigte Platz an Kindergärtenplätzen abgedeckt werden. Die Entscheidung, ein sogenanntes Dixi-Klo aufzustellen, wolle er sich aber noch vorbehalten. Mit Ausnahme von Helga Zembsch, stärkte hier das Gremium den Bürgermeister den Rücken. ga