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Tobias von großzügiger Hilfsbereitschaft überwältigt

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Tobias und seine Freunde, die die Spendensammlung für die Stammzellentherapie initiiert haben, bei der Auftaktveranstaltung auf dem Traunsteiner Maxplatz – fast 10 000 Euro wurden schon für Tobias gespendet. Doch das reicht noch nicht und sein Freundeskreis wird weiterhin versuchen, das Geld für die 80 000 Euro teure Therapie zu sammeln. Unser Bild zeigt (vorne von links) Irene Volk, Tobias Schwaiger, Theresa Volk und (hinten von links) Wolfgang Fernsebner, Constanze Sabathil, Stefan Liebig, Andrea Schroll, Doreen Liebig und Johanna Volk (Foto: Volk)

Übersee. Beim Auftakt der Spendenaktion für den querschnittgelähmten Tobias Schwaiger aus Übersee kamen fast 4000 Euro zusammen. Tobias, der beim Aktionstag mit dabei sein konnte, den seine Freunde organisiert hatten, war von der Hilfsbereitschaft und den Spenden überwältigt.


Tobias Schwaiger ist seit einem Skiunfall im Januar 2009 an den Rollstuhl gefesselt. Dass er nie wieder wird laufen können, ist dem 25-jährigen Überseer bewusst. Tobias setzt jedoch all seine Hoffnung auf eine Stammzellentherapie, die seine starken Schmerzen lindern kann. Er will sich im »Stemm Cell Institute« in Panama, einem der weltweit führenden Zentren für Stammzellentherapie, behandeln lassen.

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Weil die Therapie in Deutschland nicht zugelassen ist, wird sie auch von der Krankenkasse nicht bezahlt. In Deutschland wird zwar die wissenschaftliche Forschung mit Stammzellen praktiziert, nicht jedoch die Art der Therapie, auf die Tobias seine Hoffnung auf ein schmerzfreies Leben setzt. Dass sie auch Risiken birgt, ist ihm bewusst. Auch weiß er von dem Tod eines zweieinhalbjährigen schwerstbehinderten Kindes im Jahr 2010 und Schließung einer Privatklinik in Düsseldorf.

Doch die Behandlung mit Stammzellen aus Nabelschnurblut ist eine völlig andere, als die bei dem Kind in Düsseldorf. In Japan wird beispielsweise bei rund 50 Prozent der Stammzellentransplantationen an Kindern und Erwachsenen Nabelschnurblut verwendet. »Es gibt keine Operation und Transplantation, die ohne Gefahren ist«, sagt Tobias. Für ihn ist es die Chance auf ein Leben ohne Schmerzen.

Wochenlang planten Tobias' Freunde die Spendenaktion und die Auftaktveranstaltung. Oberbürgermeister Manfred Kösterke sagte spontan die Unterstützung der Stadt Traunstein zu. Ein Teil des Maxplatzes wurde kostenlos zur Verfügung gestellt, den ganzen Tag über wurden Broschüren verteilt. Zwei Musikgruppen gaben Jazz zum Besten, Tobias selbst stand allen Spendern für Fragen zur Verfügung. »Es ist unbeschreiblich, ich bin überwältigt«, freute er sich.

Viele zeigten Mitgefühl und Interesse an Tobias' Schicksal. Er, seine Mutter und alle Helfer waren begeistert von der Großzügigkeit und Herzlichkeit der Menschen. Ein junger Mann warf 110 Euro in den Spendentopf. Er sagte, er sei Pilot und seine Spende entspreche in etwa dem Tagessatz, den ein deutscher Soldat in Afghanistan erhält – auch Tobias war Soldat und auch er war in Afghanistan.

Die Spendenaktion wird auch von der Bürgerstiftung »Traunsteiner Land« unterstützt, die ein Spendenkonto zur Verfügung stellt. Beinahe 10 000 Euro gingen dort in den ersten vier Tagen der Aktion ein – ein toller Anfang. Doch die Behandlung einschließlich Flugreise kostet rund 80 000 Euro. Deshalb werden seine Freunde weiterhin versuchen, das nötige Geld aufzutreiben. Und es wird weitere Aktionen und Spendenaufrufe geben. Im Laufe der nächsten Wochen werden handsignierte CDs und T-Shirts von La Brass Banda und vom Keller-Steff im Internet zugunsten von Tobias versteigert.

»Es war wirklich großartig und hat alle meine Erwartungen übertroffen. Vielen, vielen Dank für diese unbeschreibliche Unterstützung«, so Tobias Schwaiger. Wer Tobias' Wunsch nach einer Stammzellentherapie und einem Leben ohne Schmerzen unterstützen möchte, kann an die Bürgerstiftung Traunsteiner Land, Stichwort »Tobias Schwaiger«, IBAN: DE07 7109 0000 0001 0777 75, BIC: GENODEF1BGL, spenden. pv