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Taching gegen eine Eingliederung in den Waginger Bauhof

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Taching am See. Der Gemeinderat sprach sich mit knapper Mehrheit (sechs zu fünf Stimmen) dafür aus, den gemeindlichen Bauhof aufrecht zu erhalten und nicht, wie vorgeschlagen, ihn nach Waging einzugliedern. Ein Bauhofleiter soll möglichst bald eingestellt werden. Bürgermeisterin Ursula Haas schilderte die derzeitige Situation am Bauhof. Unbestritten war auch im Gemeinderat, dass die Arbeitsbedingungen und Organisationsstrukturen dort verbessert werden müssen.


Wie und in welcher Form Verbesserungen möglich sind und welche Kosten der Gemeinde dadurch entstehen, war Anlass für eine umfangreiche Diskussion. Eine Alternative wäre gewesen, dass der Tachinger Bauhof in den Waginger eingegliedert wird.

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Die Kämmerei zeigte dazu ein Berechnungsschema, wie und in welcher Höhe künftig Arbeitsstunden verrechnet würden. Die Eingliederung des Bauhofes nach Waging wäre mit der Aufgabe der Eigenständigkeit verbunden gewesen, was im Rat zu kontroversen Diskussionen führte. 2. Bürgermeister Michael Kaiser betonte, dass der derzeitige Qualitätsstandard mindestens erhalten bleiben müsse und die Bürger auch künftig mit der Arbeit des Bauhofpersonals zufrieden sein müssen. Für ihn gäbe es daher nur die Eingliederung oder die Einstellung eines Bauhofleiters mit gleichzeitigen Verbesserungen beim Fuhrpark und beim Betriebsgebäude.

Kaiser sprach sich für eine Eingliederung aus, weil es seiner Ansicht nach die wirtschaftlich beste Lösung wäre und er die Bauhofarbeiter in der Marktgemeinde Waging gut geführt sieht. Wichtig war ihm, dass die gemeindlichen Bauhofarbeiter einer eventuellen Eingliederung auch positiv gegenüberstehen.

Der Meinung Kaisers schlossen sich auch andere Ratsmitglieder an. Andere wiederum sprachen sich klar gegen eine Eingliederung aus. Heinrich Riesemann zum Beispiel wollte nicht nur die Zahlen für sich sprechen lassen; vielmehr müsse man auch berücksichtigen, dass durch die Aufgabe der Eigenständigkeit auch ein Kaufkraftverlust verbunden sei.

Bisher wurden Betriebe in der Gemeinde mit der Reparatur von Fahrzeugen beauftragt und auch Verbrauchsmittel wurden überwiegend im Ort eingekauft. Bei einer Eingliederung sieht er die Gefahr, dass diese Kaufkraft dann nach Waging übergeht. Als Nachteil sieht er auch, dass die Bürgermeisterin keine Personalhoheit mehr über das Bauhofpersonal hat.

Bärbel Mayer teilte die Auffassung Riesemanns und hätte sich zudem gewünscht, dass bei einer so weitreichenden Entscheidung eine Beteiligung der Bürger stattgefunden hätte. Der weitere Vorschlag, möglichst bald einen Bauhofleiter einzustellen und weitere Flächen für das Betriebsgebäude des Bauhofes anzupachten, wurde mehrheitlich befürwortet. bk

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