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Skepsis und Hilfsbereitschaft in Eisenärzt

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Viel zu besprechen gab es im vollen Festsaal noch kurz vor Veranstaltungsbeginn zwischen (von links) Landrat Siegfried Walch, Bürgermeister Thomas Kamm, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und Cornelia Stahr, Leiterin der Erstaufnahme-Einrichtung in München und jetzt auch in Hörgering für die Asylbewerber zuständig. (Foto: Krammer)

Siegsdorf. Anfängliche Skepsis, wachsendes Verständnis aber auch Unmut und Unverständnis für die spontane Aktion sowie Mitgefühl und Verantwortung für die Flüchtlinge prägten die Informationsveranstaltung zur Erstaufnahme-Einrichtung der Regierung von Oberbayern im völlig überfüllten Siegsdorfer Festsaal.


Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Landrat Siegfried Walch und Bürgermeister Thomas Kamm gaben einen Einblick in die Vorgänge eines turbulenten Wochenendes und konnten zusammen mit der Leiterin der Erstaufnahme, Cornelia Stahr, zwar viele Fragen der Bürger beantworten aber dennoch nicht alle Bedenken und Vorbehalte zerstreuen.

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Nach einer kurzen Einführung von Bürgermeister Thomas Kamm schilderte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand die derzeitige Situation seiner Behörde in München und legte den Werdegang der spontanen Aktion der Einrichtung einer Außenstelle im »Bayernpark« Hörgering offen. »Derzeit müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Zustrom der Asylbewerber zu bewältigen. Ich bin froh und dankbar über die Möglichkeit den 'Bayernpark' für vier Wochen als Außenstelle nutzen zu können«, bat der Regierungspräsident um Verständnis bei den Bürgern und nannte die Zusammenarbeit von Landrat, Bürgermeister, Gemeinderat, den Rettungsorganisationen sowie den Bürgern vor Ort »eine Sternstunde der Bürgergesellschaft«.

Landrat Walch lobte die konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Unternehmensgruppe Max Aicher als Grundstückseigentümer. Der Landkreis wird mit Verwaltung und Gesundheitsamt den Bezirk aktiv unterstützen, um die Erstuntersuchungen der Asylbewerber möglichst rasch abzuschließen. Zudem mahnte Walch auch eine wesentlich zügigere Bearbeitung der Asylverfahren an, um die Aufenthaltsdauer in den Übergangsquartieren zu verkürzen.

Bürgermeister Kamm dankte dem Gemeinderat, der in einer spontanen Meinungsbildung und Abstimmung per E-Mail den humanitären Gedanken über die berechtigten Bedenken gestellt hatte, und bat die Bürger um Verständnis. »Wer gestern wie ich in den Augen der Asylbewerber die Angst gesehen hat, weiß, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Der 'Bayernpark' ist strukturell bestens geeignet, um die Flüchtlinge zur Ruhe kommen zu lassen«, betonte Kamm und freute sich über die spontane Hilfsbereitschaft vieler Bürger.

In einer lebhaften aber konstruktiven Fragestunde zum Betrieb und den Rahmenbedingungen der Einrichtung konnten die Podiumsteilnehmer viele, aber längst nicht alle Bedenken zerstreuen. Der »Bayernpark« wird, wie mehrfach versichert, für vier Wochen als Außenstelle der Münchner Erstaufnahme-Einrichtung genutzt. Die 200 Flüchtlinge können sich, wie auch in München, frei auf und außerhalb des Geländes bewegen. Mit Hilfe der Bundeswehr sollen in den nächsten Tagen die Erstuntersuchungen durchgeführt werden. Ein Sicherheitsdienst ist im Park rund um die Uhr präsent und im Außenbereich wird die Polizeiinspektion Traunstein ihre Präsenz massiv erhöhen.

Nach vielen Bedenken und besorgten Fragen gab es aber auch zahlreiche positive Wortmeldungen: viele fordern Verständnis und Mitgefühl und appellieren an Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft.

Abschließend ging Bürgermeister Thomas Kamm noch auf die derzeit laufenden Verhandlungen mit der Unternehmensgruppe Max Aicher zur künftigen Nutzung des »Bayernparks« ein, bei denen man noch nicht den passenden Konsens gefunden habe. Vorrangiges Ziel sei die Umwidmung in ein allgemeines Wohngebiet in eine für beide Partner verträgliche Lösung. FK