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Nein zum Naturpark Chiemsee

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Staudach-Egerndach – »Man muss das Rad nicht neu erfinden«, meinte Bürgermeister Hans Pertl während der Diskussion zum möglichen Beitritt in den Naturpark Chiemsee in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Verschiedene Gründe führten dann zu einer einstimmigen Ablehnung. Somit tritt Staudach-Egerndach dem Verein für den geplanten Naturpark nicht bei.


Mit dem Naturpark werde nur eine Einrichtung geschaffen, die sich wie auch die bestehenden Verbände dem Tourismus widmen wolle. Laut Bürgermeister Pertl müsse es neben Leader, dem Ökomodell und den Tourismusverbänden nicht noch einen Verband geben, der die gleichen Ziele verfolge. Dies sei nicht nachvollziehbar.

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Ferner würden laut Pertl die Probleme im Tourismus in der Gemeinde nicht auf mangelnder Attraktivität der Region beruhen, sondern liegen vielmehr im stetigen Rückgang von Gästebetten. Und dies werde auch kein Naturpark ändern. Wichtig sei es, dass die beiden großen Verbände an einem Strang ziehen und so der Chiemsee als Alleinstellungsmerkmal besser vermarktet werden kann.

Als illusorisch bezeichnete der Rathauschef auch das Budget von 30 000 Euro für den Verein und Geschäftsleitung. Man habe dies einmal hochgerechnet und sei auf mindestens 100 000 Euro gekommen. Demzufolge sei längerfristig betrachtet mit erheblich höheren Kosten zu rechnen. Gerade für eine kleine Gemeinde, so Pertl, werde es immer schwieriger die vielen Mitgliedschaften in Gremien und Verbänden zu finanzieren.

Man sehe auch den Vorteil einer Mitgliedschaft nicht. Mögliche Projektförderungen über den Naturpark-Verein bedingen auch immer einen Eigenanteil und auch dieser müsse dann finanziert werden. Befürchtet werde zudem, dass der Naturpark Auswirkungen auf das kommunale Handeln im Bereich Bauleitplanung oder bei Straßenbauprojekten, auch wenn keine rechtliche Handhabe vorliege, haben könnte.

Nach kurzer Diskussion stimmten alle Gemeinderäte geschlossen gegen einen Beitritt. tb

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