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Meilenstein für »Hauptbahnhof des Chiemgaus«

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Symbolisch gaben sie den umgebauten Mittelbahnsteig am Traunsteiner Bahnhof frei: Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger (von links), Hans Peter Göttler vom Bayerischen Wirtschaftsministerium, Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser, Landtagsabgeordneter Klaus Steiner, Klaus-Dieter Josel von der Deutschen Bahn AG, Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke und Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl. Weitere Fotos finden Sie unter www.traunsteiner-tagblatt.de/Fotos.

Traunstein. Rund 15 Monate nach dem Spatenstich sind gestern der barrierefrei ausgebaute Mittelbahnsteig an den Gleisen 3, 4 und 5 sowie der neue Aufzug am Bahnhof Traunstein eingeweiht worden. Neben der neu geschaffenen Barrierefreiheit, mit der zugleich auch ein taktiles Blindenleitsystem installiert wurde, ist künftig mit einem neuen Bahnsteigdach ein verbesserter Wetterschutz gegeben. Veränderte Bahnsteighöhen erleichtern den Ein- und Ausstieg in die Personenwagen. Auch die Beschallung und die Beleuchtung am Bahnhof wurden erneuert und die Fahrgastinformationen komfortabler gestaltet. Insgesamt wurden 740  Meter Bahnsteig neu gebaut sowie zur barrierefreien Erschließung des Mittelbahnsteigs ein Aufzug und eine zusätzliche Treppe eingebaut.


Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG, betonte, dass man sich vorgenommen habe, die Maßnahme bis Ende 2012 abzuschließen, was man jetzt auch rechtzeitig geschafft habe. »Der Bahnhof Traunstein zählt zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten im Südosten Bayerns«, betonte er. Er sei »ein Magnet«, von dem man gerne aus verreise.

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Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer betonte in seiner kurzen Rede, dass die Baumaßnahme im »verkehrlichen Herzstück des Bahnhofs in beachtlich kurzer Zeit« erfolgreich beendet werden konnte. Man könne nach der Inbetriebnahme des Kombibahnsteigs am Ruhpoldinger Gleis 1 a nun die zweite deutliche Qualitätsverbesserung innerhalb eines Jahres feiern, freute er sich. Die Investitionskosten bezifferte er auf rund 5,3 Millionen Euro. Er hielt ein Plädoyer für moderne und barrierefreie Bahnhöfe: »Bahnhöfe sind die Visitenkarte der Deutschen Bahn.«

In Traunstein hätten sich die Arbeiten gelohnt und seien ein »ausgezeichnetes Beispiel für die Wirkung unseres Bahnhofsprogramms«, mit dem dieses Jahr bundesweit zusätzlich 100 Millionen Euro in die Sanierung von Bahnhöfen investiert wurden. Er stellte die gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Bahn sowie dem Freistaat und der Stadt Traunstein heraus und sagte: »Wir können alle ein Stück stolz sein, was hier an einem Brennpunkt in Traunstein geschaffen wurde.«

Hans Peter Göttler, Abteilungsleiter Verkehr im Bayerischen Wirtschaftsministerium, beglückwünschte Fahrgäste und Pendler zum nun teilumgebauten »Hauptbahnhof des Chiemgaus«. Ziel des Freistaats sei ein gleichwertiger Ausbau von Schiene und Straße. Traunstein sei mit dem jetzigen Mittelbahnsteig »mustergültig ausgebaut worden«. Der Freistaat hatte sich bei der Finanzierung der Gesamtkosten mit 1,5 Millionen Euro für den barrierefreien Ausbau beteiligt.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke sagte, mit der Einweihung des Mittelbahnsteiges sei der Traunsteiner Bahnhof »endgültig im 21. Jahrhundert angekommen«. Auch wenn bis zur kompletten Sanierung und Barrierefreiheit des Hauptbahnhofs des Chiemgaus noch einige Jahre vergehen würden, sei die Fertigstellung des Zugangs zu den drei Gleisen »ein Meilenstein im langen Ringen um den Ausbau des Bahnhofs«. Man habe über ein Jahrzehnt »unzählige Besprechungen und Besuche bei der Deutschen Bahn AG und in Berlin geführt«. Dabei seien unter seinen Amtsvorgängern auch einige nennenswerte Vorleistungen der Stadt erbracht worden. So erinnerte der Oberbürgermeister an den Bau des Parktunnels und der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes. Der Oberbürgermeister rief auch den im Februar diesen Jahres fertiggestellten neuen Omnibusbahnhof mit dem neuen Kombibahnsteig ins Gedächtnis, der der »Startpunkt zu einer kundenfreundlicheren Zukunft des Traunsteiner Bahnhofs« gewesen sei.

Stadtpfarrer Georg Lindl und sein evangelischer Kollege Pfarrer Sebastian Stahl nahmen anschließend die Weihe vor. »Es ist ein Ort der Begegnung, über den Gott seine schützenden Hände halten möge«, betonten die Geistlichen.

Nach den Plänen der Bahn gehen die Bauarbeiten 2014 bis 2016 weiter. Dort sind unter anderem folgende Maßnahmen vorgesehen: Rückbau des Bahnsteigs am Gleis 2, Erneuerung des Gleises 1 sowie Erhöhung des Gleises 1 auf 76 Zentimeter mit einer Länge von 320 Metern. awi