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Im kommenden Frühjahr wird die Pauluskirche renoviert

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Die Pauluskirche wird im kommenden Frühjahr saniert. Die Fassade ist von wachsenden dunklen Flecken übersät, die man mittlerweile auch vom Stadtplatz aus gut sehen kann. (Foto: Mix)

Traunreut – Die evangelische Pauluskirche ist dringend sanierungsbedürftig, das steht schon seit ein paar Jahren fest. Nach aktuellem Planungsstand soll die Kirchenrenovierung nun im kommenden Frühjahr über die Bühne gehen, bei geeigneter Witterung sind die Arbeiten im März und April vorgesehen. Wie Pfarrer Stefan Hradetzky im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, sei aber darauf zu achten, dass die Kirche an Ostern und zur Konfirmation zur Verfügung steht.


Die Kosten für die gesamte Renovierung sind auf rund 240 000 Euro veranschlagt. 70 000 Euro davon muss die Kirchengemeinde selber aufbringen. Bis jetzt wurden Spenden von mehr als 62 000 Euro gesammelt, in erster Linie Kleinspenden. Pfarrer Stefan Hradetzky ist äußerst zuversichtlich, dass die fehlende Summe in den nächsten Monaten noch zusammenkommen wird.

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»Wir sind so dankbar«, betont der Pfarrer und stellt fest: »Viele Leute haben eine Geschichte, die sie mit diesem Bauwerk verbindet. Sie haben darin geheiratet, ihre Kinder getauft oder Konfirmation gefeiert.« Die Aktion Mosaiksteine, bei der man die Patenschaft für einen Stein des Christusmosaiks im Altarraum übernehmen kann, läuft weiter. Es sind noch verfügbare Steine vorhanden.

Die Planungen für die Sanierung sind inzwischen nahezu abgeschlossen und eigentlich war vorgesehen, die Arbeiten jetzt im Oktober durchzuführen. Eine Verzögerung ergab sich jedoch durch die notwendige Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde, die im November erst noch die künftige Farbgebung in der Kirche überprüfen will. Die Pauluskirche, die 1954 errichtet wurde, ist nämlich das älteste denkmalgeschützte Gebäude in der Kernstadt von Traunreut. Nach Vorgabe der Denkmalschutzbehörde muss sie so erhalten bleiben, wie sie ursprünglich war, es soll so viel wie möglich repariert und so wenig wie möglich neu gemacht werden.

Völlig erneuert werden muss allerdings das marode Dach. Es hat seine Lebensdauer überschritten, wurde bereits an mehreren Stellen geflickt, bei Starkregen gibt es Wassereinbrüche. Daher muss es komplett entfernt und erneuert werden. »Wir wollten ein Metalldach, das wäre nachhaltiger«, so Pfarrer Stefan Hradetzky. Doch wegen des Denkmalschutzes muss das neue Dach wiederum aus Wellbetonplatten hergestellt werden.

Ein Kirchenmaler machte auch bereits eine Farbanalyse und legte verschiedene frühere Farbschichten im Gebäude frei. Demnach waren die Säulen anfangs anthrazit, die Bänke hellgrau und die Innenwände weiß gestrichen. Diese Farben sollen wieder angebracht werden und damit auch die Kirche insgesamt heller und freundlicher wirken lassen.

Die Renovierungsarbeiten im Frühjahr müssen Hand in Hand gehen und sollten, wenn alles nach Plan verläuft, ungefähr sechs Wochen dauern. Die Sitzbänke werden dabei ausgebaut, abgeschliffen und neu gestrichen. Die Oberlichter über dem Altar bestehen aus Kunststoff, der durch Witterungseinflüsse vergilbt und rau geworden ist. Sie können nicht mehr gereinigt werden, es fällt nur noch wenig Tageslicht in den Altarraum. Sie werden neu verglast. Die Fassade ist von wachsenden dunklen Flecken übersät, die man mittlerweile auch vom Stadtplatz aus gut sehen kann. Sie muss gereinigt und gestrichen werden, damit die Kirche wieder ordentlich aussieht, wie es einem Gotteshaus am Stadtplatz entspricht.

Während der Renovierungsarbeiten wird die Kirche geschlossen und die Gottesdienste müssen an einem anderen Ort stattfinden. Für diesen Herbst hatte Pfarrer Stefan Hradetzky die Zusage von seinem katholischen Kollegen, den Pfarrsaal nutzen zu dürfen. Er hofft nun, dass dies dann auch im nächsten Frühjahr so gilt. Hocherfreut ist der Pfarrer darüber, dass ortsansässige Firmen die Ausschreibung für sich entscheiden konnten und die Arbeiten durchführen werden. mix