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Grüne sind gegen das Kunst- und Kulturzentrum

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Traunstein. Der Ortsverband Traunstein von Bündnis 90/Die Grünen war sich beim jüngsten Stammtisch darüber einig, dass die Klosterkirche saniert und behindertengerechte Toiletten eingebaut werden müssen. Der Ortsverband sprach sich jedoch gegen die Pläne zum Umbau zu einem Kunst- und Kulturzentrum aus. »Der siegreiche Entwurf ist ein schöner Bau«, sagte Stadtrat Wilfried Schott, »aber er ist sicher nicht der geeignete Veranstaltungsort für eine Kleinkunstbühne, wie es das Nuts nun mal ist.«


Wolfgang Wörner fand, dass die von der Stadt veröffentlichten Grundrisspläne schön darstellen, wie wenig der Schulhof der Ludwig-Thoma-Grundschule beeinträchtigt würde. »Aber so ein Gebäude geht ja auch in die Höhe, und das ist sehr wohl eine bedeutende Einengung für Schüler und Lehrer«, sagte er. Tomas Stadler ergänzte: »Welchen Sinn macht es denn, wenn ein so repräsentativer und teurer Bau sich hinter einer Kirche in einem Schulhof verstecken muss?«

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Kosten waren ein Thema in der Diskussion

Auch die Kosten waren ein Thema. »Für so ein teures Projekt muss man sich mit einer Entscheidung Zeit lassen, zumal die neuen Sportstätten noch nicht fertig sind und die Kosten dafür noch nicht endgültig feststehen«, meinte Stadträtin Burgi Mörtl-Körner.

Die Stadt zahlt zurzeit jährlich 50 000 Euro Mietkostenzuschuss an das Nuts, dieser würde bei Realisierung des Projekts wegfallen. »Für das Geld, das der Neubau ohne Inneneinrichtung kostet, könnte man das bestehende Nuts problemlos dreißig Jahre unterstützen«, sagte Schott. Thomas Stadler machte sich Gedanken über die Betriebskosten: »Kann denn ein solcher Konzert- und Theatersaal ehrenamtlich betrieben werden und wenn nein, was sind die laufenden Kosten?«

Wolfgang Wörner befürchtete, dass hier eine Konkurrenz zum »k 1« in Traunreut entsteht. »Kulturfreunde können ihren Euro auch nur einmal ausgeben«, sagte er.

Bürger müssen hinter dem Projekt stehen

Burgi Mörtl-Körner meinte, dass die Bürger viel zu wenig in die Entscheidung einbezogen wurden: »Für mich wäre bei so einem großen Projekt ein Bürgerentscheid eine sinnvolle Entscheidungshilfe, nur so gelingt es, dass die Bürger sich mit dem Projekt auseinandersetzen und dann auch dahinter stehen.«