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»Ein Zeichen der großen Hoffnung«

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Weihte den Altar in der Haslacher Pfarrkirche ein: Kardinal Reinhard Marx. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. »Das ist ein großes Fest heute. So etwas geschieht nicht häufig«, betonte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, am gestrigen Sonntagvormittag in seiner Ansprache in der Pfarrkirche Mariä Verkündigung in Haslach. Es sei ein »Zeichen der großen Hoffnung«, wenn in der ältesten Pfarrei des Bistums ein neuer Altar geweiht werden könne. Es sei auch ein Zeichen, dass die Kirche in all den Turbulenzen der Welt da sei und ihren Platz habe und damit auch ein Zeichen setze.


»Am Altar hören wir auf Gott«

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Der Kardinal betonte im Bezug auf den neuen Ambo, der wie der Altar aus gelblich-grauem Jura-Kalk vom Traunsteiner Bildhauer Johann Brunner gefertigt wurde, dass dieser Altar in der Kirche eine wichtige Bedeutung habe. »Dort hören wir auf Gott und nicht auf die Tagesmeldungen.« Die erste Lesung aus dem ersten Buch Mose von dem neuen Ambo aus kam dann im Nachgang gleich von Ursula Lay, der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats, mit der zentralen alttestamentlichen Aussage, dass Gott mit Jakob sei und ihm dazu im Traum eine Verheißung gegeben habe. Im gelesenen Evangelium des Johannes machte Jesus deutlich, dass die Anbetung Gottes eine spirituelle Angelegenheit sei, der »im Geist und in der Wahrheit angebetet werden müsse«.

Kardinal Reinhard Marx ging in seiner Predigt auf den Satz des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King ein: »I have a dream« (»Ich habe einen Traum«). Dies gelte für den alttestamentlichen Jakob, aber auch für die Kirche, die das Volk Gottes sei. Dabei sei die Kirche aber »unterwegs«, wie der Kardinal betonte: »Nicht mia san mia und wir brauchen nichts.« Die Kirche sei unterwegs, immer begleitet von Verheißungen Gottes. Und so seien Kirchen und Altäre »keine Orte, wo man Gott einmauert, sondern Orte die uns stärken wie Oasen«. Diese Kraftquelle gelte es zu nutzen, ermutigte er die Zuhörer und rief dazu auf »sich nicht verrückt machen zu lassen, durch Skandale, die immer wieder passieren«, was wie ein unausgesprochener, empfohlener Umgang mit den Entwicklungen im Bistum Limburg war.

Die zum Festgottesdienst gekommene regionale Geistlichkeit, aber auch alle Anwesenden in der Kirche rief Marx auf, sich an einem Tag wie der Altarweihe neu aufzumachen und Verantwortung für die Menschen in der eigenen Umgebung, in Pfarrei und Stadt zu übernehmen. Bei der anschließenden Weihe des Altars wurde dieser mit Weihwasser besprengt und mit Chrisam gesalbt. Dann wurde Weihrauch auf dem Altar verbrannt, die Altarkerzen wurden feierlich entzündet.

Nach dem Weihegebet, das der Erzbischof sprach, wurde auf dem Altar, der ein »Beständiges Zeichen der Gegenwart Christi« sei, die Eucharistie gefeiert. Marx freute sich, über den »Ort der Anbetung« und fügte hinzu: »Wenn diese Orte uns dazu helfen, dann sind sie ein großes Geschenk.«

Im Altar wurden Reliquien des 1988 seliggesprochenen Kaspar Stangassinger sowie des Seligen Otto von Freising in eine vorbereitete Stelle eingelegt und vom ausführenden Künstler Brunner im Nachgang verschlossen.

Gelungener Ausklang mit Pfarrfest

Stadtpfarrer Georg Lindl von der Mutterpfarrei Traunstein würdigte in seinem kurzen Nachwort die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten an dem Altar-Projekt und lud die Kirchgänger zum anschließenden Pfarrfest ein. Beim Auszug aus der Kirche verbrachte der Kardinal mit den begleitenden Pfarrern noch eine Minute im kurzen Gedenken und Gebet am vor dem Friedhof befindlichen Priestergrab.

Nach dem Festgottesdienst und dem gemeinsamen Zug, der von der Gebirgsschützenkompanie und der Traunsteiner Stadtmusik begleitet wurde, ging es dann von der Kirche zum Pfarrbüro. Nach einem Ehrensalut gab es für den Kardinal einen kleinen Begrüßungsschnaps, bevor es dann zum gemeinsamen Essen in dem vor dem Pfarrgebäude aufgebauten Zelt ging. Viele blieben zum gemütlichen gemeinsamen Ausklang des gelungenen Pfarrfestes. awi

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