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Der »Bitterstein« ist wieder sichtbar

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Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika und Ortsheimatpfleger Franz Jäger (rechts) beim geheimnisumwitterten, jetzt wieder in hellem Kalkstein erstrahlenden »Bitterstein«.

Palling – Der sogenannte »Bitterstein« ist wieder sichtbar: Er wurde von Schmutz und Moos befreit.


Nördlich der Staatsstraße 2104 von Traunreut nach Waging, etwa einen Kilometer nach der Kreuzung mit der Kreisstraße TS 1, befindet sich mitten im Wald dieser ungewöhnlich große Felsen aus Kalkstein, wohl ein riesiger Findling aus der letzten Eiszeit. Der markante Ort ist schon in den ältesten bekannten Flurkarten verzeichnet, was beweist, dass dieser Punkt seit alters her für die Menschen eine besondere Bewandtnis hatte.

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Alte Abbildungen zeigen den Felsen etwa drei Mal so groß wie heute. Der jahrhundertelange Abbau des Gesteins zur Kalkgewinnung hat ihn auf die heutige Größe verkleinert, bis ihn eine behördliche Schutzverordnung etwa in der Mitte des vorigen Jahrhunderts vor dem endgültigen Verschwinden rettete.

Viele Bodenfunde aus keltischer Zeit

Das Naturdenkmal ist aber auch von historischer Bedeutung. Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika berichtet von vielen Bodenfunden aus keltischer und römischer Zeit, wie zum Beispiel Fibeln mit außergewöhnlichen Sonnensymbolen, die um den Felsen gefunden wurden, und Resten zweier römischer Gebäude an diesem Platz. Es könnte sich um einen vorgeschichtlichen Kultplatz handeln, bei dem sich öfters sehr viele Menschen versammelt haben.

In den vergangenen Jahren war der »Bitterstein« vollkommen vermoost, von Gestrüpp überwuchert und nur noch sehr schwer zu finden. Um das außergewöhnliche Natur- und Kulturdenkmal wieder entsprechend zu präsentieren, organisierte der Pallinger Ortsheimatpfleger Franz Jäger die Hilfe der Ottinger Feuerwehr, die den Felsen mit einem Hochdruckreiniger von Schmutz und Moos befreite.

Weiter sorgte er dafür, dass die Hinweisschilder zum »Bitterstein« von der Straße aus wieder besser sichtbar sind. Wanderer und Interessierte können den »Bitterstein« nun wieder besser finden und die besondere Atmosphäre dieses Ortes auf sich wirken lassen.

Wie der »Bitterstein« zu seinem Namen gekommen ist, ist übrigens nicht bekannt. Es gibt verschiedene Vermutungen, beweisen lässt sich jedoch keine der Theorien, so Kreisheimatpfleger Soika. Der Name könne von dem Gott Bedaius abgeleitet sein, ebenso aber auch vom keltischen Seen- und Wassergott Bed. Möglich seien aber auch ganz andere Erklärungen. Fest steht, dass er in einer Flurkarte von 1810 bereits als »Bitterstein« bezeichnet wird. Das Geheimnisvolle um seinen Namen macht ihn zusätzlich interessant, findet Kreisheimatpfleger Dr. Soika. fb

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