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Das härteste Rennen seines Lebens

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Was einen bei den Rennen erwartet, steht vorher nicht fest. Das macht das Ganze für den 38-jährigen Schlechinger auch so spannend. (Fotos: Reebok-Spartan-Race)
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Es gibt nichts, was es nicht gibt bei den Spartan-Races: József Nèmeth beim Sprung übers Feuer.

Schleching – Wer sich dieses Rennen antut, muss schon etwas verrückt sein. Das gibt der Schlechinger József Nèmeth mit einem Schmunzeln auch zu. Der 38-Jährige startet heute beim Spartan-Death-Race in Vermont in den USA. 72 Stunden wird er ohne Pause unterwegs sein – vorausgesetzt, sein Körper macht bis zum Schluss mit.


Welche Disziplinen genau auf ihn zukommen, weiß József Nèmeth nicht. »Das ist immer unterschiedlich und macht das Ganze so interessant.« Bei diesen Rennen müssen die Teilnehmer laufen, schwimmen, klettern, Baumstämme schleppen, über Feuer springen, durch Schlamm waten »oder auch mal 500 Strecksprünge am Stück machen«, sagt der Schlechinger. Er bereitet sich seit Monaten auf das Rennen in Amerika vor, verzichtete ein dreiviertel Jahr fast vollständig auf Zucker und Kohlenhydrate. »Ich aß viel Fleisch und Gemüse. Ich bin gelernter Koch, ich habe mir jeden Tag meine gesunden Sachen mit in die Arbeit genommen.« – Und danach wurde trainiert. In der Regel sechsmal die Woche. Dabei schenkte sich József Nèmeth nichts.

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Der Schlechinger kennt sich aus mit solchen Wettkämpfen, nimmt seit Jahren in ganz Europa erfolgreich an Spartan-Races teil. Doch die Langdistanz ist auch für ihn völlig neu. Um zu testen, wie es sich ohne Schlaf sportelt, machte er sich abends nach der Arbeit zu seinem Freund nach Seefeld in Tirol auf, das wären über 130 Kilometer gewesen – joggend mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken. »Leider habe ich nur 83 Kilometer geschafft, weil meine Schuhe kaputt gingen. Mein Freund musste mich in der Nacht abholen.«

Doch wieso tut man sich so eine Belastung an? »Ich habe schon immer viel Sport gemacht«, erzählt József Nèmeth, der vor 13 Jahren von Ungarn in den Chiemgau kam. »Ich war viel im Fitnessstudio und beim Joggen mit meinem Hund.« Als das Tier starb, kompensierte der Schlechinger seine Traurigkeit mit Sport. »Ich bin noch mehr gelaufen, auch viele Ultraläufe.« Doch auf die Dauer sei ihm das zu langweilig geworden. Als ihm dann ein Freund von den Spartan-Races erzählte, war er sofort Feuer und Flamme. »Vor zwei Jahren habe ich mein erstes Rennen in der Slowakei gemacht, eine 23-Kilometer-Strecke.« Das habe ihm Riesenspaß gemacht, »auch wenn ich viel zu schwer war fürs Laufen.« Damals wog das 1.67 Meter große Kraftpaket noch 95 Kilogramm,  »heute sind es 68«, sagt der Schlechinger. Seither vergeht eigentlich kaum ein Monat, in dem József Nèmeth nicht  irgendwo auf der Welt ein Rennen läuft – egal ob in England, der Slowakei, in Deutschland  oder  eben  in Vermont in Amerika. »Bislang bin ich noch nie an meine Grenzen geraten. Doch vielleicht beim Death-Race, denn so lange war ich noch nie unterwegs.« Sein Ziel bei dem Wettkampf in Amerika: »Einfach nur ankommen.« KR