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SPD-Ortsverein nominiert Amtsinhaber Christian Kegel wieder als OB-Kandidat

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Traunstein – Mit einem großen Vertrauensvorschuss schickt der SPD-Ortsverein Traunstein Christian Kegel wieder ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters. Bei der Aufstellungsversammlung im Gasthaus Sailer-Keller wurde er von den Mitgliedern mit 26 Stimmen oder 96,3 Prozent der 27 abgegebenen Stimmen als Oberbürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2020 nominiert. Die Liste der 30 Kandidaten für den Stadtrat wurde mit 23 von 25 Stimmen angenommen.


Mit Blick auf das Wahlkampfmotto »Mit Herz und Verstand für Traunstein – sozial, ökologisch, ökonomisch« betonte Kegel in seiner Bewerbungsrede, ihm sei dieser Dreiklang extrem wichtig. Nur im gleichberechtigten Zusammenspiel dieser drei Elemente sei eine gelingende Zukunft gegeben sei. »Reduziere ich den Wert von nur einer oder auch auch zweier dieser Säulen zugunsten einer dritten, so leidet auch diese darunter«, meinte Kegel.

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Auch wenn in dieser Legislaturperiode viele Maßnahmen durchgeführt worden seien, so warteten künftig in den Hauptkategorien »soziales Miteinander«, »Ökologie« und »Ökonomie« weitere große Herausforderungen auf den Stadtrat und die Stadtverwaltung, unterstrich der Oberbürgermeister. »Prioritär« nannte er die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Annähernd 350 städtische Wohnungen mit moderaten Mieten seien ein starker Beweis. Das neue Mehrgeschosswohnhaus in Haidforst, das die SPD durchgesetzt habe, sei ein wichtiger Fortschritt, dürfe aber nur der Auftakt für weitere städtische Wohnungen sein. Auch beim Ansiedlungsmodell sei die Stadt sehr engagiert gewesen und habe zigtausende von Quadratmetern künftigen Baulands erworben, um gerade jungen Familien Perspektiven für ein eigenes Zuhause zu schaffen.

Zur zweiten Säule einer funktionierenden Gesellschaft zählte Kegel eine intakte Umwelt. Vor allem in den Industriestaaten habe man den Blick auf die Schöpfung in größeren Teilen vernachlässigt. Dem habe man sich in Traunstein mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen gestellt. »Sehr wichtig ist freilich die persönliche Bereitschaft, aber dies muss von der öffentlichen Hand in großem Stile unterstützt und in Teilen auch vorgegeben werden«, so das Stadtoberhaupt. Als Beispiel nannte er eine erhebliche Verbesserung der Fahrradsituation.

Eine Verbesserung der Fahrradverkehrs beinhalte aber auch die ehrliche Analyse, dass der Straßenraum in Traunstein beengt sei. Für eine Verbesserung des Fahrradverkehrs müsse man daher den zur Verfügung stehenden Raum anders strukturieren, indem man an vielen Stellen den Parkraum für Autos einschränke. »Das bedeutet aber auch, dass ich gerade im Innenstadtbereich Alternativen schaffen muss«, machte er deutlich. Schließlich solle Traunstein auch als Einkaufsstadt attraktiv bleiben. Etwa zwei Drittel des Umsatzes würden von Menschen erzeugt, die außerhalb wohnten.

Deshalb schwebt ihm eine große und dauerhafte Parkeinrichtung auf dem Festplatz vor, beispielsweise in Form eines Parkhauses für viele hundert Fahrzeuge mit einer direkten Erschließung von der Bundesstraße. Nach dessen Fertigstellung sollte auf dem Karl-Theodor-Platz eine doppelstöckige Tiefgarage mit 500 bis 600 Plätzen entstehen. In einem weiteren Schritt könnten dann die Max-, Marien- und Bahnhofstraße auf einer Seite um einen Parkstreifen reduziert, der westliche Stadtplatz bis zum Stadtplatzbrunnen, die Schaumburgerstraße und der Taubenmarkt sogar autofrei gestaltet werden.

Zur Finanzierung der Kosten für die Tiefgarage von geschätzten 14 Millionen Euro (ohne Förderung) rechnete er vor, bei jährlichen Einnahmen von rund 1,3 Millionen Euro sei sie nach etwas über zehn Jahren abbezahlt. Eine mögliche Förderung nicht eingerechnet.

Zum Thema »Ökonomie« sagte Kegel, die Stadt müsse darauf achten, dass es den Betrieben wirtschaftlich gut ginge und sie sich entwickeln könnten. Mit den Einnahmen aus der Gewerbesteuer könne die Stadt weiterhin ihr hohes Niveau an freiwilligen Leistungen halten. Dabei dürfe es nicht um sinnlosen Flächenverbrauch, sondern um den maßvollen Umgang mit den Flächen sowie die kreative und ökologisch sinnvolle Gestaltung der Betriebe gehen. »Es ist mit Sicherheit in den vergangenen Jahren viel, wohl auch zu viel an Fläche verloren gegangen, aber gerade wir in Traunstein brauchen uns dafür, gerade was die Gewerbeentwicklung anbetrifft, noch am wenigsten schimpfen lassen«, stellte der Oberbürgermeister fest. Bjr

Die Kandidatenliste der SPD

Die Kandidaten der SPD Traunstein in Reihenfolge der Listenplätze:

  1. Christian Kegel
  2. Monika Stockinger
  3. Peter Forster
  4. Dr. Christine Frese
  5. Nils Bödeker
  6. Julia Sattler-Mader
  7. Robert Sattler
  8. Konstanze Reichert-Kegel
  9. Josef Hinterschnaiter
  10. Edit Teichreber
  11. Florian Himmelstoß
  12. Silvia Bauer
  13. Christian Mayer
  14. Silvia Nett-Kleyboldt
  15. Gerhard Hübner
  16. Christine Kaltenhauser
  17. Manfred Dandl
  18. Roswitha Weinen
  19. Florian Forster
  20. Johanna Marchfelder
  21. Simon Kaltenhauser
  22. Bernhard Ostermayer
  23. Heinz Hammer
  24. Armin Brunner
  25. Michael Nitschke
  26. Georg Eisenberger
  27. Ernst Schropp
  28. Samule Weinen
  29. Alexander Zopf
  30. Dr. Johannes Kern